Kill Bill Vol. 1
Kill Bill Vol. 1(tsch) Gnadenlos zoomt die Kamera auf das blutverschmierte Gesicht der jungen Frau. Auge in Auge sieht sie sich ihrem Mörder gegenüber, der ihr zum Lebewohl mit einem Taschentuch das Blut abwischt. "Bill" ist auf dem Stoff zu lesen. Bill kennt kein Erbarmen. Doch die "Braut", wie sie genannt wird, tut das auch nicht. Als sie fünf Jahre nach dem missglückten Mordanschlag aus dem Koma erwacht, bereitet die ehemalige Profi-Killerin Beatrix Kiddo (Uma Thurman) einen blutigen Rachefeldzug vor. Ihr finales Ziel: "Kill Bill". ProSieben zeigt den ersten Teil von Quentin Tarantinos Martial-Arts-Epos (2003) nun in der Free-TV-Premiere. Anzeige Wenn Nancy Sinatra zu Beginn ihr launiges Liedchen "Bang Bang, My Baby Shot Me Down" singt, befinden wir uns schon mittendrin im verstörenden Universum des Quentin Tarantino, der gerade dabei ist, die Horror-Kurzfilmanthologie "Grind House" mit Robert Rodriguez abzuschließen. "Kill Bill" ist der vierte Film des Kult-Regisseurs, ein Action-Spektakel von mehr als drei Stunden Dauer. So viel Tarantino auf einmal wollten die Weinstein-Brüder von der Produktionsfirma Miramax den Zuschauern doch nicht zumuten, und auch ProSieben zeigt zunächst nur den ersten Teil. Wann der Sender den zweiten ausstrahlt, steht noch nicht fest. "Kill Bill Vol. 1" ist der Auftakt zu einer bildgewaltigen Hommage an die Kung-Fu-Filme der 70er-Jahre. Für die Rolle des ominösen Bill reaktivierte Tarantino denn auch David Carradine, den Star der Seventies-Serie "Kung Fu", der seinen großen Auftritt erst im zweiten Teil hat. Voll im Bilde - und das in jeder Beziehung - ist dagegen Bills Gegenspielerin: Uma Thurman (Quentin Tarantinos erklärte Lieblingsschauspielerin) spielt "Die Braut", eine Auftragskillerin, die den heimtückischen Anschlag ihres ehemaligen Chefs und Geliebten überlebt und blutige Vergeltung schwört. Als eine etwas andere Art von Superheldin, "Die Super-Ex", ist der vielseitige Hollywood-Star demnächst wieder im Kino zu sehen (Start: 19.10.). "Kill Bill Vol. 1" ist ein relativ simpel gestricktes Rachedrama. Für die Braut bedeutet das, ihre Feinde ausfindig zu machen, sich ihnen im Kampf zu stellen und sich so Schritt für Schritt auf den finalen Showdown mit Bill vorzubereiten. Zunächst muss sie zwei ihrer ehemaligen Kolleginnen von der Deadly Viper Assassination Squad, Bills Killerkommando, aus dem Weg räumen. Vernita Green (Vivica A. Fox) und die Japanerin O-Ren Ishii (Lucy Liu), die maßgeblich an dem Anschlag bei ihrer Hochzeit beteiligt waren, sind die ersten auf der Todesliste. Den Höhepunkt bildet im ersten Film die Konfrontation mit O-Ren, die mittlerweile zur Yakuza-Chefin von Tokio aufgestiegen ist. Im "Haus der Blauen Blätter", einer Art fernöstlichem Pendant zum Jack Rabbit Slim's, dem 50er-Jahre-Restaurant in "Pulp Fiction", stehen sich die beiden zum Kampf auf Leben und Tod gegenüber. Hier wird eine durch und durch stilisierte Kinowelt entworfen, die vorher von sämtlichen Bezügen zur Realität gründlich gereinigt wurde. Nirgendwo wird das deutlicher als in der perfekt choreografierten Kampfszene zwischen der Braut, O-Ren Ishii und ihren Leibwächtern, in der gleich literweise Kunstblut aus abgehackten Gliedmaßen sprudelt. Gewalt und Brutalität sind Teil einer Inszenierung, die Tarantino ganz bewusst an der Grenze zur Karikatur angesiedelt hat. Indem er unterschiedliche Genres auf ungewöhnliche Weise miteinander kombiniert, erzielt er einige durchaus ironische Effekte: etwa, wenn das Samurai-Duell zwischen den beiden Kontrahentinnen von Flamenco-Rhythmen und einem Tex-Mex-Soundtrack untermalt wird, wie er bei Spaghetti-Western üblich ist. Mit seinen typischen Dialogen hält sich Tarantino allerdings stark zurück. So mag "Kill Bill" kein zweites "Pulp Fiction" sein, doch 1,3 Millionen deutsche Kinobesucher (und eine weitere Million im zweiten Teil) zeigten, dass er allemal das Zeug zu einem weiteren Kultfilm hat. Jasmin Herzog |
| Death Proof | |
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Kinostart: 19. Juli 2007
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