(tsch) Was wäre diesen jungen Menschen alles erspart geblieben, wenn sie auf ihre Eltern gehört hätten? "Nimm keine Anhalter mit! Du weißt nie, wer zu dir ins Auto steigt." Solche wohlmeinenden Ratschläge besorgter Erziehungsberechtigter muss fast jeder Führerscheinneuling über sich ergehen lassen. Die fünf Twens, die im Minibus durch Texas tuckern, hören allerdings schon lange nicht mehr auf ihre Eltern. Wir befinden uns in den frühen 70-ern. Als sie irgendwo im Niemandsland eine verstörte Tramperin einsammeln, wird aus ihrem Wochenendausflug ein Trip in die private Hölle des hünenhaften Serienschlächters Thomas Hewitt alias Leatherface.
Anzeige
"Blutgericht in Texas" hieß der Low-Budget-Streifen, mit dem Regisseur Tobe Hooper 1974 das Horror-Genre revolutionierte. Fast 30 Jahre später versuchten sich der deutsche Videoclip-Regisseur Marcus Nispel und sein Produzent Michael Bay ("Bad Boys 2", "Die Insel") an einem Remake - mehr oder weniger erfolglos, denn im deutschen Kino wollten "Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre" (2003) nur knapp 230.000 Zuschauer sehen. Jetzt gibt's die Horrorschlacht als Free-TV-Premiere bei ProSieben.
Von der Schockwirkung, die das Original seinerzeit erzielte, ist das Remake meilenweit entfernt. Während es Hooper auf beeindruckende Weise gelang, Gewalt nicht nur darzustellen, sondern für den Zuschauer im Kinosessel geradezu erleb- und spürbar zu machen, reiht sich Nispels Neuauflage problemlos in den kommerziellen Teen-Horror ein, den Hollywood seit Wes Cravens "Scream" genauso gnadenlos ausschlachtet wie Leatherface seine unglückseligen Opfer. In diesem Fall die schönen Jungschauspieler Jessica Biel ("Stealth"), Jonathan Tucker (ab 16. November im Kinohorror "Pulse - Du bist tot, bevor du stirbst" zu sehen) und Eric Balfour ...
Es ist erstaunlich, dass Tobe Hooper für Nispels Remake anerkennende Worte gefunden hat, denn vom Geist des Originals ist nichts mehr zu spüren. Dort, wo Gewalt nur angedeutet, niemals aber explizit gezeigt wurde, setzte Nispel auf Blut- und Splattereffekte, die ganz dem dumpfen Hinterwäldler-Horror von Filmen wie "Wrong Turn" oder "Cabin Fever" entsprachen. Das Kannibalismus-Motiv fällt in der Neufassung völlig weg. Warum Leatherface (Andrew Bryniarski), der Metzler mit der Kettensäge, zum blutrünstigen Monster geworden ist, wird im Gegensatz zum Original nie völlig klar, soll aber ein Prequel klären, das Mitte Dezember in die Kinos kommt: "Texas Chainsaw Massacre: The Beginning". Wieder produziert Michael Bay den Streifen. Zeitgleich realisiert der Mann auch eine Leinwandadaption der Trick- und Spielzeugserie "Transformers". Die intergalaktische Robo-Schlacht soll am 4. Juli 2007 vom Multiplex-Zaun brechen.
Gerd Hilber
Tief im Wald leben eine seltsame Familie von Kannibalen und ein merkwürdiger Mann, dessen Lieblingswaffe eine Kettensäge ist: Leatherface (Andrew Bryniarski). (ProSieben / Constantin Film)
Ahnen nicht, dass sie direkt in eine Falle laufen, aus der es kein Entkommen gibt: Andy (Mike Vogel) und Erin (Jessica Biel). (ProSieben / Constantin Film)
Schöne Menschen, die hässlich zu grunde gehen (von links): Kemper (Eric Balfour), Morgan (Jonathan Tucker), Erin (Jessica Biel), Andy (Mike Vogel) und Pepper (Erica Leerhsen). (ProSieben / Constantin Film)
Produzent Bernd Eichinger erklärt die RAF: "Der Baader Meinhof Komplex" ist Zeitgeschichte für jedermann, ohne Meinung und Wertung. Die Verfilmung des gleichnamigen Sachbuch-Bestsellers von Ex-Spiegel-Chef ...
"It ain't about the money" - ums Geld sei es ihm nicht gegangen -, erklärte Wesley Snipes, als er im April 2008 wegen Steuerhinterziehung verurteilt wurde. Der "Blade"-Star, der bislang auf Kautionsbasis ...
Jeremy Renner aus "The Hurt Locker"? Sam Worthington aus "Terminator - Die Erlösung"? Oder vielleicht Tom Hardy aus "RocknRolla"? Im Moment sieht es danach aus, als würde Hardy das Rennen machen - und ...
Der Kampf gegen den internationalen Terror hat längst auch in Hollywood Einzug gehalten: Regisseur Peter Berg drehte mit der Unterstützung von Produzent Michael Mann einen Film über Selbstmordanschläge ...
Von einer Vertragsverlängerung mit "Mission: Impossible"-Star Tom Cruise sah man bei der Produktionsfirma Paramount nach dem enttäuschenden dritten Teil der Agentenreihe 2006 erst mal ab. Inzwischen scheint ...
Gibt es eine Zukunft für „Terminator“ ohne Arnold Schwarzenegger? Dank Regisseur McG lautet die Antwort Ja. Er schaffte es, der Kult-SciFi-Reihe aus den Achtzigern einen Zeit-adäquaten Look zu verpassen, ...
Anzeige
Konzert-DVD im Stream Gentleman am 27.04. ab 20.00 Uhr als » Musikstream