logo
Anzeige
Cineastentreff Kino Film Fernsehprogramm Kino Film Indiana Jones und der letzte Kreuzzug
Indiana Jones und der letzte Kreuzzug

Indiana Jones und der letzte Kreuzzug

(tsch) Der Heilige Gral als wie auch immer zu deutendes religiöses Symbol oder Artefakt, erfuhr in den vergangenen Monaten ja ungeahnte Aufmerksamkeit. So krochen letzthin auch selbst ernannte "Symbolologen" aus ihrem Kämmerchen und setzten sich auf die Spur des angeblich so machtvollen Reliktes. Und das sogar recht smart, aber natürlich bei weitem nicht so kernig wie Indiana Jones - Archäologie-Dozent mit Hut und Peitsche. Mit der richtigen Mischung aus Hirnschmalz und Muskelkraft versucht er, die Nazis davon abzuhalten, in den Besitz der von göttlicher Macht erfüllten Reliquie zu gelangen. Wem diese Aufgabenstellung bekannt vorkam, der irrte nicht. Und dennoch war "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" ganz anders ...

Anzeige

 

Gewisse Parallelen zu "Jäger des verlorenen Schatzes" sind unübersehbar: Es gibt einen ominösen Gegenstand aus der abendländisch-christlichen Kultur, es gibt Nationalsozialisten, und es gibt Figuren, die schon einmal vorkamen: Marcus Brody (Denholm Elliott) und Sallah (John Rhys-Davies). Vor allem durch diese ähnliche Ausgangslage musste sich Regisseur Steven Spielberg den Vorwurf gefallen lassen, er habe nach der durchwachsenen Kritik an "Indiana Jones und der Tempel des Todes" versucht, "alten" Fans einen billigen Aufguss seines acht Jahre alten Erfolges vorzusetzen.

Doch gibt es einen Unterschied: Sean Connery. Angeblich wurde der schottische Schauspieler für die Rolle ausgewählt, weil Spielberg, der schon immer einen Bond-Film machen wollte, einen Hauch des britischen Agenten in seinem Streifen haben wollte. Was der heute 76-Jährige dem Run um den Heiligen Gral aber einhauchte, waren Selbstironie und Witz, die zu einem großen Teil die Originalität dieses dritten Teiles ausmachen. In seinem Zusammenspiel mit Ford, dessen Vater er verkörpert, obwohl er nur zwölf Jahre älter ist, bekommt die Figur des Indiana Jones zudem eine persönliche Note, die ihm sehr gut bekommt.

Einiges Licht in seine Persönlichkeit bringt schon die Anfangssequenz: Der jugendliche Indy (River Phoenix) findet in einer Felsenhöhle in Utah das Kreuz von Coronado (berühmtes Film-Zitat: "Das gehört in ein Museum.") und fällt während der Verfolgungsjagd auf dem Zug eines Wanderzirkus' in eine Kiste voller Schlangen. Daraus erklärt sich seine Schlangenphobie. Zudem findet er seine Peitsche, mit der sich aufgrund anfänglichen Dilettantismus' die Narbe am Kinn zufügt. In der Gegenwart - 1936 - erringt Indy (Harrison Ford) das Kreuz wieder, um kurz darauf zu erfahren, dass sein Vater (Sean Connery) von den Nazis entführt wurde. Als Gralsexperte soll er ihnen helfen, jenes Gefäß zu finden, aus dem Jesus und seine Jünger beim Abendmahl getrunken haben und in dem während der Kreuzigung Jesu Blut aufgefangen worden sein soll. Wer aus ihm trinkt, erlangt Unsterblichkeit - und ewig lebende Nazis verheißen für die Welt nichts Gutes.

"Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" wurde der erfolgreichste Film der Trilogie. Einer Trilogie, die wahrscheinlich bald eine Tetralogie wird. Seit Jahren schon laufen die Arbeiten an einem neuen Drehbuch, Harrison Ford hat für die Fortsetzung schon zugesagt - und wie es heißt, soll auch Sean Connery wieder mit von der Partie sein.

