logo
Anzeige

Wild Wild West

Wild Wild West

(tsch) Früher, als der Duke noch durch die Prärie ritt und dort für Recht und Ordnung sorgte, war der Staub des wilden Westens noch so nah, dass er dem Betrachter in den Zähnen knirschte. Als John Wayne ging, starb das Genre - langsam, aber stetig. Wiederbelebungsversuche wie etwa "Der mit dem Wolf tanzt" oder "Erbarmungslos" waren nur kurzzeitig erfolgreich. 1999 wagte sich Regisseur Barry Sonnenfeld an eine völlig neue Interpretation des Themas. Auf der Grundlage einer Story, die von nicht weniger als sechs Autoren ersonnen wurde, vermischte er Elemente des Westerns mit Science-Fiction, Action und Komödie: "Wild Wild West" zeigt vox nun zur besten Sendezeit.

Anzeige

 

Es lag nahe, dem "WWW"-Experiment eine gewisse Unentschlossenheit vorzuwerfen. Für einen Western zu clean, für einen Actionfilm zu wenig Action, für eine Komödie zu wenig spaßig und für Science-Fiction eben mit dem wilden Westen die falsche Zeit und eine gewöhnungsbedürftige Umgebung. Pure Glückssache wäre es gewesen, hätte sich das alles zu einem harmonischen Ganzen gefügt. Dass "Wild Wild West" dennoch zumindest in den USA ein ordentlicher Erfolg beschieden war, liegt an der ungeheuren Starpower, mit der der Blockbuster gesegnet wurde. Doch die Neugier an den Kinokassen legte sich nach ein, zwei furiosen Auftaktwochen schnell.

Es ist das Jahr 1869. Will Smith spielt den Regierungsbeamten Jim West, der gemeinsam mit seinem Partner Artemus Gordon (Kevin Kline) den Auftrag erhält, das Verschwinden bekannter Wissenschaftler aufzuklären. Die Grundkonstellation "Gut gegen Böse" könnte in ihrer Struktur einem Bond-Film entliehen sein. Denn der dunklen Seite steht ein überaus charismatischer Bösewicht mit dem markanten Namen Dr. Arliss Loveless vor, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Macht im Wilden Westen an sich zu reißen. Seine futuristische Vision: Die Wissenschaftler mögen ihm eine Riesenspinne und allerlei andere Scheußlichkeiten bauen, die alles platt machen, was sich Loveless in den Weg stellt.

Die Vorstellung Kenneth Branaghs in der Rolle des durch und durch Bösen gereichte als Bewerbungsfilm für eine 007-Produktion. Um so enttäuschender war da der Auftritt des Duos Smith / Kline. Natürlich werden Erinnerungen wach an die "Men in Black", Will Smith und Tommy Lee Jones, zumal auch sie 1997 von Barry Sonnenfeld in Szene gesetzt wurden. Da stimmte die Chemie. Diesmal jedoch sind die Dialoge weit uninspirierter, manchmal haben sie das Niveau eines mäßig witzigen Bühnenkalauers. Wer Smith nach all seinen Actionkomödien-Auftritten der letzten Jahre mal wieder in einer ernsten Rolle sehen möchte, der hat ab 11. Januar 2007 Gelegenheit. In "Das Streben nach Glück" spielt er einen allein erziehenden, überaus glücklosen New Yorker Vertreter ...

Tom Ruder


Gemeinsam mit dem Geheimagenten Artemus Gordon versucht Jim West (Will Smith), ein formidabler Schütze und zäher Kämpfer, einem bösen Wissenschaftler das Handwerk zu legen.
Gemeinsam mit dem Geheimagenten Artemus Gordon versucht Jim West (Will Smith), ein formidabler Schütze und zäher Kämpfer, einem bösen Wissenschaftler das Handwerk zu legen. (vox)

Die Geheimagenten Artemus Gordon (Kevin Kline) und Jim West versuchen sich gegen die Angriffe der stählernen Riesenspinne zu verteidigen.
Die Geheimagenten Artemus Gordon (Kevin Kline) und Jim West versuchen sich gegen die Angriffe der stählernen Riesenspinne zu verteidigen. (vox)

Der böse Dr. Loveless hat mit den von ihm entführten Topwissenschaftlern des Landes eine stählerne Riesenspinne gebaut, mit deren Hilfe er alle Macht an sich reißen will.
Der böse Dr. Loveless hat mit den von ihm entführten Topwissenschaftlern des Landes eine stählerne Riesenspinne gebaut, mit deren Hilfe er alle Macht an sich reißen will. (vox)

Datum: 06.11.2006

Artikel ID 176153

Weitere Artikel, die Sie interessieren könnten:

    Fräulein Smillas Gespür für Schnee
    Über 40 Begriffe sollen die Eskimos in ihrem Wortschatz haben, allein um Schnee zu benennen. Ein Zeichen dafür, welch hohe Bedeutung die weißen Flocken für dieses Volk haben. Die Kenntnisse über das gefrorene ...

    Drehbeginn für "Tannöd" ist im April 2008
    Allein in Deutschland verkaufte sich der Roman "Tannöd" von Andrea Maria Schenkel knapp 400.000 Mal. Nun wird die Kriminalgeschichte von Wüste Film ("Gegen die Wand") und Constantin Film ("Der Untergang") ...

    There Will Be Blood
    Nach seinem eher kleinen Zwischenfilm „Punch-Drunk Love“ wagt sich Paul Thomas Anderson zum ersten Mal seit „Magnolia“ (1999) wieder an ein großes Drama. Die Filmlänge von 158 Minuten ist nicht untypisch ...

    Das Geisterhaus
    "Der Film ist so gut, wie ich es mir nach dem Lesen des Drehbuchs gewünscht habe." Oscarpreisträger Jeremy Irons, der als schwieriger Partner im Filmgeschäft und als Perfektionist gilt, zeigte sich nach ...

    Die Liebe in den Zeiten der Cholera
    Regisseur Mike Newell wagt eine Verfilmung des lange als unverfilmbar geltenden Bestsellers von Literaturnobelpreisträger Gabriel Garcia Marquez. Das Leinwandepos handelt von großen Mythen – der Unvergänglichkeit ...

    Abbitte
    Das spätviktorianische England des Jahres 1935, ein nobler Landsitz. Schöne Menschen, die "very british" ihren Müßiggang pflegen und sich Beschäftigungen wie dem Schreiben widmen. Was zunächst klingt, ...


 
Anzeige
livedome
Konzert-DVD im Stream
Gentleman
Gentleman am 27.04. ab 20.00 Uhr als » Musikstream

Anzeige
.
Partner von Fantastic Zero


itemid = 35 - id = 2108 - task = view - option = com_content - limitstart= 0