logo
Anzeige
Kevin Costner

In seinem Element

Schauspieler Kevin Costner

(tsch) Für Kevin Costner sind Helden Menschen, die auch einmal fehlgehen. Letzten Endes tragen sie aber den Sieg davon, weil sie ihren Ideen und Vorstellungen treu blieben. Sich selbst treu zu bleiben, ist seit jeher ein bezeichnender Charakterzug des 51-Jährigen gewesen. Und so geht er seit Jahrzehnten im Filmbusiness seinen Weg, auch wenn unter seinen Filmprojekten Werke wie der desaströse Actioner "Waterworld" oder der Endzeit-Flop "Postman" waren, die bei Publikum und Kritikern durchfielen und Costner zeitweilig den Spitznamen "Kassengift" einbrachten. Mit seinem aktuellen Kinofilm "Jede Sekunde zählt - The Guardian" (Start 19.10.) begibt er sich nach über zehn Jahren wieder ins nasse Element - und einmal mehr in heldenhafter Manier. Dieses Mal allerdings nicht als kiemenbewehrter Mutant, sondern als Mentor einer Crew von Rettungsschwimmer-Anwärtern.

Anzeige

 

In einem treffenden Vergleich äußert er in eigenen Worten sein Lebens- und Arbeitsmotto: "Wenn mein Leben mein eigener Film wäre, würde ich mich selbst nicht mögen, wenn ich ängstlich wäre. Meine Entscheidungen basieren deshalb nicht auf Angst." So sei er stets glücklich damit gewesen, welchen Weg er eingeschlagen habe, wenn auch nicht immer mit den Resultaten. Wichtig sei ihm außerdem, dass er sich weder als Schauspieler noch als Regisseur wiederhole. Diesem Grundsatz zumindest ist er bisher immer treu geblieben - schließlich hat er als einer von wenigen Schauspielern bisher immer der Versuchung widerstanden, ein Sequel zu drehen.

Neben der Tatsache, dass Costner nun einmal mehr einen zwar eckigen und kantigen, aber doch einen Helden spielt, taucht in "Jede Sekunde zählt - The Guardian" ein weiteres stets wiederkehrendes Motiv seines filmischen Schaffens auf: der Sport. Es gibt wohl keinen Schauspieler, der eine so große Anzahl an Filmen gedreht hat, in denen es um Sport, vornehmlich um Baseball, geht. Eine weitere Leidenschaft des Hobby-Rockmusikers ist der Western. Mit einem solchen ("Silverado") schaffte er 1985 den Durchbruch, nachdem er - ähnlich wie Kollege Harrison Ford - zuvor versucht hatte, über Jobs als Lieferwagenfahrer und Tourist-Guide, den Großen des Business nahezukommen. Bereut hat er es sicher nicht, den Rat von Richard Burton, den er zufällig auf einem Flug nach Mexiko getroffen hatte, zu befolgen. Wenn es sein Traum sei, Schauspieler zu werden, so sagte er zu Costner, solle er seinen Marketing-Job aufgeben und alles auf eine Karte setzen. Das tat er dann auch, und mit seinem Lieblings-Filmgenre feierte er seinen bisher größten Erfolg. Nach dem Gewinn des Regie-Oscars im Jahre 1991 für "Der mit dem Wolf tanzt" schien es für Kevin Costner kein Halten mehr zu geben.

Nach dem steilen Aufstieg war seine Karriere die Kaliforniers einem relativ starken Wellengang unterworfen. Dabei trägt der häufig gemachte Vorwurf, er sei als Darsteller erfolgreich, als Produzent aber glücklos, der Realität nur bedingt Rechnung. Denn von seinen acht (mit)produzierten Werken, können eigentlich nur "Postman" (1997) und "Open Range" (2003) als Kassenflops bezeichnet werden. Beide waren allerdings neben "Der mit dem Wolf tanzt" die einzigen Filme, bei denen er Regie führte. Wieder und wieder wagte er sich an investitionsintensive Filmprojekte und an das bekanntermaßen nicht so publikumsträchtige Genre Western heran. Er kann halt nicht aus seiner Haut.

Das gilt auch für den politischen Kevin Costner, der eine Rolle in Oliver Stones "Platoon" ablehnte, weil er der Ansicht war, dass amerikanische Soldaten zu negativ dargestellt würden. Eine Zusammenarbeit mit dem umstrittenen Regisseur kam fünf Jahre nach dem ausgeschlagenen "Platoon"-Angebot doch noch zustande und dieses Mal schien sich der ehemalige Republikaner im Dunstkreis der Kennedys recht wohl zu fühlen: Nach "JFK - Tatort Dallas" (1991) begab er sich in "Thirteen Days" (2000) ein zweites Mal in das demokratische Umfeld.

