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Walking Tall

Walking Tall - Auf eigene Faust

(tsch) Sie machen Komödie, und sie machen sie ihr Leben lang. Oder Liebesfilme. Oder Actionkracher. Die meisten der auf ein Genre festgelegten Schauspieler sehnen sich danach, auch in anderen Bereichen ihre Fähigkeiten zu beweisen - was mitunter natürlich ziemlich in die Hose gehen kann. Dwayne "The Rock" Johnson lag schon lange ein aus seiner Sicht anspruchsvoller Stoff am Herzen: "Der Große aus dem Dunkel" hieß der Film von 1973, dem er sich 2004 in einem Remake annahm. Die Kinogänger zeigten sich allerdings weniger beeindruckt von dem Projekt, nur knapp 130.000 wollten im Sommer den Film sehen. Jetzt zeigt ProSieben das Redneck-Rachedrama mit dem Titel "Walking Tall - Auf eigene Faust" als Free-TV-Premiere.

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Es ist die Geschichte von Chris Vaughn, einem Elitesoldaten des US-Militärs, der in seine Heimatstadt zurückkehrt und feststellen muss, dass ein Dreikäsehoch aus seiner Jugend zum allmächtigen Herrscher über Wohl, aber auch Wehe des Ortes avanciert ist. Dieser Jay Hamilton (Neal McDonough) schloss die Sägemühle seines Vaters, eröffnete ein Casino - und eine Drogenküche. Die Polizei schaut zu und verdient kräftig mit. Natürlich geht das dem ehrbaren Heimkehrer kräftig gegen den Strich. Mit einer Zaunlatte haut er das Casino zu Bruch, die Sicherheitsleute kriegen ihn auch zu spüren. Klar, er wird vor Gericht gestellt. Hier kommt es zum kurzen Prozess - Freispruch durch die Jury, und Vaughn, der sympathischste Werber für Selbstjustiz seit Clint Eastwood, wird sogar zum neuen Sheriff gewählt, der aufräumt mit dem Verbrechen in der idyllischen Provinz.

Was als düsteres Heimkehrerdrama beginnt, endet vorhersehbar und langweilig. Die erste Dreiviertelstunde von "Walking Tall" ist tatsächlich sehenswert, was vor allem an einem sehr ambitionierten The Rock liegt, der sich sichtlich alle Mühe gibt, ins Charakterfach vorzustoßen. Dabei spielt er nur sich selbst. Das ist ein netter, sympathischer Muskelmann, der am liebsten mit seinen Geschwistern rauft und bei Muttern zu Hause isst. Doch leider ist er Opfer seiner eigenen Karriere, und so driftet das viel versprechende Drama, das im Großen und Ganzen auf einer wahren Begebenheit basiert, bald ab in eine Haudrauf-Komödie, für deren chaotischen Witz "Jackass"-Star Johnny Knoxville sorgen soll. Der schlägt sich insgesamt recht gut, ohne seinen Hang zur Unzurechnungsfähigkeit ablegen zu können.

Zwar werden überaus interessante Problematiken wie die Frage nach Selbstjustiz deutlich angeschnitten, doch versinkt dies zu schnell in albernem Klamauk (schuldig: Knoxville) und den Zwängen des Happy-Ends. Wenn The Rock alias Dwayne Johnson tatsächlich beabsichtigt, in deutlich anspruchsvolleren Rollen bemerkt zu werden, sollte er auch den Mut haben, auf allzu solide, gleichzeitig aber langweilige Drehbücher zu verzichten. Schließlich war er es laut eigener Aussage, der mit der Idee des Films zum Studio gegangen war und die Produktion durchsetzte.

Bernd Fetsch



Schluss mit lustig: Jetzt sorgt Sheriff Chris Vaughn (Dwayne "The Rock" Johnson) für Recht und Ordnung.
Schluss mit lustig: Jetzt sorgt Sheriff Chris Vaughn (Dwayne "The Rock" Johnson) für Recht und Ordnung. (ProSieben / MGM)

Chris' (Dwayne "The Rock" Johnson) ehemaliger Highschool-Rivale Jay Hamilton (Neal McDonough, links) verdient sein Geld auf illegale Art und Weise.
Chris' (Dwayne "The Rock" Johnson) ehemaliger Highschool-Rivale Jay Hamilton (Neal McDonough, links) verdient sein Geld auf illegale Art und Weise. (ProSieben / MGM)

Zusammen mit seinem Jugendfreund Ray Templeton (Johnny Knoxville, links) versucht Chris Vaughn (Dwayne "The Rock" Johnson), endlich wieder für Gerechtigkeit in seiner Heimatstadt zu sorgen.
Zusammen mit seinem Jugendfreund Ray Templeton (Johnny Knoxville, links) versucht Chris Vaughn (Dwayne "The Rock" Johnson), endlich wieder für Gerechtigkeit in seiner Heimatstadt zu sorgen. (ProSieben / MGM)

Datum: 11.02.2007

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Artikel ID 180396

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