Cube
(tsch) Eigentlich kein gutes Zeichen, wenn ein Film Kultstatus in den erlesenen Kreisen der Surrealisten genießt. Bei "Cube" (1997), dem vielfach preisgekrönten Kinodebüt des Regisseurs Vincenzo Natali, ist das anders. Der einstige Storyboard-Zeichner des Cyber-Spektakels "Vernetzt - Johnny Mnemonic" schuf mit kleinem Budget und unbekannten Schauspielern einen erstklassigen, zugleich verstörenden und beklemmenden Science-Fiction-Thriller, den RTL II nun wiederholt.
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Beängstigender und schockierender könnten die ersten Minuten des Films nicht sein: Ein Unbekannter wacht in einem würfelförmigen Raum auf. Er weiß nicht, wo er ist oder wie er herkam. Er macht zwei Schritte und ist tot - von messerscharfen Drähten in hunderte Würfel zerteilt. Spätestens hier dürfte Zartbesaiteten das Abendessen wieder hochkommen. Neben dem Namenlosen wachen in ähnlichen Räumen sechs weitere Menschen auf, die anfangs etwas mehr Glück haben. Irgendwie finden sie zueinander, und gemeinsam versuchen sie, sich einen Weg aus dem ebenso bizarren wie mörderischen Komplex gleichartiger Kuben zu bahnen, der sie gefangen hält. Doch statt eines Ausgangs entdecken der Cop Quentin (Maurice Dean Wint), die Ärztin Holloway (Nicky Guadagni), die begabte Mathematik-Studentin Leaven (Nicole de Boer) und der scheinbar depressive Normalo Worth (David Hewlett) die dunklen Seiten ihrer Seelen - hervorgerufen von immer perfider werdenden Fallen und aufkeimendem Misstrauen untereinander. Am Rande: Alle Figuren des Films wurden nach bekannten amerikanischen Strafanstalten benannt. Antworten liefert "Cube" nur wenige, dennoch erwartet den Zuschauer ein intelligent gestrickter Film voller albtraumhafter, klaustrophobischer Paranoia und außergewöhnlicher Optik. Einzig die Geometriekenntnisse sollten vielleicht noch ein wenig aufgefrischt werden, um das Geheimnis des mörderischen Labyrinths verstehen zu können. 2002 inszenierte der Regisseur Andrtej Sekula eine wenig gelungene Fortsetzung des Thrillers, die hierzulande nur auf Video und DVD erschien. Zwei Jahre später folgte - ganz im Prequel-Trend liegend - die Vorgeschichte des mörderischen Komplexes. "Cube Zero" (ebenfalls nur auf DVD erhältlich) begeht jedoch die größte aller Sünden und zerstört den Mythos des Originals durch allzu plumpe Erklärungsversuche.
Gerd Hilber
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Eine Gruppe Fremder wacht eingeschlossen in einem bizarren Würfelkomplex auf und sucht verzweifelt nach einem Ausgang. (RTL II)
Auf der Suche nach einem Ausweg aus dem Würfellabyrinth müssen Leaven (Nicole de Boer), Worth (David Hewlett, Mitte), Kazan (Andrew Miller) und ihre Weggefährten feststellen, dass in einigen der Kuben perfide tödliche Fallen auf sie warten. (RTL II)
Kazan (Andrew Miller, links) macht auf Worth (David Hewlett) einen äußerst verwirrten Eindruck. Trotzdem überlebte er bislang in dem tödlichen Würfelgefängnis. (RTL II) |
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