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Das Mädchen aus dem Wasser

Das Mädchen aus dem Wasser

(tsch) Weil seine Töchter nicht einschlafen wollten, musste M. Night Shyamalan immer wieder Geschichten erfinden, die er ihnen erzählte. Und weil der Regisseur ("The Sixth Sense", "Signs - Zeichen", "The Village") ein Faible für das Übersinnliche hat, ist "Das Mädchen aus dem Wasser" (2006) ein Fantasy-Märchen geworden. Ein optimistisches zwar, aber in den Grundzügen auch recht düsteres, das die Frage aufwirft, ob seine Töchter danach überhaupt noch schlafen konnten. Wenn M. Night Shyamalan die Geschichte genauso erzählt hat, wie er sie jetzt verfilmte, dann hatten die Mädchen wohl einige Albträume. Die "Gute-Nacht-Geschichte" ist nämlich nicht nur ganz schön gruselig, sondern auch reichlich verwirrend.

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Cleveland Heep, von Hollywoods derzeitigem Charakterliebling Paul Giamatti mit gewohnt schnoddriger Lässigkeit gespielt, ist Hausmeister eines irgendwie von der Welt abgekoppelt wirkenden Wohnhauses. Er schlurft durch den Tag und beschränkt seine Kontakte zur Außenwelt auf ein Mindestmaß. Bis er eines Tages eine Nixe im Pool findet. Dieses zarte Wesen, das sich Story nennt (Bryce Dallas Howard), hat sich in die reale Welt verirrt und sitzt bald darauf frierend auf seiner Couch.

Dort aber hat Story keine Chance zu überleben, sie muss also zurück in ihre Wasserwelt. Eine fiese Wolfskreatur und äußerst schwierige Rückkehrregeln lassen das Unterfangen zu einem komplexen Manöver werden, an dem sich am Ende alle schrillen Charaktere, die in dem Appartementkomplex wohnen, beteiligen müssen. Ihr Schicksal ist nämlich mit dem der Nixe verbunden. Diese Leute dazu zu bringen, an einem Strang zu ziehen, ist allerdings nicht einfach.

Heep, der selbst genug Probleme hat und ein persönliches Trauma noch nicht überwunden, schafft es aber, die besonderen Fähigkeiten eines jeden Einzelnen zu entdecken und zu bündeln. Gemeinsam werden die etwas verlottert wirkenden Gestalten stark und benutzen sogar ihre Fantasie. "Es gibt nicht mehr so viel Originalität in der Welt", sagt Heep am Ende der Weltverbesserungsmaßnahme und hat doch gerade gezeigt, dass Mut und Ideenreichtum unsagbar wichtig sind.

"Das Mädchen aus dem Wasser" hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. M. Night Shyamalans Glauben an die guten Fähigkeiten des Menschen, an ihre Kraft und die Chance, eine Welt zu schaffen, in der alles möglich ist, weil alle gemeinsam daran arbeiten, wird durch das unschlüssige Erzählen zu einer ganz schön steifen Moralpredigt. Der Film holpert, die Erzählung hat keinen Fluss und wird immer wieder unterbrochen. Durch humoreske Einlagen, durch trantütiges Philosophieren, durch unerwartete Brüche und unlogische Wendungen. Zu viele Charaktere tummeln sich in zu vielen Handlungssträngen, die mit einer undurchschaubaren Beliebigkeit verfolgt werden.

Shyamalan will ganz einfach zu viel auf einmal und verfällt dadurch einmal zu oft in den Tonfall eines Predigers. Das macht den Film dann auch prätentiös, wer sich von der "Botschaft" erschlagen fühlt, braucht sich seines Gefühls auf jeden Fall nicht zu schämen. Dazu kommt die unnötige Wiederholung von Motiven aus vorherigen Filmen. Die Bestie, ein wirklich fieser Graswolf, der Story töten will, sieht aus als wäre das Ungeheuer-Kostüm aus "The Village" recycelt wurden.

Was dennoch Spaß macht, ist zu sehen, wie schnell Märchen zur Realität werden können. Weil das Leben eine ganze Menge unerklärlicher Momente bereithält, die als magischer Augenblick einfach nur die Fantasie anregen wollen. "Alle Wesen haben einen Sinn", sagt Story mit Bestimmtheit. Und das soll in Erinnerung bleiben, weil es eine universelle Gültigkeit hat und die kleine scheue Nixe unsterblich macht.

Andreas Fischer

Credits:
V:Warner, USA 2006, R: M. Night Shyamalan, D: Paul Giamatti, Bryce Dallas Howard, Jeffrey Wright u.a.

Laufzeit: 109 Min.

Kinostart:
31.08.2006


Verlorene Seelen aus zwei verschiedenen Welten: Story (Bryce Dallas Howard) und Cleveland Heep (Paul Giamatti) helfen sich gegenseitig, ihre Probleme zu überwinden.
Verlorene Seelen aus zwei verschiedenen Welten: Story (Bryce Dallas Howard) und Cleveland Heep (Paul Giamatti) helfen sich gegenseitig, ihre Probleme zu überwinden. (Warner)

Poolnixe Story (Bryce Dallas Howard) ist nicht von dieser Welt.
Poolnixe Story (Bryce Dallas Howard) ist nicht von dieser Welt. (Warner)

Cleveland Heep (Paul Giamatti) findet über sein Engagement für die Nixe Story wieder einen Sinn in seinem Leben.
Cleveland Heep (Paul Giamatti) findet über sein Engagement für die Nixe Story wieder einen Sinn in seinem Leben. (Warner)

Datum: 28.08.2006

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Diskussion: "Das Mädchen aus dem Wasser"

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