Cineastentreff Kino Film Neue Platten - Musik News Kino Film Mando Diao - Down In The Past
Mando Diao - Down In The Past

Rocken auf Schwedisch

Anzeige

 

Was haben die bloß, diese fünf Schweden, dass alle Welt sie so toll findet? Liegt's an ihren Namen? Mats Björke, Gustaf Norén, Carl-Johan Fogelklou, Björn Dixgård und Samuel Giers? Liegt's an ihren hautengen, verschwitzten Shirts, die sie bei Konzerten schon mal in die Menge schmeißen? Liegt's an ihrem für junge Mädels unwiderstehlichem Alter (alle um die 25)? Oder können Mando Diao tatsächlich was? Mit ihrem britpoppigen, schrammeligen und partytauglichen Garagen-Sound stürmen sie seit über vier Jahren die Hitlisten. Das letzte Album "Ode To Ochrasy" eroberte gleich nach der Veröffentlichung im vergangenen September Rang drei der Albumcharts. Vielleicht lüftet die brandneue DVD der fünf Jungs aus dem Provinzkaff Borlänge das Geheimnis, warum sie seit ihrem 2002er-Debüt "Bring 'Em In" in Deutschland so erfolgreich sind.

Der Titel, "Down In The Past" (auch der Name einer Single), muss dabei wörtlich genommen werden, denn die insgesamt 48 Kapitel der Disc blicken zurück auf die Karriere, die sogar noch früher begann. Nämlich 1998, als die beiden Kumpels Gustaf und Björn (beide Gesang und Gitarre) ganz heiß darauf waren, eine eigene Band zu gründen. Der Fantasiename Mando Diao erschien Björn angeblich im Traum, schnell wurden noch drei andere Musikfreaks gefunden, und schon ging's ab, in den dunklen Keller zum Proben und dann durch kleine Clubs und Bars. Bald standen sie auf größere Bühnen, zumindest in ihrer Heimat. 2002 dann das Debütalbum "Bring 'Em In", 2004 mit "Hurricane Bar" der Nachfolger und im September 2006 "Ode To Ochrasy".

Den ganzen Weg beschreibt "Down In The Past": Die Kamera schaute Mando Diao beim Biertrinken im Backstagebereich zu, fing ein, wie sie ihre Songs produzierten, passte genau auf, was auf der Bühne ihrer Endlos-Touren passierte, filmte die Indierock-Band bei Interviews und hielt drauf, wenn Mando Diao ihre Scherzchen machten. Björn als russischer Millionär verkleidet, der "Release Me" als Karaoke singt? Gibt's auf der DVD genauso zu sehen wie einen TV-Ausschnitt aus Stefan Raabs "TV total" aus dem Jahr 2004, als die Jungs "God Knows" performten. Da hat Gustaf übrigens ein Deutschland-Trikot an, der Schleimer!

Einer Chronologie folgen die einzelnen Kapitel nicht. Es kommt eben, was kommt. Das ist witzig so und verdeutlicht noch viel offensichtlicher, wie sich die Jungs veränderten und allmählich berühmt wurden. Da wird kein komplettes Konzert am Stück gezeigt, sondern Auftritte wechseln mit Einspielfilmchen ab, die Tour 2005 mit dem "O2 Music Flash"-Konzert in der Münchener Georg-Elser-Halle, eine MTV-TRL-Reportage mit einem Interview auf Schwedisch (hört sich ulkig an und ist freilich untertitelt). Insgesamt wurden knapp über zwei Stunden Material auf die DVD gepackt.

Hinzu kommen elf Musikvideos - von "TV & Me" bis "Good Morning, Herr Horst" - die ganz unabhängig von dem Film im Menüteil der Disc angeklickt werden können. Wenn man so will, sind das die Extras. In technischen Belangen ist "Down In The Past" allerdings nicht ganz ausgereift. Besonders bei den zahlreichen Ausschnitten des "O2 Music Flashs" ist das Bild aus der Entfernung oft unscharf. Kontrastreicher wird es, wenn der Kameramann zoomt und man jede einzelne Schweißperle auf dem nackten Oberkörper von Björn sieht. Der Sound kommt meist kristallklar aus den Boxen und bringt die aufspielenden Mando Diaos quasi nach Hause ins Wohnzimmer.

Julia Schöppner


Mando Diao bringen mit "Down In The Past" ihre erste DVD auf den Markt.
Mando Diao bringen mit "Down In The Past" ihre erste DVD auf den Markt. (EMI)

Mando Diao wissen, dass sie gut sind. Und das zeigen sie auch auf der DVD - von links: Mats Björke, Gustaf Norén, Carl-Johan Fogelklou, Björn Dixgård und Samuel Giers.
Mando Diao wissen, dass sie gut sind. Und das zeigen sie auch auf der DVD - von links: Mats Björke, Gustaf Norén, Carl-Johan Fogelklou, Björn Dixgård und Samuel Giers. (EMI / Hans Gedda)

Mit Mando Diao durch die Fantasiewelt "Ochrasy" und ihr eigenes Leben.
Mit Mando Diao durch die Fantasiewelt "Ochrasy" und ihr eigenes Leben. (EMI / Hans Gedda)

Datum: 07.01.2007

Diskussion: "Mando Diao - Down In The Past"

Um eine Diskussion zu "Mando Diao - Down In The Past" zu beginnen melden Sie sich bitte im Forum an. Wenn Sie noch nicht registriert sind, können sie sich jetzt registrieren um an den Diskussionen teilzunehmen.
Artikel ID 179611

Weitere Artikel, die Sie interessieren könnten:

    Deep Purple: Live in Concert 72/73
    Zwei Dinge: Es gibt bessere Konzertmitschnitte, auch aus den frühen 70-ern. Doch es findet sich wohl nichts Einmaligeres für Altrocker wie "Deep Purple - Live in Concert 72 / 73". Grund: Die DVD zeigt ...

    Bon Jovi: Have A Nice Day
    Das Beste, was man über ein neues Bon Jovi-Album sagen kann, ist immer noch der Satz: "Es ist alles beim Alten geblieben." Bei keiner anderen Band würde man eine Stiländerung weniger erwarten, ach was: ...

    Die Ärzte: Devil
    Was Claudia 1987 mit ihrem Schäferhund anstellte, war der FSK zu viel - die Ärzte-CD "Debil" landete damals auf dem Index für jugendgefährdende Medien.

    Bruce Springsteen: VH 1 - Storytellers
    "Über Musik zu reden ist ein bisschen so, wie über Sex zu reden. Kann man das? Soll man das?" Bruce Springsteen macht sich so seine Gedanken. Schön, dass er dennoch bereit ist, zu erzählen. Und zwar Dinge, ...

    Simple Minds: Black & White 050505
    Vielleicht liegt's ja an all diesen Jungspund-Bands, die sich ihre Inspirationen aus den 80er-Jahren holen. Auf jeden Fall ist dieses Jahre eine arge Kommulation von Veteranen-Veröffentlichungen zu beobachten. ...

    Franz Ferdinand: You Could Have It So Much Better
    Eines vorweg: Das Schöne an Franz Ferdinand ist ihre unbedingte Stilsicherheit nicht nur auf musikalischem Gebiet. Während Genre-technisch gar nicht so weit entfernte Bands wie Mando Diao oder die Libertines ...


 
Partner von Fantastic Zero


itemid = 74 - id = 2496 - task = view - option = com_content - limitstart= 0