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Der weiße Planet

Der weiße Planet

(tsch) Das Filmplakat ließe vermuten, nach "Die Reise der Pinguine" (2005) würde nun hier die rührselige Geschichte einer Eisbärenfamilie erzählt, die sich - aus Pinguin-Perspektive - am anderen Ende der Welt durchschlägt. Doch in ihrer aufwändigen Dokumentation "Der weiße Planet", die in jahrelanger Arbeit entstand, zeigen Thierry Ragobert und Thierry Piantanida, wie sich viele verschiedene Tiere an diesen scheinbar unwirtlichen Lebensraum im ewigen Eis angepasst haben. Die Filmemacher begleiten sie durchs Jahr, beobachten dabei immer wieder einen heranwachsenden Polarbären, zeigen ihn beim Spielen und beim Jagen, und wie er bereits die Folgen der globalen Erwärmung zu spüren bekommt.

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Auch im scheinbar immer währenden Winter wechseln die Jahreszeiten. Wie sich das auf das Leben der Arktisbewohner auswirkt, das fingen Ragobert, Piantanida und ihr Team unter vollem Einsatz mit der Kamera ein. Durch Frühling, Sommer, Herbst und Winter geht es über Tundra, Fjord und Eisscholle. Das Eis sollte eine besondere Rolle spielen: "Es war für uns überaus notwendig, es aus wirklich jeder Perspektive zu filmen", erzählten die Regisseure.

Unter anderem gelang es außerdem, mit der Kamera bei der Geburt eines Polarbären dabei zu sein, den sie dann bis zu seinen ersten Versuchen im Jagen begleitete. Auch eine Karibuherde auf Wanderschaft begegnet dem Betrachter des Films immer wieder, der außerdem Walen dabei zusehen kann, wie sie sich ihren Weg durch die Eisschollen bahnen und einer Unterhaltung von Belugas lauschen.

Der ganz eigene, natürliche Soundtrack der Arktis untermalt die Dokumentation: quietschendes Packeis, schnarchende Moschusrinder, tosende Winde. Dennoch verstärken eigens komponierte Melodien und Inuit-Gesänge die Emotionen, die dieser Film hervorrufen möchte - zum Beispiel, wenn ein Beluga-Baby in Not gerät. Den deutschen Off-Text spricht Sänger und Moderator Ben: eine Erzählung voller wissenschaftlicher Fakten.

Außerdem wollen Ragobert und Piantanida in der kanadisch-französischen Produktion, ihrer "Oper der Wildnis", auf die Gefahren des Klimawandels hinweisen: Schon jetzt dauert der Sommer länger, Eis schmilzt, der Lebensraum, an den sich die Tiere so hervorragend angepasst haben, verändert sich. Als hätten sich hier Al Gores "Eine unbequeme Wahrheit" und Luc Jacquets "Die Reise der Pinguine" zusammengetan - die Filmemacher wählten bewusst diese Region der Erde für ihren Film: "Wir begriffen, sollte es einen Ort auf der Welt geben, der sich in den kommenden Jahrzehnten radikal verändern wird, dann ist es dieser", sagen sie. "Wir wollten zeigen, wie die Arktis heute ist."

Petra Fürst

Credits:
V:Concorde, CDN/F 2006, R: Thierry Ragobert, Thierry Piantanida

Laufzeit: 86 Min.

Kinostart:
28.12.06


Den Winter über säugt die Eisbärin ihren Nachwuchs, doch bald wird sie ihnen das Jagen beibringen.
Den Winter über säugt die Eisbärin ihren Nachwuchs, doch bald wird sie ihnen das Jagen beibringen. (2006 Concorde Filmverleih GmbH)

Im Frühjahr färbt sich das weiße Winterfell des Polarfuchses braun.
Im Frühjahr färbt sich das weiße Winterfell des Polarfuchses braun. (2006 Concorde Filmverleih GmbH)

Der Beluga zeichnet sich durch Zähne, sein einzigartiges Blasloch auf dem Kopf sowie die sogenannte Melone aus.
Der Beluga zeichnet sich durch Zähne, sein einzigartiges Blasloch auf dem Kopf sowie die sogenannte Melone aus. (2006 Concorde Filmverleih GmbH)

Datum: 27.12.2006

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