(tsch) Der Action-Hit im US-Kinosommer 1994 war nicht - wie von vielen prognostiziert - Arnold Schwarzenegger als Undercover-Agent in "True Lies", sondern ein ganz normaler Linienbus aus Santa Monica. Dabei galten die tonnenschweren Vehikel bis dahin als wenig tauglich für groß angelegte Action-Szenarien: Sie können nicht so eindrucksvoll abstürzen wie Flugzeuge und nicht so dramatisch entgleisen wie Eisenbahnen. Doch in Jan de Bonts Hochgeschwindigkeitsspektakel "Speed" (1994) raste ein zur Höllenmaschine umfunktionierter Bus ungebremst durch die scharfen Kurven von Los Angeles und wurde damit zum Abräumer an den Kinokassen.
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Die Story des Films ist so einfach wie effektiv: Der terroristische Techno-Freak Payne (Dennis Hopper) bringt an einem öffentlichen Bus eine Bombe an, die sich automatisch aktiviert, sobald das Fahrzeug schneller als 50 Meilen fährt, und der Sprengstoff explodiert, sobald die Geschwindigkeit von 50 Meilen pro Stunde unterschritten wird. Da hilft nur eines: Speed. Aber der panische Tritt aufs Gaspedal von Busfahrerin Annie (Sandra Bullock), unterstützt vom Super-Cop Jack Traven (Keanu Reeves), kann den großen Knall nur hinauszögern, nicht verhindern. Spätestens, wenn der Sprit ausgeht, ist das finale Feuerwerk nicht aufzuhalten.
Auf dem Highway rund um Los Angeles ist die Hölle los: Es werden mehr Autos gecrasht als in "Blues Brothers", und die berühmte Verfolgungsjagd aus "Bullitt" wirkt im Vergleich mit den tollkühnen "Speed"-Stunts wie ein müdes Seifenkistenrennen. Das 25 Millionen Dollar teure Regie-Debüt des gebürtigen Holländers de Bont ("Twister") lässt den Adrenalinspiegel bis zuletzt nicht sinken. Hinter jeder Kurve wartet ein neues Hindernis.
"Speed" - das ist Vollblut-Kino aus Hollywood, das seinem Titel mehr als gerecht wird. Ganz im Gegensatz zu "Speed 2" (1997), der nicht mal in Ansätzen an die Spannungsdichte des Vorgängers herankam.
Die beiden damals nicht sonderlich bekannten Helden des Films, Keanu Reeves und Sandra Bullock, preschten mit "Speed" in die erste Liga der Hollywoodstars vor und waren diesen Sommer mit dem romantischen Drama "Das Haus am See", einer Neuverfilmung der koreanischen Produktion "Il Mare" (2000), ein weiteres Mal recht erfolgreich gemeinsam im Kino zu sehen.
Jan Treber
Seit Jack (Keanu Reeves) und Annie (Sandra Bullock) wissen, dass sich unter ihren Füßen eine Bombe befindet, ist ihre Busfahrt ein Horrortrip. (Twentieth Century Fox of Germany)
Annie (Sandra Bullock) lenkt den Bus auf scheinbar gefahrloses Areal: den Flughafen von Los Angeles. (Twentieth Century Fox of Germany)
Wird es dem Cop Jack Traven (Keanu Reeves) gelingen, die Bombe rechtzeitig zu entschärfen? (Twentieth Century Fox of Germany)
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