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Van Helsing

Van Helsing

(tsch) Das hier ist nicht gruselig! Das hier ist abenteuerlich! Man hätte es sich ja denken können. Stephen Sommers, jener Regisseur, der nach dem Erfolg von "Die Mumie" eine Art Narrenfreiheit in Hollywood genießt (derzeit denkt er gar über eine Neuverfilmung von "Flash Gordon" nach), drehte einen Film über Dracula, Werwölfe, Frankenstein und all die anderen Monster-Fieslinge, die schon seit Jahrzehnten die Kinoleinwand immer mal wieder für sich in Anspruch nehmen. Und natürlich wird da nichts anderes daraus, als man schon bisher von Sommers kannte: ein tricktechnisches, ziemlich herzloses Abenteuer, reich an gewollter und ungewollter Komik. RTL zeigt zum neuen Jahr nun "Van Helsing" (2004) als Free-TV-Premiere.

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Immer mal wieder tauchte der Jäger Draculas in der Vergangenheit auf, und es ist tatsächlich verblüffend, dass diese eigentlich recht dankbare Figur lange Zeit keinen eigenen, großen Film bekam. Hugh Jackman spielt Van Helsing, und das ist wahrscheinlich das Beste am gleichnamigen Film. Ein ziemlich großer Hut, ein wiederkehrendes Augenzwinkern in seinen Worten und Taten, dazu eine ziemlich moderne Ausstattung, bedenkt man, dass der Film so gegen Ende des 19. Jahrhunderts spielt.

Zunächst meuchelt er mal Mr. Jekyll beziehungsweise Mr. Hyde dahin, was mit dem ganzen Film eigentlich nichts zu tun hat, aber als Eröffnungssequenz schon deutlich macht, was hier kommt. Ein Popcorn-Spektakel der sehr konventionellen Art, dezent verhüllt in ein paar düstere Bilder, ein bisschen Nebel, beleuchtet vom ewig vollen Mond. Es ist die Kirche, meint das Drehbuch (auch von Stephen Sommers), die Van Helsing seit einer halben Ewigkeit durch die Welt und die Geschichte hetzt, um mit ihm aufzuräumen. Ihm zur Seite steht ein gewisser Carl (David Wenham), der seinen Meister in einer niedlichen Hommage auf die Szenen James Bonds mit seinem einstigen Trickspezialisten Q zunächst mit allerlei wertvollen Waffen ausstattet, danach allerdings gezwungen wird, Van Helsing mit nach Transsylvanien zu begleiten.

Dort wehrt sich die Familie Valerious seit Jahrhunderten mit sehr überschaubarem Erfolg gegen das Böse, angeführt von Graf Dracula (Richard Roxburgh). Sollte die letzte Überlebende der Widerständler, die junge Anna, auch noch das Zeitliche segnen, wäre aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen der Weg Draculas frei in Richtung ganze Welt. Kate Beckinsale spielt jene Anna, gewissermaßen eine Persiflage auf ihre Rolle im Gothic-Schocker "Underworld". Dort hatte sie es ebenso mit Werwölfen zu tun. Ihr eigener Bruder (Will Kemp) ist's gar, der sich lustig hin- und herverwandelt.

In aller Selbstverständlichkeit geht dieser Film davon aus, das sich in Transsylvanien so ziemlich alles trifft, was in der Gruselwelt Rang und Namen hat. Neben den Genannten wäre da auch noch Frankensteins Monster (Shuler Hensley) zu erwähnen, das im Fortgang der Geschichte noch eine besondere Rolle spielen soll.

Das ist die Ausgangssituation. Den Rest der Geschichte zu erzählen, würde zwei, maximal drei Sätze umfassen, und um noch so etwas wie Spannung aufrecht zu erhalten, werden die hier verschwiegen. Vor allem ist "Van Helsing" nicht mehr, aber auch nicht weniger als eine Aneinanderreihung einer Vielzahl von Kampf- und Actionszenen, die zum Großteil am Computer erschaffen wurden und bisweilen leider sehr künstlich aussehen.

Schon klar: "Van Helsing" will teure, aufwändige und über weite Strecken auch gelungene Unterhaltung der einfachsten Art sein, und das gelingt ihm auch. Abseits von all dem, was irgendwie eine atmosphärische Stärke hätte, besitzt der Film Popcorn-Qualitäten, die in etwa so laut knallen wie Draculas Nachkommen (Gremlins-artige Fledermäuse) bei ihrem zugegeben amüsanten Tod. Es ist ganz einfach: Wer "Die Mumie" mochte, wird auch dies hier mögen. Wer Dracula gerne in seiner Vorstellung so erhalten würde, wie ihn die Literatur und abgesehen von Wes Craven auch das Kino bisher präsentierte, sollte zumindest zu Beginn des Jahres einen weiten Bogen um RTL machen.

Kai-Oliver Derks


Hugh Jackman gibt sich als Van Helsing redlich Mühe, gerät aber auch in die gigantische Popcorn-Maschine.
Hugh Jackman gibt sich als Van Helsing redlich Mühe, gerät aber auch in die gigantische Popcorn-Maschine. (RTL)

Van Helsing (Hugh Jackman) findet in der furchtlosen Anna Valerious (Kate Beckinsale) eine Verbündete im Kampf gegen den teuflischen Graf Dracula.
Van Helsing (Hugh Jackman) findet in der furchtlosen Anna Valerious (Kate Beckinsale) eine Verbündete im Kampf gegen den teuflischen Graf Dracula. (RTL)

Im düsteren Transsilvanien herrscht der böse, verführerische und unbesiegbare Vampir Graf Dracula (Richard Roxburgh).
Im düsteren Transsilvanien herrscht der böse, verführerische und unbesiegbare Vampir Graf Dracula (Richard Roxburgh). (RTL)

Datum: 31.12.2006

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Artikel ID 178652

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