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Der 200-Jahre-Mann|
Demnächst im Fernsehen Das Fernsehen sendet nicht nur Müll. Perlen finden sich immer wieder darunter, aber wer hat schon Zeit und Lust, sie zu suchen? Wir übernehmen das: Im Cineastentreff finden Sie täglich 2-3 Filmtipps, die es lohnen, den Fernseher einzuschalten. |
Der 200-Jahre-Mann(tsch) Eigentlich war "Der 200-Jahre-Mann" (1999) eine sichere Sache: Eine romantische Tragikomödie mit Robin Williams ("Good Will Hunting") in der Hauptrolle, produziert vom "Mrs. Doubtfire"-Team und Erfolgs-Regisseur Chris Columbus, der sich mit der zweiten "Harry Potter"-Verfilmung "Die Kammer des Schreckens" eine goldene Nase verdiente. Doch die Adaption der Isaac-Asimov-Kurzgeschichte floppte. Gerade einmal 250.000 Besucher lockte "Bicentennial Man", so der Original-Titel, in die deutschen Kinos. Nun strahlt SAT.1 das Rührstück erneut aus und hofft auf deutlich höhere Zuschauerzahlen. Anzeige
Robin Williams, der ab 28. Dezember neben Ben Stiller in der Komödie "Nachts im Museum" wieder unter Chris Columbus' Regie zu erleben ist, spielt darin den liebenswürdigen Roboter Andrew NDR-114. Der soll der Familie von Sir Martin (Sam Neill) im Haushalt unter die Arme greifen. Der Blechkamerad kann kochen, putzen, die Kinder hüten und andere nützliche Arbeiten verrichten. Ein "System-Fehler" erweist sich für Andrew als einzigartiges Geschenk: Durch ihn ist er in der Lage, zu lernen, zu lachen und kreativ zu sein. Sogar echte Gefühle wie Liebe und Trauer keimen in der Maschine auf, die immer mehr als vollwertiges Familienmitglied akzeptiert wird. Der Drang nach Freiheit veranlasst Andrew jedoch eines Tages, die Martins, denen er über die Jahrzehnte hinweg treue Dienste leistete, zu verlassen. Er zieht in die Welt hinaus, in der Hoffnung, ein echter Mensch zu werden. Ein zunächst aussichtloses Unterfangen. Doch der Zufall führt ihn zu dem etwas durchgeknallten Spezialisten Rupert Burns (Oliver Platt), der Andrew seinem Ziel ein großes Stück näher bringt. Trotz nachdenklicher Töne, die Regisseur Chris Columbus anschlägt, verkommt "Der 200-Jahre-Mann" zum herzergreifenden, vor Kitsch triefendem Gefühlskino, das kein Auge trocken lässt. Sämtliche philosophischen Ansätze fallen der rührseligen Geschichte zum Opfer. So wirkt der 126-minütige Film wie der Roboter, den er thematisiert: glatt, poliert und oberflächlich. Und Robin Williams? Der verbringt die Hälfte der Zeit unter einer festgezurrten Maske aus Metall, die ihm nur das Heben der Augenbrauen erlaubt. Alexander Franck |
"Der 200-Jahre-Mann" - SAT.1 Sendetermin: |
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