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Der Morgen stirbt nie

James Bond 007 - Der Morgen stirbt nie

(tsch) Es hätte wohl auch ein Trick sein können. Theoretisch zumindest. So ähnlich wurde das vor Jahrzehnten schon einmal bei Sean Connery praktiziert, der als Bond seinen Ausstieg erklärte und dann doch noch einmal zurückkam. Diesmal aber scheint das Aus endgültig zu sein. Pierce Brosnans Zeit als 007 ist abgelaufen, und über die wahren Gründe dafür wird man wohl erst in Jahren aufgeklärt. Der Neue, Daniel Craig, bewies kürzlich im neuesten Bond mit dem Titel "Casino Royale", dass der gestählte Brite durchaus ein würdiger Nachfolger Brosnans ist.

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Dessen Fans trösten sich mit den TV-Wiederholungen seiner Auftritte als Geheimagent. Nun besitzt das ZDF die Rechte für "Der Morgen stirbt nie", den 18. Bond-Film, bei dem 1997 erstmals ein Budget von mehr als 100 Millionen Dollar zur Verfügung stand. Gearbeitet wurde mit allen wesentlichen Stilelementen der Reihe - sogar der schon in Vergessenheit geratene und einst traditionelle Opfertod eines Sympathieträgers wurde wieder eingeführt. Doch fehlen dem Film das Tempo und die Spritzigkeit seines Vorgängers "Goldeneye".

Und es wurde deutlich, dass dem modern gewordenen Agenten angesichts mangelnder Bedrohung aus dem Osten ein Problem ins Haus stand: Es gab keine adäquaten Gegner mehr. In "Der Morgen stirbt nie" hatte es 007 mit einem Medienkönig zu tun, der mit Zeitungen, Fernsehsendern und Radiostationen die Meinung der Öffentlichkeit beherrscht. Doch Elliott Carver (Jonathan Pryce) genügt das nicht: Er will einen Krieg zwischen China und Großbritannien entfachen, um selbst zum Thema exclusiv von Anfang an berichten zu können. Ein selbst für Bond-Verhältnisse mehr als merkwürdiger Plan.

Der britische Geheimdienst kommt Carver auf die Spur und schickt 007. Der, das darf freilich verraten werden, vernichtet einen Gegner, der keiner ist. So sehr sich der Charakterdarsteller Pryce auch bemüht, der Figur Gefährlichkeit mit einem Hauch von Wahnsinn einzuhauchen, so schwach ist doch dieser Kontrahent. Man braucht wenig Fantasie, um zu ahnen, dass ein gealterter Medienmogul schlecht aussehen wird gegen den gewohnt kompromisslosen und bestens ausgerüsteten Superagenten.

Der hatte damals der Monogamie wieder abgeschworen. Das Drehbuch zu "Der Morgen stirbt nie" gesteht Bond diesmal drei Frauen statt nur einer zu. Diesen legendären "Bond Girls" widmet das Erste dann zu später Stunde um 02.35 Uhr die Dokumentation "Bond Girls are forever". Trotz ihrer doppeldeutigen Namen - "Pussy Galore", "Honey Ryder", "Holly Goodhead" - waren sie alle mehr als nur Bonds Betthasen. Jede für sich verkörperte einen neuen, starken Frauentyp. Ex-Bond-Girl Maryam d'Abo (Kara Milovy in "Der Hauch des Todes") traf sich für diesen Film mit ehemaligen Gespielinnen des Topagenten wie Ursula Andress ("James Bond jagt Dr. No"), Maud Adams ("Octopussy") und Halle Berry ("Stirb an einem anderen Tag"), um einen ganz persönlichen Blick auf ihre Erfahrungen als Bond-Girl zu werfen.

Zuvor jedoch verdreht erst einmal Schmugglerin Tiffany Case dem Womanizer den Kopf. Im Anschluss an "Der Morgen stirbt nie" und den Boxkampf Nikolai Valuev - Jamel McCline zeigt das Erste um 00.40 Uhr den siebten Film der Bond-Reihe mit dem Titel "Diamantenfieber".

Tom Ruder


Bonds (Pierce Brosnan) Ex-Geliebte Paris (Teri Hatcher) ist jetzt mit seinem Gegenspieler Carver zusammen.
Bonds (Pierce Brosnan) Ex-Geliebte Paris (Teri Hatcher) ist jetzt mit seinem Gegenspieler Carver zusammen. (ARD Degeto)

Elliott Carver (Jonathan Pryce), der Medienmogul - ein ernsthafter Gegner für Bond? Wohl nicht!
Elliott Carver (Jonathan Pryce), der Medienmogul - ein ernsthafter Gegner für Bond? Wohl nicht! (ARD Degeto)

James Bond (Pierce Brosnan) verbündet sich mit der Geheimagentin Wai Lin (Michelle Yeoh).
James Bond (Pierce Brosnan) verbündet sich mit der Geheimagentin Wai Lin (Michelle Yeoh). (ARD Degeto)

Datum: 19.01.2007

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Artikel ID 179298

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