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Nachts im Museum

Nachts im Museum

(tsch) Nachtwachen im Kino bieten bekanntlich viele unangenehme Überraschungen. So ist es auch nicht schwer zu erraten, dass bei der US-Komödie "Nachts im Museum" etwas lebendig wird, was besser als Exponat auf seinem Podest oder im Schaukasten geblieben wäre. Das Fantasy-Spektakel schöpft, ganz im Stil von großen Hollywood-Produktionen, bei den Computertricks aus dem Vollen. Gespart wird nur an der inneren Logik der Story - aber auch das ließ sich eigentlich erahnen.

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Ben Stiller spielt den Träumer Larry, der Schwierigkeiten mit dem allgemein verbreiteten Karrierekonzept der Gesellschaft hat. Er muss sich gut mit seiner Ex-Frau stellen, um weiter Umgang mit seinem Sohn haben zu dürfen. Deshalb nimmt der Lebenskünstler, der noch nie eine Sache zu Ende gebracht hat, einen Job als Nachtwächter im New Yorker Museum of Natural History an. Eine einfache Tätigkeit bei der er, so glaubt Larry, auf jeden Fall erfolgreich sein kann.

Sobald die Sonne untergeht, gibt es aber ein böses Erwachen. Das Skelett des Tyrannosaurus Rex, der eben noch friedlich in der Halle stand, ist verschwunden. Das Dröhnen von riesigen Füßen auf dem Boden des Museums verrät, dass es sich hier nicht um einen Diebstahl handelt. Larry traut seinen Augen nicht, aber alle Ausstellungsstücke scheinen plötzlich zu Leben erwacht zu sein. Viel Zeit, um sich zu wundern, hat er jedoch nicht. Das Riesenvieh ist ihm auf den Fersen. Woher soll denn der Neue wissen, dass der Dino nur Stöckchenwerfen spielen will? Er hätte zum Beispiel das Handbuch lesen können, das ihm seine drei suspekten kauzigen Vorgänger (das Altstar-Trio Dick van Dyke, Mickey Rooney und Bill Cobbs) hinterlassen haben.

Mit Hilfe einer historischen Persönlichkeit, dem 26. Präsidenten der USA, Teddy Roosevelt (Robin Williams), bringt Larry Ordnung ins Museum. Die erste Nacht ist überstanden und für Larry ist klar: Nie wieder zurück zum Hunnen Attila, den Steinzeitmenschen, den Maya und den sich ewig streitenden Miniatur-Römern und -Cowboys. Auch will er sich auf keinen Fall noch einmal von dem fiesen Äffchen aus dem ersten Stock drangsalieren lassen.

Ihre Grundidee hat Regisseur Shawn Levy und seinen Drehbuchautoren anscheinend so gut gefallen, dass sie "Nachts im Museum" zu einer Spielwiese für erstaunliche Computereffekte machten. Dazu jede Menge Gags, die vor allem die kindliche Zielgruppe erfreuen dürfte. Wie ein Alibi wirkt da die Vater-Sohn-Story. Sie dient wie so vieles nur dazu, um die Handlung genau in die Richtung zu treiben, wo der nächste amüsante Effekt wartet.

Um vor seinem Sohn nicht wieder einmal als Versager da zu stehen, stellt sich Larry erneut dem Spuk im Museum. Ohne Instruktionen, denn das Handbuch wurde inzwischen vom Affen vernichtet, aber mit jeder Menge historischem Wissen, das er sich im Schnellverfahren angeeignet hat. Der Zuschauer freut sich dabei hauptsächlich über das Wiedersehen mit den heimlichen Helden des Films: Owen Wilson als streitbarer Mini-Westernheld und Steve Coogan als stolzer Octavian in einer Liliput-Ausgabe. Die beiden halten das Versprechen des Films bis zum Ende mit witzigen Schlagabtausch-Szenen.

"Nachts im Museum" ist ein Blender, der mit einem wie immer kindisch wirkenden Hauptdarsteller, viel technischem Schnickschnack und einigen gelungenen Gags einlullt. Aber, um mit einem Zitat von Teddy Roosevelt zu schließen: "Es ist hart zu versagen. Noch schlimmer ist es aber wenn man es erst gar nicht probiert."

Diemuth Schmidt

Credits:
V:Fox, USA 2006, R: Shawn Levy, D: Robin Williams, Ben Stiller, Carla Gugino u.a.

Laufzeit: 108 Min.

Kinostart:
28.12.06


Der Cowboy (Owen Wilson in einer Gastrolle) beobachtet hämisch, wie der hilflose Larry (Ben Stiller, rechts) von einem Miniaturzug angefahren wird.
Der Cowboy (Owen Wilson in einer Gastrolle) beobachtet hämisch, wie der hilflose Larry (Ben Stiller, rechts) von einem Miniaturzug angefahren wird. (2006 Twentieth Century Fox)

In seinem neuen Job als Nachtwächter macht sich Larry Daley (Ben Stiller) mit allen Museums-Exponaten vertraut.
In seinem neuen Job als Nachtwächter macht sich Larry Daley (Ben Stiller) mit allen Museums-Exponaten vertraut. (2006 Twentieth Century Fox)

Larry Daley (Ben Stiller, links) und Theodore Roosevelt (Robin Williams) gehen auf nächtliche Entdeckungs-Tour.
Larry Daley (Ben Stiller, links) und Theodore Roosevelt (Robin Williams) gehen auf nächtliche Entdeckungs-Tour. (2006 Twentieth Century Fox)

Datum: 31.12.2006

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Artikel ID 179226

 
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