(tsch) Weg vom Image des blond gelockten Frauenschwarms: Im Neo-Western "The Way of the Gun" (2000), den ProSieben nun wiederholt, darf Ryan Phillippe ein echter, eiskalter Engel sein. Wild um sich ballernd, folgen er und Filmpartner Benicio Del Toro ("Sin City") einem recht blutigen Handlungsfaden, den Regisseur-Rebell Tarantino gesponnen haben könnte.
Anzeige
Die beiden Klein-Ganoven Parker (mit ungepflegtem Drei-Tage-Bart und kaum zu ertragender Synchronstimme: Ryan Phillippe) und Longbaugh (cool wie immer: Benicio Del Toro) bekommen in einer Samenbank Wind von einer dubiosen Leihmutterschaft, die einem reichen Kerl eine Million Dollar wert ist. Sie beschließen, die Hochschwangere (Juliette Lewis) zu entführen und Lösegeld zu erpressen - ohne zu ahnen, dass sie sich mit einem Gangsterboss der alten Schule einlassen. Der schickt natürlich seine skrupellosen Handlanger - der Beginn einer langen, bleihaltigen Odyssee Richtung Mexiko.
Was sich nach einem dreckigen Roadmovie von Quentin Tarantino anhört, stammt in Wahrheit von niemand Geringerem als Christopher McQuarrie, dem Oscar-prämierten Drehbuchautor von "Die üblichen Verdächtigen". Gerade einmal zehn Millionen Dollar kostete sein Regiedebüt, das trotz der namhaften Darstellerriege kommerziell nur wenige Erfolge feiern konnte.
Nicht ganz zu Unrecht: Denn nur in wenigen Situationen erfährt der Zuschauer mehr über die undurchsichtigen, schießwütigen und amoralischen Anti-Helden, die trotz aller Coolness und Reulosigkeit herzlich uninteressant bleiben. Was bleibt, ist ein moderner und zynischer Action-Thriller mit Western-Ambiente, alternden Hitmen und klassischem Highnoon-Showdown, an dem ein durchtrainierter Ryan Phillippe sichtlich Spaß hatte. Schließlich durfte er bis dato nur selten mit Schrotflinte und Knarre durch die Gegend ziehen ...
Nicht minder martialisch geht es auch in Clint Eastwoods Weltkriegsdrama "Flags of Our Fathers" zu, das am 28. Dezember in die Kinos kommt. Der Film erzählt die Geschichte der legendären Schlacht von Iwo Jima, die 1945 im Pazifik stattfand und 22.000 Japanern sowie 26.000 Amerikanern in nur einem Monat das Leben kostete. Ryan Phillippe, dessen Ehefrau Reese Witherspoon vor kurzem wegen einer vermeintlichen Affäre die Scheidung einreichte, spielt darin einen jener Männer, die letztlich die amerikanische Fahne auf dem Eiland hissen konnten und deren Bildnis die Grundlage für das "US Marine Corps War Memorial" in Washington war.
Gerd Hilber
Als Kleinstadtganove Parker (Ryan Phillippe) die Leihmutter eines berühmten Geschäftsmannes entführt, ahnt er nicht, dass der Erpresste durchaus über Möglichkeiten verfügt, ihm ein tödliches Schnippchen zu schlagen ... (ProSieben / Artisan)
Zwischen den Entführern (Ryan Phillippe, links, Benicio Del Toro) und ihren Verfolgern kommt es zum blutigen Showdown. (ProSieben / Artisan)
Der junge Ganove Longbaugh (Benicio Del Toro) schleppt sich mit kleinen Diebstählen, Auftragsarbeiten und gelegentlichen Samenspenden durchs Leben. (ProSieben / Artisan)
Von diesem Zusammentreffen sollte einiges zu erwarten sein: Salma Hayek und Penélope Cruz sind schließlich nicht nur eher an Schauwerten interessierten männliche Zuschauern ein Begriff, sondern haben mit ...
Früher, als der Duke noch durch die Prärie ritt und dort für Recht und Ordnung sorgte, war der Staub des wilden Westens noch so nah, dass er dem Betrachter in den Zähnen knirschte. Als John Wayne ging, ...
"Brokeback Mountain" (2005) ist eine Gratwanderung: Der Cowboy, das uramerikanische Thema, wird entweiht. Der toughe Viehtreiber schürt Feuer, isst Bohnen und raucht, während er tut, was ein Mann tun muss. ...
Paparazzi" (2004) erzählt von der Bedrängnis, in die Stars geraten, wenn sie mit plötzlicher Popularität ihre Privatsphäre verlieren. In diesem nach einem typischen Joel-Schumacher-Thriller aussehenden ...
Kontrastprogramm an Heiligabend mit einer Hommage an den guten alten Western. Schwierig genug, ihn am Leben zu erhalten. Längst vereinigen moderne Actionfilme die Elemente der verstaubten Klassiker auf ...
Anzeige
Konzert-DVD im Stream Gentleman am 27.04. ab 20.00 Uhr als » Musikstream