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Texas Chainsaw Massacre - The Beginning

Steve Jablonsky Texas Chainsaw Massacre - The Beginning

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Warum das Kettensägenmassaker, einer der bescheuertsten B-Movies, der je gedreht wurde (und das war 1974 eine Kunst - also noch bescheuerter als die Konkurrenz), noch einmal gedreht werden musste, weiß bis heute niemand. Dass der Neuauflage von 2003 dann aber noch ein Prequel hinterher gesetzt wurde, "Texas Chainsaw Massacre - The Beginning", das kann nur an dem überraschenden Erfolg des Remakes liegen. Geld verdirbt bekanntlich nicht nur den Charakter, sondern scheinbar auch den Geschmack. Die Story über die Kindheit von Leatherface jedenfalls wurde in den USA in der Luft zerrissen und bekommt in Deutschland derzeit noch keine Freigabe. Zu viel Gewalt. Für die Vertonung des blutigen Geschehens Teil null wurde wieder der Hans-Zimmer-Hiwi und Harry-Gregson-Williams-Assistent Steve Jablonsky gewählt, der für "Die Insel" und als Mitarbeiter von "Pearl Harbor" eigentlich relativ Ordentliches geleistet hatte.

Jablonsky gab zum Kettensägenmassaker ehrlich zu: "Ich hatte weder Zeit noch Geld für den Soundtrack." Das macht nichts, Filmboss Sheldon Turner, derzeit einer der meistverrissenen Regisseure / Buchautoren im Horrorgenre, hat ganz offensichtlich ja auch kein Gehirn, da fallen solch kleine Mängel kaum weiter auf. Wie auch schon im ersten Teil arbeitet Jablonsky quasi ohne Melodie, ja fast ohne Musik. Lediglich ausgesuchte, nur Sekunden währende Teile in Tracks wie "Chainsaw", "Face Removal" oder "Officer Hoyt" weisen über Geräusch hinausgehende musikalische Grundgedanken auf. Und das, obwohl diesmal genug Geld da war, um das renommierte Northwest Sinfonia Orchestra zu buchen.

Immerhin bleiben dem Soundtrackfreund die synthetischen Plastiksound-Orgien erspart, mit denen Jablonsky uns im ersten Remake-Teil quälte, diesmal packt er etwas mehr klischeehafte Horror-Elemente mit hinein: Streicher-Ostinati, unterbrochen von metallischen Schlägen, Hall, das Übliche halt. Die Sparsamkeit in Bezug auf die Menge der Töne war laut Jablonsky Absicht, um die ruhige und verstörende Atmosphäre nicht durch "unnötige" Klischees oder - huch - gar Orchestermusik zu zerstören. Das ging zwar nicht mehr so komplett nach hinten los wie im ersten Teil, orientiert sich etwas mehr an konventionellen Arbeiten im Horror-Genre, kommt aber trotzdem ohne Melodien und Motive aus, nutzt weder wieder erkennbare Themen noch raffinierte Verflechtungen und Leitmotiv-Arbeit. Insofern könnte man sagen, der Soundtrack von "The Beginning" ist eine Fortsetzung des ersten Teils, nur mehr analog statt rein digital.

Kati Hofacker


Datum: 27.12.2006

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