(tsch) Als kleines Kind wurde die Mongolin Byanbasuren Davaa Zeugin eines uralten, faszinierenden Rituals: Ein Musiker brachte mit seiner Geige eine Kamelmutter, die ihr Kind verstoßen hatte, zum Weinen. So gerührt ließ diese das Fohlen wieder trinken. Das mystische Erlebnis bildete schließlich die Vorlage für "Die Geschichte vom weinenden Kamel", die der Beginn von Byanbasuren Davaas eigenem Märchen wurde. Was 2002 als Abschlussfilm an der Filmhochschule München begann, dann als Geheimtipp bei den Filmfestspielen in München und Toronto gehandelt wurde und 2003 den Bayerischen und Europäischen Filmpreis erhielt, gipfelte schließlich in der Oscarnominierung als bester Dokumentarfilm 2005. Nun zeigt das Bayerische Fernsehen diesen außergewöhnlichen Film.
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Die rührende, auf einer wahren Begebenheit basierende Geschichte, die mit wenigen Worten, dafür umso prachtvolleren Bildern erzählt wird, ist im Süden der Wüste Gobi angesiedelt. Dort suchten die Regisseurin und ihr Kameramann Luigi Falorni nach geeigneten Protagonisten, möglichst mit einer Herde trächtiger Kamele. Sie fanden eine Gruppe, bei der vier Generationen unter drei Jurtendächern vereint leben, und einen Großvater, der mit seinen Geschichten nicht nur seinen kleinen Enkel Ugna zu verzaubern weiß.
Der Film setzt im Frühling ein, und ein Kamelfohlen nach dem anderen wird geboren. Nur eines lässt auf sich warten. Als das weiße Kamel endlich auf die Welt kommt, wendet sich die geschwächte und verstörte Mutter von dem Kleinen ab. Doch ohne ihre Milch kann es nicht überleben. Die Hirten holen einen Musiker aus der Stadt, der mit magisch-himmlischen Klängen die Kamelmutter zu Tränen rühren soll.
Auf zauberhafte Weise vereint "Die Geschichte vom weinenden Kamel" Beobachtungen aus dem Leben eines Nomadenvolks mit exotischen Mysterien. Dabei erzählt der Film im authentischen Set mit echten Personen eine universelle Geschichte über die Sehnsucht von Mensch und Tier nach Liebe, Geborgenheit und Wärme. Am Dienstag, 2. Januar, bietet ARTE um 20.45 Uhr eine weitere Gelegenheit, das rührende Tiermärchen zu sehen.
Vanessa Schwake
Geschwächt und verstört von der schmerzhaften Geburt verstößt die Kamelmutter ihr Junges - was für das kleine Tier den sicheren Tod bedeutet. (Prokino)
Der Abschlussfilm der beiden Münchner Hochschulabsolventen Byambasuren Davaa und Luigi Falorni wurde 2005 für den Oscar als bester Dokumentarfilm nominiert. (Prokino)
"Die Geschichte vom weinenden Kamel" wurde in der Wüste Gobi im Süden der Mongolei gedreht. Entstanden sind wunderbare Landschaftsaufnahmen. (Prokino)
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