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Apocalypto

Diverse Apocalypto

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Wollen Sie viele braun gebrannte, schick tättowierte und leicht bekleidete Muskelkörper sehen? Goa? Den Flug können Sie sich sparen! Gehen Sie doch ins Kino und sehen Sie "Apocalypto" von Mel Gibson, dann können Sie sich diese vielen hübschen Menschen und etwa eine Million Hektoliter Blut sogar ohne Voyeurismus-Vorwurf begaffen, im Gegenteil, das ist Bildung! Zumindest laut Filmemacher Mel Gibson, der nach der "Passion Christi" ein weiteres tendenziöses Bombast-Machwerk an den Start schickt, in dem er seine ureigene Sicht der Weltgeschichte auf Zelluloid bannt.

Diesmal möchte Herr Gibson zeigen, wie die Hochkultur der Maya ein Ende fand, beziehungsweise wie der Maya-Krieger namens "Pranke des Jaguars" das beginnende Ende erlebt. Statt kultureller Hintergründe zum rätselhaften Ableben der Mayakultur aber gibt es Brutalitäten am laufenden Band. Wer die "Passion Christi" blutig fand, dem wird hier noch schneller schlecht. Wer für minutenlange grausame Szenen in allen Details keine Passion hat, sollte lieber doch ein Ticket nach Goa lösen. Oder nach Mexiko, dem Drehort. Immerhin versucht Gibson dem komplett in einem Maya-Dialekt gedrehten Film durch die Sprache eine gewisse Authentizität zu verleihen. "Ein Haufen heißer Luft in epochaler Breite und mit ganz viel Blut" urteilte eine Kinozeitschrift dennoch, "Braveheart trägt jetzt String" ein erboster Kinogänger.

Möchte man nach diesem Film wirklich James Horners Soundtrack noch einmal hören? Immerhin versteht der etwas vom Geschäft, sammelt Oscars, vertonte Klassiker wie "A Beautiful Mind", "Aliens" und "Titanic" und weniger gute, aber dennoch erfolgreiche Filme wie "Appollo 13". Als alter Bekannter von Gibson, der neben dem Score zu "Der Mann ohne Gesicht" auch den von "Braveheart" komponierte, weiß er, was der Chef wünscht. Hornersound eben. Aber weniger das Orchester spielt diesmal die Hauptrolle als der Sequencer. Wabernde, düstere und bedrohliche Computersounds, unterbrochen von explosionsartigen Beats, exotischen Instrumenten und treibenden Percussion-Jagden, die den Running Man Pranke des Jaguar auf seiner wilden Dschungelhatz untermalen, sind die Hauptzutaten. Manche (sehr wenige) Horner-Fans behaupten, dass dies Horners bester Soundtrack wäre, dass das historisch-ethnologische Thema seinen Sound grundlegend aufgeputzt und wertvoll gemacht hätte. Denn ausgepolstert wird der relativ zweckmäßige, an Schmuck oder Melodien arme Score auch noch von Ethno-Flöten, Obertongesängen, geflüsterten oder skandierten Stimmen in oben genanntem Maya-Dialekt und Naturtongeräuschen wie geschlagenem Metall. Wir hingegen finden, Horner liefert hier Massenware ohne große Variationsbreite ab, er findet kein Thema, das variiert werden kann, und bildet so musikdramatisch oder -thematisch kaum einen Spannungsbogen. Der Score pladdert mit Hilfe vieler synthetischer Sounds dahin, er wummert am Anfang wie am Ende und in der Mitte nicht großartig anders.

Kati Hofacker


Datum: 27.12.2006

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Diskussion: "Apocalypto"

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