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Cop Land

Cop Land

(tsch) Der Italian Stallion kehrt zurück. 30 Jahre nachdem ihn "Rocky" (1976) zum Superstar machte, will es Sylvester Stallone noch einmal wissen und steigt unter eigener Regie erneut in den Ring. Der mittlerweile sechste Film der Box-Saga mit dem Titel "Rocky Balboa" startet am 5. April 2007 in den Kinos. Zehn Jahre früher, 1997, wagte Sly den bislang mutigsten Schritt seiner Karriere: Er machte aus sich selbst einen neuen Typ, um in James Mangolds Polizeithriller "Cop Land" (1997) spielen zu dürfen, der nun bei kabel eins in einer Wiederholung gezeigt wird.

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Fast 20 Kilogramm nahm er zu, um die Figur des naiven Vorstadtpolizisten Freddy überzeugend darzustellen. Doch die Kilos sind nur die halbe Wahrheit. Viel wichtiger als das ist, was Stallone verloren hat. Seine Seele als Action-Held scheint es niemals gegeben zu haben, niemals das wütende Feuer in den Augen. Bisweilen ist "Cop Land" die Rückkehr zu den Anfängen. Dem Betrachter kommen Stallones erste Auftritte als "Rocky" in den Sinn - jene Hilflosigkeit, die diese Figur damals ausmachte, hat auch Freddy in sich. Nach einem Hörschaden wurde dem Polizist die große Chance auf eine Karriere ebenso genommen wie sein Selbstbewusstsein. Lethargisch lässt er die Ereignisse in dem kleinen New Yorker Vorort Garrison über sich ergehen, sorgt im Rahmen seiner bescheidenen Möglichkeiten für Ordnung auf den Straßen - wohl pflichtbewusst, doch ohne Illusionen.

Insgeheim jedoch gehört der Ort seinen Kollegen aus New York, die sich mit ihren Familien nach Garrison zurückgezogen haben. Ray Donlan (Harvey Keitel) ist einer von ihnen, er besitzt Kontakte zur Mafia. Rays Neffe Murray (Michael Rapaport), ebenfalls ein Cop, ist für den Tod von zwei Schwarzen verantwortlich. Sein Onkel versucht ihn zunächst zu decken und ersinnt einen Plan, von dem auch Rays Ex-Partner Moe Tilden (Robert De Niro) Wind bekommt, jetzt zuständig für die Aufklärung polizeiinterner Angelegenheiten. Es verwundert nicht, dass Freddy am Ende das Zünglein an der Waage ist. Dass es ihm obliegt, über seinen Schatten zu springen und den Dienst nach Vorschrift ein einziges Mal hinter den Sinn für Recht und Ordnung zu stellen.

Der Regisseur James Mangold, der bis zu "Cop Land" erst einen einzigen Spielfilm drehte, führte das Drama ohne Schnörkel, schuf eine düstere Atmosphäre, die den glänzend kantigen Darstellern De Niro und Keitel Raum zur Entfaltung gibt. Stallone wirkt in alldem fremd, und genau das braucht der Film, um seine ganze Kraft auszuspielen.

Jan Treber


Nach einem Hörschaden erfüllt Freddy Heflin (Sylvester Stallone) seinen Job als Sheriff nicht mehr allzu gut.
Nach einem Hörschaden erfüllt Freddy Heflin (Sylvester Stallone) seinen Job als Sheriff nicht mehr allzu gut. (kabel eins / Kinowelt Filmverleih)

Freddy (Sylvester Stallone, rechts), und Moe (Robert De Niro) erfahren, wo sich Murray versteckt hält.
Freddy (Sylvester Stallone, rechts), und Moe (Robert De Niro) erfahren, wo sich Murray versteckt hält. (kabel eins / Kinowelt Filmverleih)

Moe Tilden (Robert De Niro) ist zuständig für die Aufklärung polizeiinterner Angelegenheiten.
Moe Tilden (Robert De Niro) ist zuständig für die Aufklärung polizeiinterner Angelegenheiten. (kabel eins / Kinowelt Filmverleih)

Datum: 17.10.2006

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