(tsch) "Ich habe die Nase voll von all den Idioten", gestand Sean Connery vergangenes Jahr und meinte es wohl ernst: Leute, die nicht wissen, wie man gute Filme macht, seien ihm zuwider. Deswegen kehrte der Mann, der einst Bond war, dem Filmgeschäft den Rücken - obgleich nun gemutmaßt wird, er würde in "Indiana Jones 4" mitwirken. 44 Jahre ist es mittlerweile her, dass Regisseur Terence Young mit seinem ersten Agenten-Thriller "James Bond jagt Dr. No" einen Überraschungserfolg landete. Wenig später war Sir Sean Connery in der Fortsetzung als Frauenheld und Jäger des Bösen zu sehen. Seither entstanden 19 weitere Teile. Der jüngste, "Casino Royale", läuft am 23.11. in den deutschen Kinos an.
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In James Bonds zweitem Fall geht es sowohl um das gefährliche Aufeinandertreffen mit den Russen als auch mit einer Spionageorganisation: Der smarte Geheimagent soll in Istanbul der jungen Russin Tatjana (Daniela Bianchi) die Flucht in den Westen ermöglichen und dafür von ihr den Zugang zur neuen sowjetischen Dechiffriermaschine "Lector" erhalten. Doch das ist nur ein abgekartetes Spiel von Dr. Nos Verbrecherbande, um 007 zu erledigen. Die will nämlich den Tod ihres Anführers rächen. Mit Qs (Desmond Llewelyn) Spezial-Koffer bewaffnet, macht sich James Bond mit der Lizenz zum Töten auf den Weg nach Istanbul. Ziel: die Dechiffriermaschine ergattern und Tatjana außer Landes schaffen.
Die zahlreichen Action-Szenen, in denen sich die Gegner Helikopter- und Schnellboot-Verfolgungsjagden liefern, bedeuteten für Terence Young damals fast das Ende seiner steilen Karriere: Während der Dreharbeiten stürzte er zusammen mit einem Kameramann aus einem Hubschrauber ins Meer. Doch die Insassen überlebten durch reines Glück den Unfall unverletzt. Viele der Szenen, die in den 60er-Jahren das Publikum begeisterten, wirken heute zwar reichlich antiquiert, bedeuteten aber große Herausforderungen für die einstigen Special-Effects-Fachleute. Für die damalige Zeit waren insbesondere die Schauplätze außergewöhnlich, an die es die Darsteller führte: Neben der 007-Heimatstadt London standen unter anderem Istanbul und Belgrad auf dem Plan.
Ein Ende des James-Bond-Erfolgs ist noch immer nicht in Sicht. Zwar sorgte die Besetzung der Rolle des charmanten Geheimagenten in "Casino Royale" mit dem blonden Daniel Craig für Furore. Die Kinokassen wird er aller Voraussicht nach dennoch klingeln lassen - für einen Flop ist die Marke Bond zu etabliert.
Julia Schöppner
James Bond (Sean Connery) wird vom britischen Geheimdienst nach Istanbul ins russische Konsulat geschickt, um eine Dechiffriermaschine zu entwenden. (kabel eins / United Artists)
James (Sean Connery) kann es einfach nicht lassen: Mit der schönen Russin Tatjana (Daniela Bianchi) hat der smarte Agent eine Liebesaffäre. (kabel eins / United Artists)
Die Gegner liefern sich gefährliche Verfolgungsjagden: Die Verbrecherorganisation "Phantom" jagt Bond (Sean Connery) und Tatjana (Daniela Bianchi). (kabel eins / United Artists)
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