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Motörhead - Kiss of Death

Motörhead Kiss Of Death

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Mit Motörhead allgemein, und Mr. Kilmister im besonderen ist es ja schon seit Ewigkeiten so wie mit einem alten Freund, und zwar mit einem guten: Macht nichts, wenn man sich mal 'ne ganze Weile nicht gesehen hat, man kann sich drauf verlassen, dass er, wenigstens er, der gleiche alte Sack geblieben ist, dass das Bier mit ihm immer noch am besten schmeckt, dass seine Weiber-Geschichten immer noch nicht besser sind, seine Plautze immer noch nicht kleiner geworden ist. Also gut, da ist er wieder. "Sucker!" brüllt Lemmy. Ja, du mich auch, Alter. Schön, mal wieder von dir zu hören. Und jetzt bloß keine aufgesetzten Begrüßungsgesten, gar kein Grund, pathetisch oder sentimental zu werden. 'Ne kurze aber ehrliche Umarmung muss reichen. Bier auf, Lautstärke-Regler auch. Rocken!

"Kiss Of Death". Aha. Ein bisschen was muss also passiert sein seit dem letzten Mal, obwohl "Inferno" und die letzten Motörhead-Gastspiele ja so lange gar nicht zurück liegen. Dem Gevatter Tod mal wieder etwas zu nahe gekommen? Na ja. Bist halt ein alter Grenzgänger, Lemmy, und mit deinen 60 Jahren stecktst du dieses Power-Rock-Leben in Schwarz und ohne jedes Zugeständnis auch nicht mehr einfach so mir nichts dir nichts weg. Gut, dass du dich wieder aufgerappelt hast, und noch besser, dass du trotzdem so weiter machst wie immer. "God Was Never On Your Side", so nachdenklich auf einmal ... So was war nun wirklich nicht zu erwarten. Steht dir, dem Sohn eines Vikars, aber gar nicht schlecht dieses gefühlvolle Reflektieren über Gott und die Welt. Schon klar, wenn andere aus der Harte-Frontsäue-Fraktion plötzlich mit so etwas anfangen, dann wird's schnell peinlich, weinerlich, ein Hauch vom Anfang vom Ende. Aber nicht bei dir. "Why is he silent? Is he blind?" Eine einfache, aber sehr gute Frage. Ach, da könnte man noch ewig zu hören, so viel Lebenswahrheit steckt in deinen einfachen Worten. Aber natürlich ist Melancholie nicht alles, was du mitbringst. Gibt noch viel mehr zu erzählen, und das dann doch wieder im altbekannten immer schön vorwärts rausgehusteten Ton. "One Night Stand"? Gegönnt. "I love american girls", meinst du. Wer tut das nicht! Schneller Sex, die Tour, der Alk, ja, das ist schon ne ganze Menge Leben, vielleicht mehr als die meisten anderen da draußen haben. "Ain't gonna change my ways", sagst du irgendwann an diesem Abend (in "Devil I Know") mal. Wäre auch noch schöner. Immer schön weiter machen ... Wenn Lemmy und Motörhead gegangen sind, kommt man ins Grübeln. Wäre man auch gerne so wie die? Würde man tauschen wollen? Schwierige Frage. Gute Frage. Definitiv was für die nächste durchzechte Nacht, mit einem anderen guten Kumpel!

Frank Rauscher


Datum: 08.10.2006

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Diskussion: "Motörhead - Kiss of Death"

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