(tsch) "Ach, wenn mir doch einer das Gruseln beibringen könnte ..." - Was zu Zeiten des Grimmschen Märchens "Von einem der auszog, das Fürchten zu lernen" dem Protagonisten Probleme bereitete ("Das wird wohl eine Kunst sein, von der ich nichts verstehe"), das löst heutzutage der schnelle Druck auf die Fernbedienung: Vom Reality-Grusel bis zum Horrorschocker liefert das Fernsehen das gewünschte Lehrmaterial frei Haus. Wohl dem, der dabei an einen Meister vom Schlage des John Carpenter gerät. "The Fog - Nebel des Grauens" (1980) ist längst ein Klassiker im Horror-Genre. Es war Carpenters zweiter großer Erfolg nach "Halloween", der im Jahr zuvor die Kinokassen gesprengt hatte. "Sogar die erschreckendsten Szenen sind unheimlich schön", urteilte beispielsweise das "Time Magazine".
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Einst strandete in der Antonio Bay ein mit Gold beladenes Schiff und wurde später von einem geheimnisvollen Nebel verschlungen. 100 Jahre später meldet die Radiostation das Herannahen einer gigantischen, unheimlichen Nebelbank, und es passieren viele mysteriöse Dinge - zwei Menschen kommen ums Leben. Nur Pater Malone weiß, dass der "Nebel des Grauens" sechs Opfer fordern wird ...
Im Gegensatz zum in Mode gekommenen Real-Horror wirkt Carpenters Frühwerk wie ein Klassiker des Gothic-Horrors: Ein alter Seemann erzählt kleinen Kindern, wie vor vielen Jahren der Ort San Antonio gegründet wurde. Räuber lockten ein Schiff auf ein Riff, erbeuteten einen Schatz, mit dem sie den Ort gründeten. Die Besatzung kam bei dem Überfall ums Leben. Während seiner Erzählung taucht eine dichte Nebelbank vor der Küste auf, in der die damals Ermordeten als Zombies auf Rache lauern.
Regisseur Carpenter ("Die Klapperschlange") erläuterte zum Kinostart sein Horror-Verständnis. Das Faible für Horror-Filme sei ein Signal allgemeiner politischer Unsicherheit: "Das Kino stellt ein Ventil dar. Im Kino und innerhalb einer Gruppe lassen sich Ängste und Aggressionen eher kompensieren als im Wohnzimmer und alleine zu Hause." Ein schöner Gedanke, der leider die TV-Realität nur noch selten trifft. Carpenter selbst sieht sich sogar als Außenseiter: "In Frankreich gelte ich als Autor, in Deutschland als Filmemacher, in England als Genrefilm-Regisseur, und in den USA als Penner", so behauptet er.
Das Grusel-Publikum scheint indes ein besonders konservatives zu sein: Rupert Wainwrights effektreiches Remake von John Carpenters "Nebel des Grauens" war vergangenes Jahr wenig Erfolg beschieden. Nur gut 200.000 Besucher in Deutschland - das war enttäuschend angesichts des großen Namens "The Fog".
Hans Czerny
Pater Malone (Hal Holbrook) versucht, mit einem Kreuz die Zombies zurückzuhalten. Doch plötzlich fängt das Kreuz an zu schmelzen ... (Kinowelt)
Untote suchen das Küstenstädtchen San Antonio auf, um sich an der Bevölkerung zu rächen. (Kinowelt)
Die Bewohner von San Antonio flüchten sich in die Kirche, in der Hoffnung, dort sicher zu sein - denn zwei Menschen sind bereits ums Leben gekommen. (Kinowelt)
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