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Fluch der Karibik

Fluch der Karibik

(tsch) Die goldenen Zeiten der Piratenfilme von Errol Flynn bis Burt Lancaster verabschiedeten sich Ende der 50er-Jahre, Ende der 70-er galten die Freibeuter als Kassengift. Reanimierungen wie "Die Piratenbraut" (1995) erlitten Schiffbruch. Dann aber kam der "Fluch der Karibik", den ProSieben nun als Free-TV-Premiere zeigt. Weit über 600 Millionen Dollar spielte er nach 2003 weltweit ein. Platz 23 in der ewigen Bestenliste. Doch die Fortsetzung, die dieses Jahr in die Kinos kam, legte noch eine halbe Milliarde Dollar drauf. Und steht nun auf Rang drei.

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"Neue Piraten braucht das Land", dachte sich das Team um den Produzenten Jerry Bruckheimer und ließ Johnny Depp mit Captain Jack Sparrow eine Figur erschaffen, wie sie das Genre noch nie gesehen hat. Er taucht in der Hafenstadt Port Royal auf, sieht aus wie ein Hippie-Penner und spricht mit einer Mimik und Betonung, als ob er sich nie von einem Schlag mit dem Großsegel auf den Hinterkopf erholt hätte. Er wirkt leicht tuntig, ist bemitleidenswert und abgebrüht zugleich. Er verkörpert den besten und schlechtesten Piraten in einer Person: Als fauler Kerl nimmt er immer eine Abkürzung und weicht einem Kampf lieber aus. Kaum bemerkt er jedoch Zuschauer, beginnt er sich zu profilieren und zeigt seine Fähigkeiten.

Johnny Depp ist mutig genug, einen Charakter zwischen den Extremen zu entwerfen und hält ihn bis zum Ende überzeugend durch, was ihm eine Oscarnominierung einbrachte. Trotz seiner Extravaganz steht er als Held für positive Anarchie und für das Recht eines Mannes, auf alle Gesetze zu pfeifen und nach den eigenen Regeln zu leben, ganz nach dem romantischen Piratenmythos eben, allerdings cartoonhaft interpretiert.

Ganz anders treten seine Gegenspieler auf, ebenfalls Piraten. Captain Barbossa (Geoffrey Rush) und seine Crew haben nichts Attraktives mehr. Das merkt auch schnell die von den abstoßenden Männern bei einem Überfall von Port Royal entführte Tochter des Gouverneurs, Elizabeth (Keira Knightley). Doch Rettung naht, schließlich haben ihr Freund aus Kindertagen, Will Turner (Orlando Bloom), und Captain Jack Sparrow die Verfolgung aufgenommen. Sparrow jagt dabei der Black Pearl nach, einem Schiff, das einst ihm gehörte und auf dem Barbossa jetzt segelt. Turner geht es dagegen um seine verlorene große Liebe. Mit dem schnellsten Schiff der britischen Flotte - natürlich gekapert - und einer zusammengewürfelten Mannschaft wollen sie den Piraten das Handwerk legen. Doch noch ahnen die beiden Draufgänger nicht, dass sie nicht nur besonders bösartigen Piraten auf der Spur sind, sondern sich mit einem Geisterschiff anlegen.

Seegefechte, Prügeleien, fliegende Kanonenkugeln, Schwertkämpfe, einsame Inseln und Fässer voll Rum - "Fluch der Karibik" (Regie: Gore Verbinski) fährt alle Genrestandards auf und bietet mit den Zombie-Piraten einen interessanten Neuzugang. Ansonsten geht Verbinski mit aus dem Computer stammenden Effekten sehr sparsam um, anders als in der Fortsetzung übrigens, die weit mehr als das Original als Popcorn-Movie angelegt ist und weniger Charme besitzt. Der dritte und letzte Teil kommt am 27. Mai 2007 in die Kinos.

Tom Ruder


Captain Jack Sparrow (Johnny Depp) avancierte mit "Fluch der Karibik" zu einer Kultfigur im Kino.
Captain Jack Sparrow (Johnny Depp) avancierte mit "Fluch der Karibik" zu einer Kultfigur im Kino. (ProSieben / Disney / Jerry Bruckheimer)

Als Elizabeth von Barbossas Männern verschleppt wird, machen sich Will (Orlando Bloom, rechts) und Jack Sparrow (Johnny Depp) zusammen an die Verfolgung der "Black Pearl".
Als Elizabeth von Barbossas Männern verschleppt wird, machen sich Will (Orlando Bloom, rechts) und Jack Sparrow (Johnny Depp) zusammen an die Verfolgung der "Black Pearl". (ProSieben / Disney / Jerry Bruckheimer)

Auf der Mannschaft und seinem Captain Barbossa (Geoffrey Rush, Mitte) liegt ein grausamer Fluch.
Auf der Mannschaft und seinem Captain Barbossa (Geoffrey Rush, Mitte) liegt ein grausamer Fluch. (ProSieben / Disney / Jerry Bruckheimer)

Datum: 15.10.2006

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