(tsch) "Ein Liebesgedicht an das Ballett" nannte der "Hollywood Reporter" den Film "The Company - Das Ensemble" (2003). Genau das hatte Neve Campbell wohl auch im Sinn. Auf ihrer Idee basiert das Drama, das der "Scream"-Star auch koproduzierte. Die Schauspielerin, selbst ausgebildete Tänzerin, spielt auch die Hauptrolle in Robert Altmans dokumentarischer Inszenierung des Alltags am Chicago Joffrey Ballett. Wer sich die atemberaubenden Ballettszenen nicht entgehen lassen will, muss allerdings lange durchhalten. Das ZDF präsentiert den Tanzfilm zu sehr später Stunde erstmals im deutschen Fernsehen.
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Ry (Neve Campbell) ist jung, ehrgeizig und begabt. Sie ist eine der Tänzerinnen des Joffrey Balletts in Chicago. Unter der Regie des gnadenlos strengen und anspruchsvollen "Mr. A" (Malcolm McDowell) treiben sie und ihre Kollegen aus der renommierten "Company" den Körper immer wieder an die Grenzen des Möglichen. "Mr. A" duldet keine Schwächen und Fehler. Mit Zuckerbrot und Peitsche treibt er die Gruppe zu Höchstleistungen an. In der mutigen und ausdauernden Ry, die nebenbei nachts als Kellnerin in einem Club arbeitet, vermutet er den neuen Stern am Ballett-Himmel. Der Lehrer bietet ihr in zwei viel versprechenden Projekten die Möglichkeit, es ganz nach oben zu schaffen.
Eingebettet in diese recht dünn gesponnene Story begleitete Star-Regisseur Robert Altman das "Joffrey Ballett" über ein Jahr lang. "Ich empfinde es als Privileg, dass man mir erlaubt hat, in diese Welt einen Einblick zu bekommen", sagte der Regisseur über die Dreharbeiten. In nüchternem Dokumentar-Stil fing er den Alltag der Tänzer, den Druck, unter dem sie stehen, sowie Facetten ihres Privatlebens ein. Lediglich die Rollen der Ry (Neve Campbell), des jungen Kochs Josh (James Franco), in den sich Ry im Lauf des Films verliebt, sowie des polarisierenden Tanzlehrers Mr. A (Malcolm McDowell) besetzte Altman mit bekannten Hollywood-Gesichtern. Die restlichen "Schauspieler" sind tatsächlich Tänzer des "Joffrey Balletts".
Neve Campbell, die Tanz an der National School of Ballett in Kanada studierte, trainierte zwei Jahre lang mit dem Ensemble, um nach neun Jahren Ballett-Abstinenz wieder in Form zu kommen. Sie wollte, dass der Film sich nicht auf die wenigen Hauptdarsteller konzentrierte. Er sollte vielmehr eine Milieustudie über den "Mikrokosmos" der Company sowie das ausschließliche Leben für den Tanz werden. Leider geht darin die Handlung teilweise völlig unter. Der Film weiß sich nicht zwischen Dokumentation und Spielfilm einzuordnen. Das stört aber kaum, entschädigen doch eindrucksvolle Tanzszenen, deren Niveau weit darüber hinausgeht, was man bisher von Filmen wie "Save the last dance" (2001) oder "Center Stage" (2000) gewohnt war.
Nina Hortig
Ry (Neve Campbell) und Domingo (Domingo Rubio) sind Mitglieder des renommierten "Joffrey Balletts" in Chicago. Das Tanzen ist ihr Leben. (ZDF)
Josh (James Franco) bietet der Tänzerin Ry (Neve Campbell) Rückhalt und baut sie wieder auf, wenn sie körperlich und nervlich kurz vor dem Ende ist. (ZDF)
Der Tanzlehrer Alberto Antonelli (Malcolm McDowell) kennt keine Gnade mit seinen Schülern. Ihn stellt nur Perfektion zufrieden. (ZDF)
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