Zuletzt war Costner eher auf Beziehungsdramen und -komödien abonniert - eine sichere Bank für den 1998 von den Leser/innen der "Amica" zum erotischsten Mann gewählten Schauspieler. Hat der 51-Jährige den Mut verloren? Zumindest vor den Dreharbeiten zum neuen Film war er etwas skeptisch: "Ich hatte Angst, das Schauspielern verlernt zu haben. Ich hatte vor 'Jede Sekunde zählt - The Guardian' ein Jahr lang nicht gearbeitet." Außerdem musste er für seine Rolle als verdienter Rettungsschwimmer-Star, der von einem Unfall, bei dem sein Team umkommt, traumatisiert ist, ein großes Trainingspensum absolvieren, um mit Schwimmgrößen wie Olympiasieger Marc Gangloff als einem seiner Schüler mithalten zu können.

Nach zuletzt lediglich fünf Engagements in sechs Jahren scheint Costner jetzt wieder in Schwung zu kommen. Sein nächster Film befindet sich derzeit schon in der Nachproduktion. "Mr. Brooks" wird eine "Dr. Jekyll und Mr. Hide"-Story unter der Regie von Bruce A. Evans sein. Als Regisseur möchte Kevin Costner noch in diesem Jahr zurückkehren, "aber ich werde dies auf meine eigene Art tun müssen, ganz unabhängig, und ich werde herausfinden, wer mitmachen und sich mit mir auf diese Reise begeben will." Da ist er wieder: Der Kevin Costner, der seinen eigenen Weg geht - losgelöst von Einspielergebnissen und Kritiken.

Jennifer Fraczek


Kevin Costner in der Rolle des Ben Randall. Er bereitet seine Schüler bei der American Coast Guard auf ihre schwierige Aufgabe als Rettungsschwimmer vor.
Kevin Costner in der Rolle des Ben Randall. Er bereitet seine Schüler bei der American Coast Guard auf ihre schwierige Aufgabe als Rettungsschwimmer vor. (Touchstone Pictures / Ben Glass)

Der Lehrer und sein Schüler: Ben Randall-Darsteller Kevin Costner mit seinem Auszubildenden Jake Fisher alias Ashton Kutcher (links).
Der Lehrer und sein Schüler: Ben Randall-Darsteller Kevin Costner mit seinem Auszubildenden Jake Fisher alias Ashton Kutcher (links). (Touchstone Pictures / Ben Glass)

Kevin Costner alias Ben Randall präpariert das Material für einen Einsatz im stürmischen Beringmeer.
Kevin Costner alias Ben Randall präpariert das Material für einen Einsatz im stürmischen Beringmeer. (Touchstone Pictures / Ben Glass)

Datum: 15.10.2006

Facebook aktivieren

Diskussion: "Kevin Costner" lesen

Lesen Sie doch auch die Diskussion in unserem Forum zu "Kevin Costner".
Artikel ID 176465

Weitere Artikel, die Sie interessieren könnten:

    Kate Hudson
    Wer sich an das hübsche "Band Aid" aus dem Achtungserfolg "Almost Famous" erinnert, das aus Liebe zur Musik zum suizidgefährdeten Groupie wird, der wird Kate Hudson nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Mittlerweile ...

    18.8. Kate Hudson in Der verbotene Schlüssel
    Es sind häufig kurze Szenen, puristisch in harmonischer Stille gedreht, die im Gedächtnis bleiben. In "Lost in Translation" war es nicht die Art, wie sie ihre Zigaretten rauchte, die Scarlett Johansson ...

    Almoust Famous
    Das Leben ist eine schnelle Sache geworden. Kein Kutscher, kein wochenlanger Ritt, um eine Nachricht zu überbringen. Wie viel Wärme versprüht in dieser Zeit ein handgeschriebener Brief statt einer E-Mail, ...

    Kate Hudson trennt sich von Chris Robinson
    In ihrer neuesten Romantikkomödie "Ich, du und der andere" (Start: 21. September) spielt Kate Hudson eine frisch Vermählte, deren junges Liebesglück (mit Matt Dillon) durch die ewige Anwesenheit eines ...

    MO: Wie werde ich ihn los - in 10 Tagen
    Auf seinem Bett stapeln sich ihre Plüschtiere, die Schminkutensilien verdrängen sein Rasierzeug im Badezimmerschrank, und wenn sie unterwegs ist, muss die Liebe ständig am Telefon neu beschworen werden. ...

    Kate Hudson und Matthew McConaughey
    Hollywood hat ein neues Traumpaar - zumindest auf der großen Leinwand. Matthew McConaughey (38) dient schon seit mehreren Sommern dank gemeißelter Bauchmuskeln als Pin-up für seine weiblichen Fans, und ...


 
Anzeige
livedome
Konzert-DVD im Stream
Gentleman
Gentleman am 27.04. ab 20.00 Uhr als » Musikstream

Anzeige
.
Partner von Fantastic Zero


itemid = 110 - id = 2136 - task = view - option = com_content - limitstart= 0