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Minority Report

Minority Report

(tsch) Zukunftsfilme werden in Deutschland so gut wie keine gemacht. TV-Sender rümpfen die Nase, wenn Autoren oder Produzenten mit visionären Ideen kommen. Und im Kino geht schon gleich gar nichts. So ist die Neugier beim Publikum groß, wenn Hollywood wieder einmal ein futuristisches Szenario entwirft. Der Regisseur Steven Spielberg versuchte das 2002 bereits zum zweiten Mal hintereinander. Nach "A.I." (zu sehen am Samstag, 25.11., ARD), in dem es um menschliche Roboter ging, kam "Minority Report" ins Kino, den nun das Erste am späten Samstagabend zeigt.

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Der Sender versteht die Austrahlung als kleines Geschenk seinerseits. Denn Spielberg vollendet am 18. Dezember sein 60. Lebensjahr. Sein nächstes Regie-Projekt soll wohl neben einer Film-Biografie Abraham Lincolns mit Liam Neeson in der Hauptrolle tatsächlich der lang erwartete "Indiana Jones 4" sein.

Die Grundidee zu "Minority Report" stammt vom Autor Philip D. Kick, der sie als Kurzgeschichte bereits Mitte der 50er-Jahre veröffentlichte. Es geht um das präventive Verhindern von Verbrechen. In Washington D.C. ist es im Jahr 2054 möglich, Morde präzise vorauszusehen und sie zu verhindern, bevor sie in der Realität begangen werden. Drei so genannte Pre-Cogs, menschliche Lebewesen mit seherischen Fähigkeiten, haben eine Vision, die dann auf einen Bildschirm gebeamt wird. Dort sieht sie John Anderton, Leiter von Pre-Crime, einer Elite-Einheit der Polizei. Die spannende Eröffnungsszene zeigt ihre Vorgehensweise. Im letzten Moment gelingt es, einen Mord zu verhindern.

Tom Cruise spielt jenen John Anderton, dem das Drehbuch alle Eigenschaften und Eigenarten verpasst hat, die so ein Held braucht: Mut, Entschlossenheit, Tatkraft und nicht zuletzt jenen dunklen, tragischen Punkt in der Vergangenheit, der liebende Männer im Film stets zu waghalsigen Einzelkämpfern werden lässt, die nichts mehr zu verlieren haben. Eines Tages sieht sich Anderton selbst auf dem überdimensionalen Bildschirm. Wird er demzufolge einen Mord an einem Mann begehen, dessen Namen er noch nie gehört hat? Oder irrt das System? Kann die Zukunft verändert werden? Fragen, deren Antworten nicht unbedingt jeden interessieren müssen.

Es bedarf einer gewissen Grundfreude an Science Fiction, um seinen Spaß an "Minority Report" zu haben. Der Film schreibt in einigen Bereichen, zum Beispiel beim Straßenverkehr, die Gegenwart auf hübsch visionäre Weise fort, setzt aber häufig auf vordergründige Effekte. Anders als bei "A.I." gelang es Spielberg hier jedoch, von Beginn an ein hohes Tempo zu setzen, das bis zum allerdings konventionellen Ende aufrecht erhalten wird. Eine Vielzahl von Verfolgungsjagden sorgt für eine Genremixtur aus SciFi, Thriller und Actionfilm, in der sich Hauptdarsteller Tom Cruise wohl fühlen darf. Mit Colin Farrell und Samantha Morton stehen eher Nebenfiguren an seiner Seite, die Kamera gönnt dem Superstar ohnehin so gut wie jede Szene. Cruise spielt den Gejagten bewusst recht emotionslos, wohl aber in gewisser Weise glaubwürdig.

Kai-Oliver Derks


Pre-Crime-Cops erstellen aus den Bildern der Pre-Cogs auf einer riesigen Videowand den genauen Ort und den Ablauf des Mordes. Doch eines Tages gerät ausgerechnet der Chef, John Anderton (Tom Cruise), unter Mordverdacht.
Pre-Crime-Cops erstellen aus den Bildern der Pre-Cogs auf einer riesigen Videowand den genauen Ort und den Ablauf des Mordes. Doch eines Tages gerät ausgerechnet der Chef, John Anderton (Tom Cruise), unter Mordverdacht. (ARD / Degeto)

John Anderton (Tom Cruise) will Verbrechen verhindern, bevor sie geschehen.
John Anderton (Tom Cruise) will Verbrechen verhindern, bevor sie geschehen. (ARD / Degeto)

Steven Spielberg präsentiert mit "Minority Report" einen actiongeladenen Zukunfts-Thriller. Tom Cruise hat reichlich Gelegenheit, seine Fitness unter Beweis zu stellen.
Steven Spielberg präsentiert mit "Minority Report" einen actiongeladenen Zukunfts-Thriller. Tom Cruise hat reichlich Gelegenheit, seine Fitness unter Beweis zu stellen. (ARD / Degeto)

Datum: 14.11.2006

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