Jennifer Fraczek


Eine problematische Vater-Sohn-Beziehung bringt eine weitere Auseinandersetzung hervor: Indiana Jones (Harrison Ford, rechts) möchte direkt nach Iskenderun fahren, Henry (Sean Connery) nach Berlin.
Eine problematische Vater-Sohn-Beziehung bringt eine weitere Auseinandersetzung hervor: Indiana Jones (Harrison Ford, rechts) möchte direkt nach Iskenderun fahren, Henry (Sean Connery) nach Berlin. (Paramount Pictures)

In Windeseile entziffert Indiana Jones (Harrison Ford, rechts) ein Fragment einer mittelalterlichen Steintafel, die ihm der Großindustrielle Walter Donovan (Julian Glover) vorlegt - auf ihn ist halt Verlass.
In Windeseile entziffert Indiana Jones (Harrison Ford, rechts) ein Fragment einer mittelalterlichen Steintafel, die ihm der Großindustrielle Walter Donovan (Julian Glover) vorlegt - auf ihn ist halt Verlass. (Paramount Pictures)

Wiedersehen mit einem alten Bekannten: Bei der Suche nach dem Heiligen Gral hilft Sallah (John Rhys-Davies, rechts) Indiana Jones (Harrison Ford, links) und seinem Vater (Sean Connery) des Öfteren aus der Patsche.
Wiedersehen mit einem alten Bekannten: Bei der Suche nach dem Heiligen Gral hilft Sallah (John Rhys-Davies, rechts) Indiana Jones (Harrison Ford, links) und seinem Vater (Sean Connery) des Öfteren aus der Patsche. (Paramount Pictures)

Datum: 23.12.2006

Facebook aktivieren
Artikel ID 178258

Weitere Artikel, die Sie interessieren könnten:

    "Misery" lehrt bis heute jeden das Gruseln
    Man ist gewohnt, Kathy Bates in üppigen Toiletten auf Happenings der High Society des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zu sehen, etwa in Filmen wie „Chéri“ oder „Titanic“. Was jedoch die Charakterschauspielerin ...

    "Orphan - Das Waisenkind" lehrt alle das Fürchten
    Nein, neu ist die Idee von „Orphan“ nicht: Ein Kind verkörpert das absolut Böse. Und auch bei der Inszenierung trifft man manchmal auf wohlbekannte Motive und fühlt sich durchaus an Damien aus „Das Omen“ ...

    Aus Ron Howards "Illuminati" wurde ein Hochtempo-Krimi
    „Illuminati“, die Verfilmung von Ron Howards Bestseller, wurde ziemlich geradlinig und ideenarm inszeniert. Wie im Roman dreht sich alles um die einzige Frage: „Wer war es?“ Der geht, nein, rennt Tom Hanks ...

    Colin Farrell darf "Nicht auflegen!"
    Selten haben in Hollywood schrill klingelnde Telefone etwas Gutes zu bedeuten. Von Hitchcocks "Bei Anruf Mord" (1954) über den Teen-Horror-Streifen "Scream" (1996) bis zum US-Thriller "Unbekannte Anrufer" ...

    Washington und Jolie sind dem "Knochenjäger" hinterher
    Hannibal Lecter, "Jigsaw" ("Saw") und der teuflische Psychopath aus "Sieben" zählen zu den schlimmsten Serienkillern der jüngeren Filmgeschichte. Ein weiterer wird in solchen Auflistungen gerne übergangen: ...

    Denzel Washington kämpft gegen einen "Dämon"
    Kein schöner Abend für Denzel Washington: Zuerst sucht ihn um 20.15 Uhr "Der Knochenjäger" heim. Um 22.25 Uhr legt ProSieben dann nach und hetzt dem 54-Jährigen den "Dämon" auf den Hals. In dem Okkult-Thriller ...


 
Anzeige
livedome
Konzert-DVD im Stream
Gentleman
Gentleman am 27.04. ab 20.00 Uhr als » Musikstream

Anzeige
.
Partner von Fantastic Zero


itemid = 35 - id = 2350 - task = view - option = com_content - limitstart= 0