Red Planet
Red Planet(tsch) "Red Planet" ist ein Film, den vermutlich niemand bemerkt hätte, würde er nicht zwei wesentliche Faktoren erfüllen: 1. Er war sündhaft teuer. Und 2. Er ist mit Val Kilmer und "Matrix"-Girl Carrie-Anne Moss durchaus prominent besetzt. Regie führte Debütant Antony Hoffman, der bis dato vor allem als Werbefilmer auf sich aufmerksam machte. Für einen Budweiser-Spot beim Superbowl 1997 ließ er Zwergpinscher Football spielen und wurde dafür in Cannes mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Anzeige Diesmal geht's nicht um kleine Hunde, sondern um nichts weniger als die Errettung der Welt. Worum auch sonst? Irgendwann, so in 20 Jahren, wird es sicher sein, dass die Umweltzerstörung auf der Erde nicht mehr aufzuhalten ist. Deshalb werden Algen auf dem Mars ausgesetzt, die dort Sauerstoff produzieren und auf diese Weise die Grundlage für eine bewohnbare Ausweichwelt schaffen sollen. Im Jahr 2050 kommen die Systeme auf dem Roten Planeten aus unerklärlichem Grund zum Erliegen. Das Raumschiff "Mars I" soll unter der Leitung von Commander Bowman (Carrie-Anne Moss) hinfliegen und das Rätsel lösen. Mit an Bord: der Ingenieur Robby Gallagher (Kilmer, ab 14. Dezember in dem Sci-Fi-Thriller "Déjà vu" zu sehen), der "Terraforming"-Experte Dr. Pettengil (Simon Baker), der Genetiker Burchenal (Tom Sizemore), der wissenschaftliche Leiter Chantilas (Terence Stamp) sowie Co-Pilot Ted Santen (Benjamin Bratt). In dem Umlaufbahn angelangt, erfasst das Raumschiff in bester "Enterprise"-Manier eine Art Sonnenprotonen-Sturm, der für einen irreparablen Schaden sorgt. Das Lande-Shuttle muss flugs abgekoppelt werden, nur Bowman bleibt an Bord und kämpft dort gegen allerlei Brände. Der Rest ploppt wie ein Flummi auf die Marsoberfläche, das Shuttle ist ramponiert. Fortan pendelt die Erzählung hin und her zwischen oben und unten. Auf dem Planeten müssen sich die Männer mehr oder minder tödlichen Gefahren erwehren. Dabei erfindet das Drehbuch von Jonathan Lemkin, das auf der Basis einer Story von Chuck Pfarrer entstand, keineswegs schleimige oder gar grüne Marsmännchen, sondern hetzt große Roboter und kleine Käfer auf die Crew. Auffälligster Kontrahent ist ein Roboter namens AMEE - "Autonomous Mapping Evaluation and Evasion" - der durchaus Charakter hat. Technisch überzeugt "Red Planet": Gelungene Animationen und ein gefällig kreierter Planet sorgen für - wenn man so will - eine gewisse Glaubwürdigkeit. Leider kann der Film jedoch dem bekannten Thema der Verlorenen im All nur wenig neue Akzente abringen. Wie schon bei Captain Kirk und Co. vor 40 Jahren geht es lediglich darum, was wohl hinter der nächste Ecke lauern wird. Dementsprechend reagierte das Publikum. In Deutschland hatte der Film gerade einmal gut 250.000 Zuschauer. Viel zu wenig. Die Expedition war gescheitert - ebenso die Kinokarriere von Antony Hoffman. Bernd Fetsch |
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