(tsch) Kein neues Buch, kein neuer Film - 2006 versprach ein Potter-freies Jahr zu werden. ProSieben erbringt jedoch den Beweis, dass es einfach kein Entrinnen vor diesem mit aller Marketing-Macht ausgestatteten Magie-Maniac gibt. Nachdem Harry Potter Weihnachten 2005 im ZDF die "Kammer des Schreckens" (2002) betrat (und eine - nun ja - zauberhafte Quote von über neun Millionen Zuschauern einfuhr), sorgt nun der Münchner Sender für ein Wiedersehen mit dem zweiten Teil der Saga um den Junge mit der reichlich uncoolen John-Lennon-Memorial-Nickelbrille.
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Für all jene Potter-Hasser, Muggels und Misanthropen, die in den nächsten zwei Jahren mit weiteren Kinofilmen ("Harry Potter und der Orden des Phönix" im Juli 2007 und "Harry Potter und der Halbblutprinz" im November 2008) und der damit verbundenen Hysterie geplagt werden, seien deshalb eine Hand voll kurioser Filmfehler aufgelistet, die sich (ein wenig Böswilligkeit vorausgesetzt) durchaus als Euphoriedämpfer missbrauchen lassen. Oder sich prima dazu eignen, einfach mal einen ziemlich verblüffenden Satz in die Runde zu werfen: "Sagt mal, im Film repariert doch Hermine Harrys Brille mittels eines Zaubers. Macht das im Buch nicht Mr. Weasley?"
Ein geradezu harmloser Einwand - verglichen mit den elementaren Fragen, die im zweiten Teil aufgeworfen werden: Was verbirgt sich in der Kammer des Schreckens? Warum liegen plötzlich überall versteinerte Schüler in den Gängen von Hogwarts? Und was zum Teufel macht der Kameramann in einer Szene, in der sich Fiesling Draco Malfoy (Tom Felton) und Harry (Daniel Radcliffe) duellieren? Genau hinsehen: Wenn der Slitherine-Spross auf dem Boden sitzt und zu seinem Lehrmeister hochblickt, tummelt sich am linken Bildrand zwischen all den Schülern der Kameramann. Und wenn wir schon mal dabei sind: Schleudert Harry seinem Gegenüber nicht ein "Rictussempra!" entgegen, was laut Buch ein Kitzelzauber ist? Malfoy müsste sich also lachend am Boden wälzen und nicht durch die Luft gewirbelt werden, als hätte ihn ein Dampfhammer getroffen.
Aber sei's drum: Im Film stopfen sich auch zwei von Dracos Handlangern vergiftete Muffins in den Mund, die recht unbedarft in der Gegend umherschweben - und das, obwohl sie in ihren Armen bereits ein gutes Dutzend anderer Kalorienbomben halten. Und warum der Käfig der Eule Hedwig nach einer unliebsamen Begegnung mit einer Bahnhofsmauer erst umgekippt und verbeult am Boden liegt, in der nächsten Szene aber aufrecht und völlig intakt wieder da steht, wird vermutlich ebenfalls nie geklärt. Zauberei vermutlich ...
Bernd Fetsch
Hauself Dobby will Harry unbedingt davon abhalten, weiter auf die Schule für Hexerei und Zauberei zu gehen. (Warner Bros. Pictures)
Harry Potter (Daniel Radcliffe, links) und sein bester Freund Ron Weasley (Rupert Grint) müssen das Geheimnis der Kammer des Schreckens lösen. (Warner Bros. Pictures)
In Hogwarts treibt nicht nur ein unfassbar böses Vieh sein Unwesen, sondern auch der Fehlerteufel. Da greift auch ein Magie-Genie wie Harry (Daniel Radcliffe) schon mal zum falschen Zauberspruch. (Warner Bros. Pictures)
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