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Unterwegs nach Cold Mountain

Unterwegs nach Cold Mountain

(tsch) Alle wollen immer nur das Eine: weg. Weg vom Elternhaus, raus aus dem alten Job, möglichst weit entfernt Urlaub machen und idealerweise mit vielen Arbeitsplätzen an unterschiedlichsten Orten Mobilität beweisen. Manchmal aber ist das Heimkommen viel schwieriger und lässt den Prozess des Abschiednehmens wie ein Kinderspiel erscheinen. Das bewiesen vor nicht allzu langer Zeit Phillip Noyce mit seiner Aborigine-Saga "Long Walk Home" und Hardy Martins in der packenden Rückkehrerstory "So weit die Füße tragen". Dessen Protagonist Clemens Forrell benötigte drei Jahre für seinen Heimweg aus einem sibirischen Kriegsgefangenenlager - genau so lange muss auch Anthony Minghellas Hauptfigur Inman (Jude Law) nach der Einberufung in die Armee der Konföderierten sein Heimatstädtchen Cold Mountain in North Carolina missen. Sein Weg nach Hause kann jetzt in deutscher Erstausstrahlung mitverfolgt werden: "Unterwegs nach Cold Mountain" (2003).

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Dort liegen nicht nur Inmans Wurzeln, dort lebt auch die schöne Pfarrerstochter Ada (Nicole Kidman), der er mit einem einzigen Kuss das Versprechen auf eine gemeinsame Zukunft gegeben hat. Doch zwischen ihnen liegen 300 Meilen, die der verletzte Inman nach seiner Fahnenflucht aus dem Lazarett zu Fuß zurücklegen muss. Und während Ada, die erst kürzlich ihren Vater verloren hat, nur mit Hilfe der resoluten Ruby (Renée Zellweger) die mageren Jahre überlebt, kämpft sich Inman durch ein marodes, von den Kriegswirren gezeichnetes Land - immer auf der Flucht vor feindlichen Soldaten, habgierigen Verrätern und Teague (Ray Winstone), dem von blindem Hass auf alle Deserteure getriebenen Führer der Bürgermiliz.

Sieben Oscar-Nominierungen erhielt Anthony Minghellas tragisch-schönes Epos "Unterwegs nach Cold Mountain", das anders als der ebenfalls in dieser Zeit angesiedelte Film "Last Samurai" auf heroisierende Kriegsbilder weitgehend verzichtet und sich deutlich mehr auf das Elend des Krieges konzentriert. Prämiert wurde am Ende jedoch nur Renée Zellweger als beste Nebendarstellerin.

Dabei leistet jeder einzelne Schauspieler Großes. Sei es nun Nicole Kidman alias Ada. Oder eben Renée Zellweger als Ruby, die im Original mit finsterstem Hillbilly-Akzent ausgestattet, emotional erkaltet auf die Vernachlässigungen ihres Vaters (Brendan Gleeson) reagiert. Und nicht zuletzt Jude Law, der während seiner Odyssee vom schüchtern-einfältigen Dachdecker zum entschlossenen Helden avanciert.

In den sorgfältig ausgearbeiteten Nebenrollen überzeugen Stars wie Philip Seymour Hoffman als gefallener Gottesmann, der wie immer verlässliche Giovanni Ribisi als intriganter Kriegsgewinner und Natalie Portman als vereinsamte Witwe. Jedoch liefern sich die Darsteller keineswegs ein eitles Schaulaufen, sondern bieten gemeinsam alle Kräfte auf, um Minghellas Verfilmung des Bestsellers von Charles Frazier mit faszinierenden, vitalen und mitreißenden Individuen zu beleben.

Wer von Jude Law nicht genug bekommt, kann ihn im Dezember mit "Liebe braucht keine Ferien" an der Seite von Cameron Diaz auch wieder im Kino bewundern. Fleißig sind auch Nicole Kidman und Renée Zellweger. Während Kidman derzeit zusammen mit dem neuen Bond-Darsteller Daniel Craig das Drama "The Golden Compass" dreht, steckt Renée Zellweger mitten in den Aufnahmen zu dem Thriller "Case 39".

Jennifer Fraczek


Inman (Jude Law) hält die Grausamkeiten des Bürgerkrieges nicht mehr aus. Er desertiert und flieht unter Lebensgefahr nach Hause, nach Cold Mountain.
Inman (Jude Law) hält die Grausamkeiten des Bürgerkrieges nicht mehr aus. Er desertiert und flieht unter Lebensgefahr nach Hause, nach Cold Mountain. (MIRAMAX Films / Dimension Films / Phil Bray)

Obwohl sie sich vor ihrer Trennung kaum kannten, hält die Liebe zwischen Ada (Nicole Kidman) und ihrem Mann Inman.
Obwohl sie sich vor ihrer Trennung kaum kannten, hält die Liebe zwischen Ada (Nicole Kidman) und ihrem Mann Inman. (MIRAMAX Films / Dimension Films / Phil Bray)

Nach dem Tod ihres Vaters ist Ada (Nicole Kidman, rechts) verarmt. In ihrer Freundin Ruby (Renée Zellweger) findet sie Hilfe und Trost.
Nach dem Tod ihres Vaters ist Ada (Nicole Kidman, rechts) verarmt. In ihrer Freundin Ruby (Renée Zellweger) findet sie Hilfe und Trost. (MIRAMAX Films / Dimension Films / Phil Bray)

Datum: 03.12.2006

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Artikel ID 177353

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