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Das kleine Arschloch und der alte Sack - Sterben ist scheiße

Das kleine Arschloch und der alte Sack - Sterben ist scheiße

(tsch) Na Mahlzeit. Das Arschloch ist zurück. Samt nervigem Opa und armseligem Nachbarshund. Unter dem mehr als spröden Titel "Das kleine Arschloch und der alte Sack - Sterben ist scheiße" kehrt eine der erfolgreichsten deutschen Zeichentrickfiguren auf die Leinwand zurück und tut dort genau das, was von ihr erwartet wird.

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Walter Moers, seines Zeichens Comic-Zeichner, Illustrator und Autor, hat deutschen Kindern - und nicht nur denen - eine der schönsten Figuren geschenkt, den Käpt'n Blaubär. Der ist nicht nur fester Bestandteil des allwöchentlichen Sonntagvormittag-Programms "Die Sendung mit der Maus", 1999 schaffte er es sogar auf die Leinwand und lockte immerhin rund 1,3 Millionen Besucher in die Kinos. Doch Moers macht's auch für Erwachsene, und da liebt er es deftig, despektierlich und politisch so inkorrekt wie nur irgend möglich. Beste Beispiele: seine Hitler-Persiflage "Adolf, die Nazisau" und natürlich "Das kleine Arschloch", das 1997 unter der Regie des Animations-Ausnahmekönners Michael Schaack ("Werner - Das muss kesseln!!!") und dessen TFC Trickcompany auch verfilmt wurde.

Jetzt steht die von Schaack und Co-Regisseur Konrad Weise verantwortete Fortsetzung des Animations-Blockbusters, der vor knapp zehn Jahren sogar die Drei-Millionen-Zuschauer-Marke durchbrach, auf dem Programm. "Das kleine Arschloch und der alte Sack", Untertitel "Sterben ist scheiße", beginnt damit, dass der Opa vom Kleinen Arschloch versehentlich lebendig begraben wird und nun in der Hölle schmort. Während der eifrige Enkel diverse höchst unorthodoxe Versuche unternimmt, den Großvater wieder ins Leben zurückzuholen, macht es sich der Alte Sack beim Teufel so richtig gemütlich - nicht süchtig machende Drogen und 1000 nymphomane Krankenschwestern inklusive ...

Dieser rote Faden - die Ableitung vom rotzfrechen Kultcomic ist dabei unübersehbar - wird immer wieder durch diverse Exkurse unterbrochen. Zum Beispiel, wenn der kleine Anarchist mit dem übergroßen Riechorgan - fast fragt man sich, warum Tom Tykwer ihn nicht für "Das Parfum" berücksichtigte - den bedauernswerten Nachbarshund für abscheuliche Tierversuche missbraucht, oder wenn zwei vom populären Frankfurter Comedy-Duo "Badesalz" synchronisierte Flugenten in luftiger Höhe über das Leben des Federviehs im Allgemeinen und über fürchterliche Flugangst im Besonderen philosophieren.

All das passiert auf technisch hohem Niveau, wobei Walter Moers' minimalistischer Zeichenstil ebenso wie dessen perfekte Farbgebung exakt übernommen wurden. Die Gags variieren von gotteslästerlich über ordinär bis frauenfeindlich und erreichen generell nur Gegenden, die sich weit unter der Gürtellinie befinden.

Der Wortwitz dominiert den Bildwitz und zielt auf ein (jüngeres) männliches Publikum. Das sollte sich denn auch bestens amüsieren - wozu die Sprecher ihr Scherflein beitragen; darunter der unvermeidliche Helge Schneider ("Jazzclub - Der frühe Vogel fängt den Wurm") als nuschelnder Alter Sack und Newcomerin Ilona Christina Schulz, die dem zweiten Titelhelden genau die richtige Mischung aus Kindlichkeit, Verdorbenheit und Subversivität verleiht.

Thomas Lassonczyk

Credits:
V:Senator, D 2006, R: Michael Schack, Konrad Weise

Laufzeit: 79 Min.

Kinostart:
12.10.06


Zurück in den deutschen Kinos: Das kleine Arschloch ist wieder da.
Zurück in den deutschen Kinos: Das kleine Arschloch ist wieder da. (Senator)

Das kleine Arschloch hat was in der Hölle zu erledigen.
Das kleine Arschloch hat was in der Hölle zu erledigen. (Senator)

Der Alte Sack wurde versehentlich in die Hölle geschickt. Das kleine Arschloch will ihn zurückholen.
Der Alte Sack wurde versehentlich in die Hölle geschickt. Das kleine Arschloch will ihn zurückholen. (Senator)

Datum: 07.10.2006

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