Ein (un)möglicher Härtefall
Ein (un)möglicher Härtefall(tsch) Zwei arrogante Snobs, die vor allem mit Schönheit und Egozentrik glänzen, aber in der Liebe nicht viel Gefühl zeigen - darum geht es in "Ein (un)möglicher Härtefall" (2003), einem Werk der Coen-Brüder ("Fargo", "The Big Lebowski"). Der Film, der nun als Free-TV-Premiere bei RTL zu sehen ist, inszeniert ein schier endloses Katz- und Maus-Spiel zwischen zwei charismatischen Hollywood-Schauspielern: George Clooney spielt den selbstverliebten Anwalt Miles, der um Catherine Zeta-Jones buhlt, die die gefühlskalte Marilyn darstellt. Ganz nebenbei gibt es ein paar Tote, Intrigen und Lügen - verpackt in typischer Coen-Manier voller Coolness. Anzeige Miles ist ein erfolgsverwöhnter Scheidungsanwalt. Als er Marilyn begegnet, die ihn mit Noch-Ehemann Rex Rexroth (Edward Herrmann) in der Kanzlei aufsucht, findet er eine neue Herausforderung: Er will die kühle Frau erobern. Doch sie erweist sich als verdammt harter Brocken. Immerhin spezialisierte sie sich auf das Abkassieren reicher Ex-Männer und ist nicht annähernd an einer festen Bindung interessiert. Viel lieber trifft sie sich mit ihren Freundinnen auf ein Gläschen Champagner und genießt ihr Luxus-Leben am Swimming-Pool. Zumindest gewinnt Miles ihren Respekt, entlarvt er sie doch beim Scheidungsprozess als Heiratsschwindlerin - das hat vorher noch niemand geschafft. Marilyn schwört Rache: Sie möchte Miles verführen, heiraten und ihn dann um sein gesamtes Vermögen bringen. Nur hat sie bei ihrem Plan vergessen: Verliebe dich nie in deinen Feind! Bis es zum großen Hollywood-Finale kommt und sich die beiden endlich in den Armen liegen, dauert es noch dutzende Wortgefechte und Umwege. Der Weg ist steinig, doch das macht die beiden eher unsympathischen Protagonisten der Beverly-Hills-High-Society etwas menschlicher. Dass die Story vorhersehbar ist, schadet dem Film nicht. Letztendlich lebt er von gut getimten Pointen und vor allem von seinen Hauptdarstellern. Catherine Zeta-Jones bringt in die Rolle des Luxus-Luders viel Eleganz und Makellosigkeit. Auch Clooney ist als eitler Womanizer perfekt besetzt. Derzeit steht er in seiner Paraderolle als cooler Gangster Danny Ocean vor der Kamera. Regie bei "Ocean's Thirteen" führt wie bereits bei den beiden Vorgänger-Filmen Steven Soderbergh. Acht Jahre wurde am Drehbuch von "Intolerable Cruelty" (Originaltitel) gearbeitet: Zunächst schrieben Robert Ramsey und Matthew Stones (das Duo verfasste bereits die Scripte zu "Life - Lebenslänglich" und "Big Trouble") daran, dann überarbeiteten es die Coens noch einmal, um der Story ihre eigene Note zu verpassen. Bei ihrem nächsten Projekt hat das Bruder-Gespann wieder einmal nichts dem Zufall überlassen und sowohl das Drehbuch verfasst als auch die Regie übernommen. Der Thriller "No Country for Old Men" wird derzeit mit dem spanischen Schauspieler Javier Bardem ("Das Meer in mir") in der Hauptrolle in New Mexico und Texas gedreht. Jan Treber |
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