(tsch) Macht und Sex gehören zusammen, das ist nichts Neues. Wenn aber zwei Mädchen trainieren, wie sie - ohne selbst in Abhängigkeit zu geraten - ihre sexuelle Macht ausspielen können, hat das etwas Unerhörtes. In "Heimliche Spiele" (2002) von Jean-Claude Brisseau lernen Nathalie (Coralie Revel) und Sandrine (Sabrina Seyvecou) durch Selbstbefriedigung, ihre sexuelle Lust unabhängig von den Männern auszuleben. Als Ort der erotischen Übung dient sogar die Metro. Hier testen sie mit Provokationen genussvoll ihre Wirkung. Die Free-TV-Premiere des Erotikdramas ist die letzte "Sommernachtsphantasie", die das ZDF in diesem Jahr ausstrahlt.
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Irgendwann reicht den beiden die öffentliche Provokation nicht mehr. Also schleusen sich die Schönheiten in ein Unternehmen ein, das vom attraktiven und vermögenden Juniorchef Christophe (Fabrice Deville) geleitet wird. Der Weg nach oben führt jedoch über den Geschäftsführer und durch dessen Bett. Nathalie arbeitet sich mit Blicken und Posen langsam vorwärts, Stück für Stück, sodass der ältere Mann nicht merkt, dass er instrumentalisiert wird. Genüsslich beobachtet Regisseur Jean-Claude Brisseau die sanfte Erotisierung der Arbeitsstelle, ein Ort, an dem sexuelles Verlangen geleugnet wird, aber mehr denn je vorhanden ist.
Schade, dass hier der extravagant angelegte und bis dahin gut beobachtete Film seinen Höhepunkt schon überschritten hat und im Folgenden gewöhnlich wird. Den Mädels kommt die Liebe dazwischen, denn der schöne Christophe ist selbst ein Jäger - und zwar einer mit ziemlich sadistischen Neigungen. Der Film verliert hier seine Neugier und seinen Charme und verstrickt sich, anstatt weiterhin böse und kritisch die neue Realität zu beobachten, in eine abstruse Geschichte mit einem Schuss Mystik à la Marquis de Sade.
Vera Seeberg
Sandrine (Sabrina Seyvecou, rechts) und Nathalie (Coralie Revel) verstehen sich auf die Provokation des männlichen Geschlechts und lassen Juniorchef Christophe (Fabrice Deville) lustvoll leiden. (ZDF / Wilfrid Sempé)
Sandrine (Sabrina Seyvecou, Mitte) wird von Charlotte (Blandine Bury, vorne) und Christophe (Fabrice Deville) in ein erotisches Spiel verstrickt, das sie bald nicht mehr beherrscht. (ZDF / Wilfrid Sempé)
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