(tsch) Wenn sich der erfolgreichste Regisseur aller Zeiten heute an seine zweite Regiearbeit erinnert, tut er dies nicht mit allzu großer Zufriedenheit. Einige Szenen seien unter den äußerst schwierigen Bedingungen doch recht schlampig gedreht worden, die Arbeit am Set sei grauenhaft gewesen. Doch Steven Spielberg weiß, was "Der weiße Hai" (1975) für ihn bedeutete. Der spannende Thriller, den das Erste nun anlässlich des 60. Geburtstags von Spielberg (18.12.) zeigt, erhielt drei Oscars (Ton, Schnitt, Musik) und setzte Maßstäbe.
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Erzählt wird die Geschichte von drei Männern, die an einem Badestrand an der amerikanischen Küste gegen einen riesigen Hai kämpfen, der das Küstenstädtchen Amity terrorisiert. Dabei sind die Viecher angeblich völlig ungefährlich. "Ein Hai würde niemals einen Menschen angreifen", sagen Biologen jedes Jahr vor der Feriensaison. Das ist bei Spielberg eine Fehlinformation, und der Kampf gegen die mörderische und intelligente Bestie entpuppt sich als Himmelfahrtskommando.
Auch die Dreharbeiten waren kein Zuckerschlecken. Die erste Schwierigkeit trat schon vor deren Beginn auf: Woher den Hai nehmen? Dreharbeiten mit realen Tieren waren nicht möglich: Zum einen haben die Tiere keine Möglichkeit, in der Gefangenschaft zu überleben, zum anderen wäre das Aussetzen eines Haies nahe der Küste in den Tourismusbüros auf wenig Gegenliebe gestoßen. Schließlich wurden drei technisch aufwändige Attrappen hergestellt, jede 7,60 Meter lang und 1,5 Tonnen schwer. Aus geplanten sieben Wochen Drehzeit wurde schließlich ein halbes Jahr.
Doch das Geschäft mit der Ur-Angst des Menschen war ein äußerst lukratives. "Der weiße Hai" spielte an den Kinokassen mehr als 130 Millionen Dollar ein. Und auch heute noch hat die Geschichte vom Monster aus der blauen Tiefe nichts von seiner Schockwirkung verloren. Der grandiose Erfolg ging allerdings auf Kosten des Tieres, das nicht zuletzt wegen Spielbergs Film nach wie vor den Ruf des blutrünstigen Killers inne hat. In Wirklichkeit ist der weiße Hai stark vom Aussterben bedroht. Mancherorts sind seine Bestände um fast 95 Prozent zurückgegangen.
Am Freitag, 8. Dezember, schließt sich vox dem Ersten an und zeigt den zweiten und dritten Teil des Hai-Horrors in einem Doublefeature zur Primetime.
Andreas Fischer
Brody (Roy Scheider) ist der Polizeichef des Badeortes Amity. Noch weiß er nicht, mit welch übermächtigem Gegner er es zu tun hat. (ARD)
Das Sieben-Meter-Monster wurde erlegt. Ob das Baden nun wieder ungefährlich ist? (ARD)
Sport ist Mord: Wenn der weiße Hai gerade Hochsaison hat, ist es nicht ratsam, zu baden. Polizeichef Brody (Roy Scheider) nimmt den Kampf gegen die Bestie auf. (ARD)
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