(tsch) "The Ring" hatte 2002 in Deutschland knapp eine Million Zuschauer im Kino. Der Horrorfilm, ein Psycho-Schocker, in der Furcht erregend authentisch und dicht gehaltenen Bildsprache eines "Blair Witch Project", wird nun - etwas überraschend bei der ARD - zum ersten Mal im deutschen Free-TV gezeigt - gleich nach Hansi Hinterseers Primetime-Sause, eingebettet in eine gruselige Vor-Halloween-Nacht (um 0.40 Uhr folgt "John Carpenters Vampire", später auch noch "Achanid" und "Poltergeist III").
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"Piraten der Karibik"-Regisseur Gore Verbinski gelang mit Naomi Watts, Brian Cox, Martin Henderson, David Dorfman und Daveigh Chase in den Hauptrollen ein ebenso brillantes wie spannendes Remake des japanischen Originals "Ringu", das sich fast sensationell als Blockbuster entpuppte. "The Ring 2" lief vor eineinhalb Jahren in den deutschen Kinos, mit demselben Cast, aber inszeniert von Hideo Nakata, der auch beim japanischen Original Regie führte, und etwas bescheidenerem Erfolg.
Im ersten Teil, der, obwohl er ohne vordergründige Brutalität auskommt, definitiv nichts für schwache Nerven ist, erliegt die Nichte der jungen Journalisten Rachel Keller (Naomi Watts) eines Abends ohne ersichtlichen Grund einem Herzinfarkt. Das Gerede um ein geheimnisvolles Video, nach dessen Konsum man genau sieben Tage später sterben soll, hält sie für Hokuspokus. Dennoch entschließt sie sich auf Drängen ihrer Schwester und aufgrund ihrer eigenen Neugier, der Sache nachzugehen.
Auf dem Bildschirm offenbart sich ein Gruselkabinett bizarrer Videoaufnahmen: Riesige Insekten kriechen durchs Bild, tote Pferde treiben in der Brandung, eine Frau stürzt sich von einer Klippe, und am Schluss ist da ein scheinbar glühender Ring inmitten eines finsteren Strudels. Unmittelbar nach dem Ende des Videos läutet das Telefon. Rachel hebt ab und hört eine Kinderstimme flüstern: "Sieben Tage". Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. "The Ring" ist kein einfacher Splatter-Schocker. Verbinski nutzt wesentlich subtilere Stilelemente, zeigt also nicht das Grauen selbst, sondern spielt mit den Grundängsten. Dabei bekommen Musik, Geräusche, Schnitt und Belichtung eine vordergründige Bedeutung.
Alexander Franck
Rachel (Naomi Watts) versucht, der toten Samara (Daveigh Chase) endlich Seelenfrieden zu schenken. (ARD / Degeto)
Mit Hilfe ihres Freundes Noah (Martin Henderson) untersucht Rachel (Naomi Watts) das mysteriöse Videoband. (ARD / Degeto)
Die Freundinnen Katie (Amber Tamblyn, links) und Rebecca (Rachael Bella) ahnen nicht, welches Grauen ihnen bevorsteht. (ARD / Degeto)
Datum: 28.10.2006
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