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Flug 93

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Nachrichtensendungen, Talkshows, Umfragen auf den Straßen, Diskussionen unter den Kinobetreibern - die USA sprach in den Tagen des Kinostarts von"Flug 93" im Juni dieses Jahres über nichts anderes mehr: "Sind wir bereit für diesen Film über das Attentat von 9/11?" Und unisono erklang die gleiche Antwort: "Wir sind es." Dennoch: Nur etwas über 31 Millionen Dollar Einspielergebnis waren vergleichsweise wenig. Der Grund dafür liegt auf der Hand. Der britische (!) Regisseur Paul Greengrass hat kein konventionelles Katastrophenmovie gedreht, sondern wollte dem Thema auf glaubwürdigere und auch pietätvollere Weise gerecht werden.

So kommt "Flug 93", der nun auf DVD zu haben ist, als eine Art unkommentierter Dokumentarfilm daher. Wacklige Kamera, hektische Wechsel, ungewöhnliche Bildausschnitte - der Film macht es seinen Betrachtern nicht einfach. Ab und an geht die Übersicht verloren. Und doch entzieht er sich auf diese Weise den drohenden Vorwürfen, allzu spekulativ oder reißerisch zu sein.

Die ersten Minuten gehören - schon das ist ungewöhnlich - den Entführern. Die Terroristen, keineswegs klischeehaft dargestellt, bereiten sich auf ihren Einsatz vor. In der Folge zeigt Greengrass chronologisch die Ereignisse jenes Tages an Bord und am Boden. Im Mittelpunkt steht der Flug "United 93", bei dem es den Passagieren - 44 Menschen waren an Bord - gelang, den Plan der Entführer zu vereiteln. Die Maschine erreichte ihr Ziel, Washington D.C., nicht und stürzte zuvor in ein Waldstück in Pennsylvania.

Warum genau die Maschine zu Boden ging, das lässt der Film weitgehend offen. Wohl aber beschreibt Greengrass in Originalzeit die Bemühungen der Reisenden, die Kidnapper an ihrem Vorhaben zu hindern. Dabei beruft sich das Drehbuch vor allem auf eine Reihe von Telefonaten, die die Menschen an Bord mit ihren Angehörigen und Freunden führten. Sie alle werden im Wortlaut wiedergegeben, und es sind bewegende Momente. Seine unzweifelhaft schockierende Wirkung entfaltet das Drama jedoch durch das Wissen beim Zuschauer, dass es für die Beteiligten an Bord unvermeidlich mit dem Tod enden wird. Der Film führt deutlich vor Augen, dass der 11. September 2001 nicht nur der politisch wichtigste Tag dieses Jahrzehnts war, sondern dass mit dem Anschlag von damals auch menschliche Tragödien verbunden waren, die im Zuge der politischen Maßnahmen der USA seither beinahe in Vergessenheit geraten sind.

Die erdrückende Enge und die Angst der Passagiere in "Flug 93" wirkt auf der DVD beklemmend real: Der gute 5.1-Sound kommt den Raum ausfüllend durch die Boxen. Die Kontraste und Schärfewerte des Bildes sind entstprechend der Kinoversion einwandfrei auf Disc übertragen. Nur die Farben wirken stellenweise etwas blass. Die Extras tragen zur Emotionalität des Filmes bei, sind doch im Bonusteil Gedenktafeln samt Biografien der Toten und Interviews mit den Hinterbliebenen zu sehen.

Jutta Schnabel

bewertungsbox

bildformat 2,35:1 (anamorph)
sprachen Deutsch (5.1), Englisch (5.1)
untertitel Deutsch, Englisch, Dänisch, Norwegisch, Schwedisch, Finnisch, Isländisch, Türkisch, Hebräisch, Arabisch
extras Audiokommentar des Regisseurs; Gedenktafeln; Interviews mit den Familien
laufzeit 106 Min.
tonsystem Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 18 Euro
bewertung bild sehr gut
bewertung ton gut
bewertung extras gut

Credits:
(USA 2006, R: Paul Greengrass, D: Khalid Abdalla, Lewis Alsamari, J.J. Johnson u.a.)


Schonungslose Rekapitulierung des 11. September 2001: "Flug 93".
Schonungslose Rekapitulierung des 11. September 2001: "Flug 93". (Universal)

Thomas Burnett (Christian Clemenson, links) und Jeremy Glick (Peter Hermann) denken über eine Strategie im Kampf gegen die Terroristen nach.
Thomas Burnett (Christian Clemenson, links) und Jeremy Glick (Peter Hermann) denken über eine Strategie im Kampf gegen die Terroristen nach. (Universal)

Die Passagiere des United Airlines Flight 93 bereiten sich vor. Sie wollen die Entführer an ihrer Tat hindern.
Die Passagiere des United Airlines Flight 93 bereiten sich vor. Sie wollen die Entführer an ihrer Tat hindern. (Universal)

Datum: 18.10.2006

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Diskussion: "Paparazzi"

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