Stephen King: Salem's Lot (1)
(tsch) "King schreibt, wie Hitchcock in seiner besten Zeit filmte", urteilte der Südwestfunk über Stephen Kings zweiten Roman-Schocker "Salem's Lot" (1975). Nicht ganz so euphorisch wurde dagegen die erste Verfilmung aus dem Jahre 1979 aufgenommen. Regisseur Tobe Hooper verglich danach jedenfalls keiner mit einem Hitchcock. Zu sparsam, zu dünn war sein TV-Filmchen inszeniert - die Verfilmung scheiterte am hohen Anspruch, wie nicht selten bei den komplexen King-Stoffen. Also besser gleich eine ordentliche Serie daraus machen, dachte man sich vor drei Jahren beim amerikanischen Sender TNT, lud Stars wie Rob Lowe, Rutger Hauer, Donald Sutherland und James Cromwell zum Dreh, um 2004 mit der Vampirgeschichte erneut anzutreten. Und siehe da, die in die Neuzeit transferierte Adaption von Regisseur Mikael Salomon ("Hard Rain") war höchst erfolgreich. Im Sommer veröffentlichte Warner unter dem Titel "Salem's Lot - Brennen muss Salem" den DVD-kompatiblen Zusammenschnitt der US-Miniserie, und nun gibt es das Ganze einigermaßen überraschend auch noch im deutschen Free-TV als Zweiteiler. Das ZDF lädt zur mitternächtlichen Premieren-Party.
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"Wenn man bedenkt, dass das Fernsehen, dieses magische Medium, nahezu alles, was es anfasst, in Scheiße verwandelt, muss ich sagen, dass ich recht gut davongekommen bin." Das soll King tatsächlich 1979 nach der Erstverfilmung gesagt haben. Ob die Neuverfilmung den Meister zufrieden stellte, darf gewiss auch bezweifelt werden, King-Fans jedoch dürften von dem spannenden Horror-Spektakel sehr angetan sein.Auch Mikael Salomon bleibt eng an der Romanvorlage. Der eine Schlüssel, dass die Miniserie und der daraus resultierende Film so gut funktionieren, ist die Aktualität. Der andere ist ein überragender Cast mit gestandenen Schauspielern, die ihre Sache ernster nehmen als man vielleicht hätte befürchten können. Die straffe, kurzweilige Erzählung und die gelungene Bildsprache, mit jenem im modernen Horror-Kino zurzeit gerne genommenen dunkelblauen Grundton, tun ihr Übriges, dass man sich als Zuschauer dem fast magischen Sog des grausigen Geschehens nicht entziehen kann. Jerusalem's Lot, ein verschlafenes 1.391-Seelen-Örtchen an der amerikanischen Ostküste, ist in Aufruhr. In das leer stehende düstere Marsten House ist ein geheimnisvoller Fremder eingezogen. Zum Mobiliar von Schriftsteller Ben Mears (Rob Lowe), der nach vielen Jahren in seine Heimatstadt zurückkehrt, gehört unter anderem eine sargähnliche Kiste, die er nicht aus den Augen lässt. Im Marsten House hatte er einst eine schreckliche Kindheit erlebt, nun will er sich den Ereignissen der Vergangenheit stellen und in eben diesem verfluchten Gebäude einen Roman zu Papier bringen. Zunächst muss sich Mears mit den neuen Besitzern des alten Hauses auseinander setzen. Einer davon ist der kauzige Mr. Straker (Donald Sutherland), der eben erst ein Antiquitätengeschäft in der Kleinstadt eröffnet hat. Von nun an wird's zappenduster in der neuenglischen Idylle. Unfälle, Morde, Leichen. Bald sterben die Bewohner des Dörfchens wie die Fliegen. Weshalb? Wo sind die Zusammenhänge zu suchen? Wie lässt sich das Böse, das so plötzlich über diese Leute hereingebrochen ist, aufhalten? Ben Mears und seine neue Bekannte Susan Norton (Samantha Mathis) machen sich mit Weihwasser und Kruzifix bewaffnet an die Aufklärung. ("Salem's Lot Teil 2" ist am Freitag, 29. Dezember, 0.00 Uhr, zu sehen.)
Frank Rauscher
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Was führt Antiquar Straker (Donald Sutherland) im Schilde? (ZDF / Ben Nott)
Schriftsteller Ben Mears (Rob Lowe) vor dem mysteriösen Marsten-Haus. (ZDF / Ben Nott)
Seine Heimatstadt Salem's Lot wird Ben Mears (Rob Lowe) zunehmend unheimlich. (ZDF / Ben Nott) |
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