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Vitus

Vitus

(tsch) Einer wie Mozart soll er werden. Ein Klaviervirtuose, der alle Zuhörer verzaubert. Vitus' Mutter (Julika Jenkins) will aus ihrem Sprössling, einem begnadeten Jung-Pianisten, ein Wunderkind machen. Der aufmüpfige, hochintelligente Vitus (als Sechsjähriger: Fabrizio Borsani, als Zwölfjähriger: Teo Gheorghiu) aber denkt gar nicht daran. Er wünscht sich eine normale Kindheit. Mit fast 200.000 Besuchern wurde die Coming-of-Age-Geschichte "Vitus" ein kleiner Sensationserfolg in der Schweiz. Nun kommt das eigenwillige Drama von Fredi M. Murer - der Schweizer Vorschlag für die Oscar-Nominierung 2007 als bester nicht-englischsprachiger Film - auch hierzulande in die Kinos.

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Leicht hatte es Vitus noch nie. Im Kindergarten und später auch in der Schule wird er von den anderen zum Außenseiter degradiert, weil er mit seinen besserwisserischen Aussagen nervt. Der Vater (Urs Jucker) sieht seinen Sohnemann schon früh als Ingenieur. Die ehrgeizige Mutter will aus ihrem hochbegabten Jungen indes ein Wunderkind machen und schickt ihn zu einer Klavier-Koryphäe, damit er dort den besten Unterricht bekommt. Nur im erfinderischen Großvater (Murers Wunschbesetzung: Bruno Ganz) findet Vitus tatsächlich Halt und Vertrauen.

Irgendwann wachsen Vitus die Anforderungen, die die Erwachsenen an ihn stellen, über den Kopf. Er hat keine Lust den Piano-Virtuosen zu geben, will einfach nur ein normales Leben führen. Kurzerhand simuliert er als Zwölfjähriger, nach einem Unfall seine außergewöhnlichen Fähigkeiten verloren zu haben. Er reizt die Mutter mit falsch gedrückten Klaviertasten und wagt hinter ihrem Rücken die ersten Schritte in Richtung Mädchenwelt und Bankenreich. Erfolgreich schließt er bereits seine ersten Geldgeschäfte mit der finanziellen Hilfe seines Opas im Internet ab und kommt seinem eigentlichen größten Wunsch, dem Fliegen, immer näher.

"Vitus" wurde zu Recht in der Schweiz zum Kassenschlager, erzählt der brillant besetzte Film doch eine melancholische und zugleich fröhlich-gewitzte Geschichte über ein Wunderkind, das eigentlich keines sein will. Schon viele Jahre geisterte im Kopf des 65-jährigen Regisseurs herum, einmal eine "Kindheits- und Menschwerdungsgeschichte zu erzählen, die sich ganz realitätsnah in unserem normalen Alltag abspielt". Fredi M. Murer hat nun ein Werk geschaffen, das durch eine eigenwillige Inszenierung genauso wie durch die musikalische Untermalung und die ausgezeichnete Darstellerleistung in den Bann zieht.

Julia Schöppner

Credits:
V:Schwarz-Weiss, CH 2006, R: Fredi M. Murer, D: Bruno Ganz, Teo Gheorghiu, Julika Jenkins u.a.

Laufzeit: 122 Min.

Kinostart:
21.12.06


Vitus (Teo Gheorghiu) soll ein Klaviervirtuose werden. Doch sehnt er sich nach einer normalen Kindheit.
Vitus (Teo Gheorghiu) soll ein Klaviervirtuose werden. Doch sehnt er sich nach einer normalen Kindheit. (Schwarz-Weiss)

Vitus' Eltern (Julika Jenkins und Urs Jucker) verlangen ihrem Sohn zu viel ab.
Vitus' Eltern (Julika Jenkins und Urs Jucker) verlangen ihrem Sohn zu viel ab. (Schwarz-Weiss)

Vitus' (Fabrizio Borsani) größter Traum: fliegen!
Vitus' (Fabrizio Borsani) größter Traum: fliegen! (Schwarz-Weiss)

Datum: 06.01.2007

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Diskussion: "Vitus"

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