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Monrose - Temptation

Monrose Temptation

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Eines muss man vorweg sagen: "Shame" ist die erste wirklich vernünftige Single einer Casting-Band seit sehr, sehr langer Zeit. Das liegt natürlich nicht an der Band selbst, sondern daran, dass man endlich mal auf Songwriter zurückgriff, die Stücke schrieben, die innerhalb des R'n'B-Pop-Mainstreams nicht weiter negativ auffallen. Dass Monrose zumindest etwas erfolgreicher werden als die letzten "Popstars"-Acts, dürfte aber auch ihrem Image zu verdanken sein. Nu Pagadi schafften es zuletzt nicht einmal ein Jahr lang, die ihnen zugedachte Rolle als Nu-Rockband mit Pathos und alberner Kostümierung zu überleben. Man merkte einfach, dass die Authentizität hier fehlte. Deren Vorgänger Overground und Preluders waren geradezu absurd albern. Senna, Bahar und Mandy machen indes das, was ihre Stimmen so naheliegend machen und wohl auch das, was ihnen selber gefällt - und kommen ohne großen künstlerischen Überbau aus.

Dass die Sugababes bei der "Popstars"-Entscheidungsshow auftraten, war sicher kein Zufall. Denn das ist wohl das, wohin Monrose, nach ihrer Plattenfirma, gehen sollen. Die Mischung stimmt bei Monrose. Senna vermittelt eine gewisse Street Credibility - im Ghetto aufgewachsen, schon ein bisschen was erlebt. Muslima, angeblich mit Bushido befreundet. Bahar ist stimmlich spitze - und Mandy so etwas wie die Projektionsfläche für alle Mädchen aus der Provinz.

Natürlich merkt man "Temptation" an, dass es etwas eilig zusammengeschustert wurde - gerade bei den Vocals wird auf übertriebene Vielfalt verzichtet, große Namen sucht man auch bei den Produzenten vergeblich, und über das Artwork sollte man lieber den Mantel des Schweigens hüllen. Doch zumindest eine Handvoll Songs zeigt, dass hinter Monrose eine gewisse Nachhaltigkeit steckt. "Oh La La" streckt seine Fühler neugierig, aber vor allem mit einem gewissen Spielspaß Richtung Mainstream-HipHop im Black-Eyed-Peas-Stil, "I'm Gonna Freak Ya" beginnt mit einem erstaunlich rumpeligen Elektro-Beat, das auf einem R.Kelly-Thema basierende "Work It" ist absolut untadeliger Party-R'n'B, "Push Up On Me" ebenfalls. Das einzige Problem: "Temptation" klingt bisweilen etwas beliebig. Man hört: Das ist ein Produkt, bei dem sich der Input der Band in sehr eng gesteckten Grenzen hält. Das liegt in der Natur der Sache - ob Monrose es schaffen, sich als ernst zu nehmende Künstlerinnen zu etablieren, bleibt abzuwarten.

Jochen Overbeck


Datum: 20.12.2006

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Diskussion: "Monrose - Temptation"

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