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Happy Feet

Happy Feet

(tsch) Kino ohne Tiere ist ja heute fast schon eine Seltenheit, ob in Trick- oder Realfilmproduktionen. Auf der Welle des Erfolges schwimmt aber insbesondere eine Tierart: der Pinguin. Sie waren die heimlichen Stars im Animationsspaß "Madagaskar", bekamen daraufhin einen eigenen Kurzfilm, der im Vorprogramm zu "Wallace & Gromit auf der Jagd nach dem Killerkaninchen" lief, sie erhielten einen Oscar für die Dokumentation "Die Reise der Pinguine", und nun lernen sie auch noch das Steppen, ja genau: tanzende Frackträger. In "Happy Feet", freilich ein computeranimierten Trickfilm, dreht sich alles um das Schicksal anders zu sein und um die Frage, wie man daraus ein Talent entwickeln kann.

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Mumble, ein niedlicher Kaiserpinguin, hat es nicht leicht, unter seinesgleichen akzeptiert zu werden. Eigentlich müsste er wie alle meisterhaft singen können, schließlich trägt das zum Arterhalt bei, indem jeder Pinguin dadurch seinen Lebenspartner findet. Nur wer möchte mit jemandem kleine Babys in die Welt setzen, der alles andere als ein harmonisches Timbre hat? Dass der geschlagene Krächzer dagegen um so eleganter mit seinen flinken Füßen umgehen kann, ein wahres Naturtalent im Steptanz ist, kümmert niemanden so recht.

Im Gegenteil: Schließlich wird er sogar bezichtigt, für die Fischflaute verantwortlich zu sein - natürlich nur, weil er irgendwie anders ist. Also geht er ins Exil, um auf eigene Faust dem rätselhaften Fernbleiben der Fischbestände nachzuspüren. Dabei trifft er auf fünf angenehm tolerantere, weil durchgeknallte Pinguine, die ihm von nun an zur Seite stehen und mit ihm gemeinsam entdecken müssen, dass es die Menschen sind, die genauso gern und viel Fisch essen wie die Pinguine selbst.

Natürlich entwickelt sich das schwarze Entlein im übertragenen Sinn zum strahlenden Schwan, indem Mumble sein wahres Talent erkennt und weiter ausbildet, um schließlich zum schillernden Vortänzer aller Pinguine zu werden. Das Grundkonzept von George Millers kindgerechtem Eisabenteuer ähnelt dem seines bisher größten Erfolges: "Ein Schweinchen namens Babe". Stimmig erzählt er die Geschichte des Außenseiters, der sein Schicksal selbst in die Hand nimmt und sich gegen die scheinbar übermächtigen Widrigkeiten der Gesellschaft durchsetzen kann. Die Appelle dürften dank der visuellen und musikalisch aufregenden Inszenierung auf offene Kinderaugen und -ohren treffen: Niemals aufzugeben, an das zu glauben, was in einem steckt, und, nicht zu vergessen, immer tolerant zu sein. Die ernsthaften Töne wie bei der Problematisierung der Eingriffe des Menschen in das Ökosystem Antarktis entsprechen jener sanften Kritik, die auch schon in inhaltlich ähnlichen Produktionen wie "Der kleine Eisbär" angeklungen ist.

Der Film lebt von seinen vor allem für ein Kinderpublikum spektakulären Animationen wie den zahlreichen Tanzsequenzen unter dem Wasser und über dem Eis sowie der mitreißenden Filmmusik von John Powell, der auch schon zu "Ice Age 2", aber auch "X-Men 3" die Noten aufs Papier geschrieben hat. Zwar leidet auch diese Produktion immer noch unter dem latenten Animationsproblem, dass die Figuren stets wie auf Watte zu laufen (bzw. zu steppen) scheinen. Doch dafür ist der Film um so reicher an Spannung (beim Auftauchen einer hungrigen Robbe oder zweier Killerwale) und Actionszenen, die selbst eine Produktion wie "Ice Age", die in diesen Dingen bereits mit Superlativen versehen wurde, alt aussehen lässt. "Happy Feet" lädt mehr als einmal zum Mittanzen ein: ein gelungener Familienspaß mit dem nötigen Schuss an Moralbeiwerk.

Leif Kramp

Credits:
V:Warner, AUS 2006, R: George Miller

Laufzeit: 87 Min.

Kinostart:
30.11.06


Mumble fehlt es absolut an Gesangstalent, was ihn zum Außenseiter in der Gemeinschaft der Kaiserpinguine macht.
Mumble fehlt es absolut an Gesangstalent, was ihn zum Außenseiter in der Gemeinschaft der Kaiserpinguine macht. (2006 Warner Bros. Ent.)

Wenn er steppen darf, ist Mumble überglücklich.
Wenn er steppen darf, ist Mumble überglücklich. (2006 Warner Bros. Ent.)

Bei Guru Lovelace sucht Mumble Rat und Hilfe.
Bei Guru Lovelace sucht Mumble Rat und Hilfe. (2006 Warner Bros. Ent.)

Datum: 27.11.2006

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Diskussion: "Happy Feet"

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