(tsch) Im Zusammenhang mit John Carpenter, zweifellos einem der besten, weil eigenwilligsten Regisseure der vergangenen Jahrzehnte, stellen sich zwei wirklich entscheidende Fragen: Gibt man ihm kein Geld? Oder will er keins? Immer wieder legt er Filme vor, die wunderbare Science-Fiction-Ideen und dichte Drehbücher als Basis haben, die dann aber auf der Leinwand nach B-Movie aussehen. Zugegeben, die Herstellung bewusst künstlich anmutender Atmosphäre gehört natürlich auch zu seiner individuellen Handschrift. Aber ein bisschen aufwändiger könnt's mit Blick auf die notwendige Authentizität denn doch schon sein.
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Bei "Ghosts of Mars" (2001), den ProSieben nun wiederholt, ist das nicht anders. Der Film spielt auf dem roten Planeten im Jahr 2176. Betörend kühl in einigen Einstellungen, in anderen aber eben sichtbar preiswert, sehen die schlichten Bauten aus, die Carpenter hat errichten lassen, um eine einigermaßen beängstigende Atmosphäre zu erschaffen. Mehr als 600.000 Menschen, heißt es, arbeiten auf dem Planeten und tragen in Minen Ressourcen ab. Zu sehen ist diese andere Kultur aber kaum.
Lt. Melanie Ballard (Natasha Henstridge, "Species"), Angehörige der Mars Police Force, hat den Auftrag erhalten, gemeinsam mit einigen Kollegen einen gefährlichen Verbrecher vom Mars abzuholen. James Williams (Ice Cube, ab 26. April in der Kinokomödie "Are We Done Yet?" zu sehen) zeigt sich jedoch nicht gerade kooperativ. Früh wird allen Beteiligten aber klar, dass Merkwürdiges vorgeht in der Siedlung. Erst herrscht eisige Stille, dann werden ein paar Leichen entdeckt. Es vergeht einige Zeit, bis sich ahnungslosen Zuschauern die Zusammenhänge erschließen. Carpenter-Fans dürften es hier leichter haben. Denn thematisch erinnert "Ghosts of Mars" an den Horrorfilm "Das Ding aus einer anderen Welt", der bereits Anfang der 80er-Jahre entstand. Hier wie dort dringt eine bösartige Macht in menschliche Körper ein.
Was genau nun hier geschieht, wird bis zum Ende des Films nicht klar, spielt aber auch keine Rolle. Fest steht nur: Das fremde Etwas nimmt sich der Körper der Minenarbeiter an, sodass die Hand voll Rechtshüter alsbald von einer Vielzahl kompromissloser Zombies umgeben ist. Lt. Ballard ist gezwungen, nun auch mit dem Verbrecher Williams zusammenzuarbeiten. Was folgt, ist jagen und gejagt werden.
Die Zweidimensionalität des Scripts überrascht: Meist hatte sich bisher der Regisseur auf tiefer gehende Konflikte und eine subtilere Erzählform verlassen. Diesmal ist alles einfach, zu einfach, mag man meinen. Zumal er sich auch in der Folge, wenn es darum geht, die Guten langsam aber sicher zu dezimieren, streng an die zu erwartende Reihenfolge hält. Überraschungen ausgeschlossen. Schade auch: Ironische Untertöne, die man aus anderen Filmen Carpenters kennt, weichen zugunsten weniger recht oberflächlicher Scherze. Umso größer sind die Hoffnungen, dass der Meister des Horrors bei einem neuerlichen "Halloween"-Film wieder zu alten Tugenden zurückkehrt: Carpenter schreibt das Skript, Rob Zombie führt Regie.
Nick Petersen
James Williams (Ice Cube) soll aus seinem Gefängnis verlegt werden. Doch es kommt alles anders. (ProSieben / Sony Pictures)
Seit zwei Jahren arbeitet Leutnant Melanie Ballad (Natasha Henstridge) bei der Mars Police Force. Da erhält sie den Auftrag, den gefährlichen Kriminellen Desolation Williams (Ice Cube) aus einem kleinen Minenstädtchen abzuholen. (ProSieben / Sony Pictures)
Big Daddy Mars (Richard Cetrone) kennt nur ein Ziel: Der Mars muss wieder menschenfrei werden. (ProSieben / Sony Pictures)
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