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Razorlight - Razorlight

Razorlight Razorlight

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Dieser Satz von der zweiten, angeblich so schweren Platte mag manchmal Unsinn sein. Im Falle von Razorlight trifft er zu. Die Briten fanden mit ihrem Debüt in einer Szene Gehör, die zu gewissen Hysterien neigt, die die Frische einer Band schon fast als Kompetenz auslegt. Der durchschnittliche Peergroup-Diskothekengeher, der Pete-Doherty-Hutträger mit einer Liebe zu Flaschenbier und / oder Gin-Tonic sei aber zunächst einmal beruhigt: Das selbstbetitelte zweite Album des Quartetts um Ex-Libertine Johnny Borell schüttelt mit "In The Morning", "Back To The Start" und "Before I Fall To Pieces" die erwarteten Reißbrett-Hits locker aus dem Ärmel, ist also uneingeschränkt im Hitblock zwischen Strokes und Mando Diao einsetzbar.

Genaueres Hinhören lohnt aber, denn Razorlight haben sich alle Mühe der Welt gegeben, um etwas allgemeingültiger zu klingen, was in "Who Needs Love" als erstes auffällt. Hier wird der Fifties-Rock'n'Roll zitiert oder: dessen Eighties-Variante, die so lange das amerikanische Formatradio bestimmte. Das geht schon in Ordnung, zumal sich Razorlight ohnehin lustvoll am US-Mainstream reiben. Wer ein Lied "America" nennt oder in einem Song wie "Los Angeles Waltz" den Boxtops-Klassiker "The Letter" zitiert, dem kann man da schon eine gewisse Absicht unterstellen, erst recht, wenn das Stück irgendwo zwischen Powerballade und Bruce Springsteen zu "Hungry Heart"-Zeiten liegt. Auch "I Can't Stop This Feeling I've Got" dudelt munter Richtung Highway, kippt aber nach eineinhalb Minuten muter Richtung Britpop-Grandezza im Jarvis Cocker'schen Stile um.

Seltsam eigentlich, Pulp kommen dem Rezensenten bei diesen zehn Songs ohnehin öfters in den Sinn, was weniger am Klang als an der sehr ausgearbeiteten Gestalt der einzelnen Stücke liegt. Hier klingt nichts nach dem Zufall, hier wirkt jede Fußnote gesetzt, bisweilen aber auch eigenartig hinkonstruiert. Deshalb mag die Wärme, die Nähe zum Hörer über weite Strecken fehlen, was so schlimm aber nicht ist. Sehr schnell wird klar, wie allumfassend das Musikverständnis dieser Herren ist, wie groß ihre kompositorischen Fähigkeiten sind. Dass mit "Kirbys House" die wohl tanzbarste Nummer des Britpop-Sommers dieser Band zu verdanken ist, sei als zusätzliches Kaufargument genannt.

Jochen Overbeck


Datum: 25.08.2006

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Diskussion: "Razorlight - Razorlight"

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