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Soul Asylum - Silver Lining

Soul Asylum The Silver Lining

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Mit ihrem "Runaway Train" definierten Soul Asylum das Genre des Alternative ganz entscheidend mit. Sie zeigten, dass es im Rock der frühen 90er-Jahre am Ende des Tages meistens eben doch um den Song, um die richtige Melodie ging - und die Sache mit der angeblichen D.I.Y-Attitüde, mit den Karohemden und dem Punk-Spirit eher Mode als Teil einer Bewegung war. Das verschafft ihnen ein etwas unglückliches Standing - und als Fan musste man damals oft erklären, dass die in den 80er-Jahren richtig gut waren und eben Songs abseits der Konventionen schrieben. Doch trotzdem, im Unterschied zu anderen Alternative-Ikonen wie Lemonhead Evan Dando oder Pearl Jam, schafften Soul Asylum es nicht, am Puls der Zeit zu bleiben. Als Alternative Mitte der 90er-Jahre seine MTV-Slots für HipHop und R'n'B räumen musste, war die Band aus Minneapolis weg. Vergessen, innerhalb von zwei, drei Jahren. Jetzt erscheint mit "The Silver Lining" ein neues Album.

Acht Jahre lang war es still um Soul Asylum, und in diesen Jahren passierte eine ganze Menge, auch in der Rockmusik. Bands wie Nickleback oder Creed transportierten die Trümmer des Alternative Rock willfährig in den Mainstream, der Underground bewegte sich Richtung Lofi und Pop. Soul Asylum tun das Einzige, was einer Band in ihrer Position, die zudem mit dem Tod von Bassist und Gründungsmitglied Karl Mueller zu kämpfen hatte, eben übrig bleibt: Sie ignorieren diese nicht so günstigen Umstände und veröffentlichen genau das, was man von ihnen erwartet: einen Longplayer, der eine gute Stunde absolut mitskandierbares Material liefert, das ohne Weiteres Soul Asylum zuzuordnen ist.

Ein Mainstream-Hit wie "Runaway Train" wird für Pirner und Co. nicht mehr rausspingen - trotzdem ist "The Silver Lining" eine sehr ordentliche Platte geworden. Klar, wer auf Pirners Stimme nicht klarkommt, wen dieses tatsächlich manchmal an die nun wirklich nicht so referenzpflichtigen Smokie erinnernde Organ schlicht nervt - der macht hier beim ersten Song aus. Schade, denn "Stand Up To Be Strong" ist eine euphorisierende Rock-Nummer mit ordentlich Energie und schöner Hookline. Weiter dick auf der Haben-Seite: "Crazy Mixed Up World", in den USA wohl die erste Single und ein netter Midtempo-Track, das Distortion-lastige "Bus Named Desire" und "Success Is Not So Sweet": Wäre schön, wenn sich da auch jemand außerhalb der mittlerweile dramatisch geschrumpften Fanbase für interessieren würde.

Jochen Overbeck


Datum: 20.09.2006

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Diskussion: "Soul Asylum - Silver Lining"

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