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Duell - Enemy At The Gates

Duell - Enemy At The Gates

(tsch) Für Jean-Jacques Annaud war es ein Spießrutenlauf. Buhrufe nach der Premiere, vernichtende Kritiken am nächsten Tag in den Zeitungen. Der Eröffnungsfilm "Duell - Enemy at the Gates", eine internationale Koproduktion mit deutscher Beteiligung, fiel bei den Filmfestspielen in Berlin 2001 durch. Und später auch an der Kinokasse: Nur 200.000 Zuschauer sahen den Film, den ProSieben nun als Wiederholung zeigt. Recht wenig angesichts der Kosten, die bei rund 180 Millionen Mark gelegen haben sollen. In Frankreich, England und den USA erntete Annauds Schützen-Duell zwischen den Ruinen Stalingrads allerdings Standing Ovations und wurde auch von der Kritik gefeiert.

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Kein Wunder: Annauds Film ist beste Ware, wie sie aus Hollywood stammen könnte. Groß, dramatisch und ein bisschen oberflächlich. Am Anfang steht die Legende vom russischen Scharfschützen Vassili (Jude Law), den in Russland jedes Kind kennt.

"Jeder Krieg benötigt einen Helden", das glauben zumindest die Polit-Offiziere im belagerten Stalingrad. Ein talentiertes Opfer ist schnell gefunden: Vassili Zaitsev (Jude Law, demnächst in Anthony Minghellas "Breaking and Entering", deutscher Kinostart 27.1.), der aus dem hintersten Ural als Soldat in den Hexenkessel gekarrt wird. Der Junge kann schießen, und zwar sehr gut. Gezielte Kopfschüsse sind für ihn kein Problem, das hat er von seinem Großvater gelernt.

Der für die Propaganda zuständige Offizier Danilov (Joseph Fiennes, drehte mit Matthias Schweighöfer und Til Schweiger in Prag gerade das Jagdflieger-Drama "Der rote Baron") erkennt den strategischen Wert dieses Talents, und aus dem Hirten wird ein Held. Nun lässt die Gegenseite ihren besten Mann einfliegen, der Vassili erledigen soll. Der Meisterschütze Major König (Ed Harris) tritt zum Duell in Stalingrad an.

Im Krieg zählt das einzelne Menschenleben nichts, aber Film funktioniert nur über Einzelschicksale. Nach einer Viertelstunde blutigen und sehr authentisch wirkenden Schlachtgetümmels wird es ruhig, und Nahaufnahmen bestimmen die Szenen. Nun zeigen Annauds Akteure wirklich, was sie können. Der Regisseur kreiert eine beklemmende Atmosphäre und erlaubt es sich, die Geschichte eines Zweikampfs zu erzählen, inmitten einer Schlacht, die der Anfang von Hitlers Ende war.

Komponenten des Dramas wie Liebe, Eifersucht, Vaterlandstreue und Heldentum bestimmen die teilweise pathetische Story. Bedenklich allerdings, dass das Massengrab Stalingrad nur als Kulisse eines ehrenhaft dargestellten Kampfes fungiert, eine tiefer gehende Auseinandersetzung mit dem Trauma findet nicht statt.

Jan Treber


Ohne mit der Wimper zu zucken, bringt Scharfschütze Vassili Zaitsev (Jude Law) seine Rivalen zur Strecke.
Ohne mit der Wimper zu zucken, bringt Scharfschütze Vassili Zaitsev (Jude Law) seine Rivalen zur Strecke. (ProSieben / 2000 MP Film Mgmt.)

Als sich Vassili (Jude Law) in Tania (Rachel Weisz), eine der zahlreichen mutigen Frauen, die an der Seite der Männer kämpfen, verliebt, keimt in ihm die Eifersucht gegenüber dem Polit-Offizier Danilov auf.
Als sich Vassili (Jude Law) in Tania (Rachel Weisz), eine der zahlreichen mutigen Frauen, die an der Seite der Männer kämpfen, verliebt, keimt in ihm die Eifersucht gegenüber dem Polit-Offizier Danilov auf. (ProSieben / 2000 MP Film Mgmt.)

Vassilis Berühmtheit führt ihn bald zu einem Duell mit dem besten Scharfschützen der deutschen Armee - Major König (Ed Harris).
Vassilis Berühmtheit führt ihn bald zu einem Duell mit dem besten Scharfschützen der deutschen Armee - Major König (Ed Harris). (ProSieben / 2000 MP Film Mgmt.)

Datum: 14.11.2006

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Artikel ID 176490

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