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Das Streben nach Glück

Das Streben nach Glück

(tsch) Man kennt diese typischen "success stories" aus dem US-Kino ja zur Genüge. Diese Geschichten vom amerikanischen Traum und von den unbegrenzten Möglichkeiten, die sich bieten, wenn man nur ganz fest an sich glaubt. Dann kann man es tatsächlich schaffen, kann sich vom Tellerwäscher zum Millionär hocharbeiten. Leider fehlt es diesen Stoffen zumeist an Glaubwürdigkeit - klingt doch alles viel zu schön, um wirklich wahr zu sein. Jetzt aber kommt ein Film in die Kinos, der etwas anders ist als die übliche Dutzendware, die sonst von jenseits des Großen Teiches herüberschwappt. "Das Streben nach Glück" heißt er, basiert auf einer wahren Geschichte und sorgt mit der Besetzung von Will Smith, ansonsten vorzugsweise im komödiantischen Fach zu Hause, in der Hauptrolle ebenso für eine Überraschung wie mit dem Engagement des italienischen Regisseurs Gabriele Muccino, der hierzulande wohl nur Insidern, die den bizarren Beziehungsfilm "Ein letzter Kuss" gesehen haben, ein Begriff ist. Doch gerade diese unerwartete Konstellation und die Tatsache, das an Smiths Seite dessen Sohn Jaden agiert, sind es, die diese Geschichte einer außergewöhnlichen Vater-Sohn-Relation so besonders machen.

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"Das Streben nach Glück" entführt ins San Francisco Anfang der 80er-Jahre. Dort schlägt sich der Vertreter Chris Gardner (Will Smith) mit dem Verkauf von neuartigen Röntgengeräten durchs Leben. Doch die Geschäfte gehen schlecht, so schlecht, dass er mit der Miete im Rückstand ist und seine Frau Linda (Thandie Newton) Doppelschichten in der Wäscherei fahren muss, um wenigstens die Grundversorgung für sich und ihren gemeinsamen, fünfjährigen Sohn Christopher (Jaden Christopher Syre Smith) sicherzustellen.

Als Chris eines Tages mit der Idee, seinen Vertreterjob an den Nagel zu hängen und etwas völlig anderes anzufangen, nach Hause kommt, platzt Linda der Kragen. Sie erträgt die ständige Finanznot ohne Aussicht auf Verbesserung nicht mehr, lässt die beiden Männer sitzen und geht zu ihrem Bruder nach New York. Doch damit wird der soziale Abstieg von Chris erst eingeleitet.

Er wird aus seiner Wohnung geworden, landet kurzzeitig im Knast, weil er seine Strafzettel nicht bezahlen kann und zieht schließlich - ohne einen Dollar in der Tasche - mit seinem kleinen Sohn an der einen und einem Röntgenapparat in der anderen Hand von Obdachlosenasyl zu Obdachlosenasyl und von dort in die U-Bahn-Toilette. Es sind die abgöttische Liebe zu Christopher und unvorstellbare Nehmerqualitäten, die Chris davon abhalten, aufzugeben. Und ein Silberstreif am Horizont in Gestalt eines unbezahlten Praktikums als Börsenmakler, an dessen Ende eine Festanstellung winkt. Doch seine Mitbewerber sind zahlreich, privilegierter und tragen die besseren Anzüge.

Natürlich kommt auch "Das Streben nach Glück" nicht ohne plakative Sprüche wie "Lass dir nie von jemandem einreden, dass du etwas nicht schaffen kannst" oder "Wenn du einen Traum hast, dann bewahre ihn. Wenn du etwas willst, geh' und hole es dir. Punkt" aus. Doch Muccino, Smith und der echte Chris Gardner, heute ein erfolgreicher Börsenmakler und während der Dreharbeiten stets am Set mit dabei, haben es gemeinsam geschafft, diese unglaubliche Erfolgsgeschichte zu destillieren und in einen knapp zweistündigen Filmplot einzudampfen.

Dabei wurde sogar noch darauf verzichtet, gewisse Ereignisse, die Gardner tatsächlich erlebt haben soll - so bekam er beispielsweise Almosen von Prostituierten -, im Film zu zeigen. Das Motto hieß also: Weniger statt noch mehr auf die Tränendrüse drücken. Was dem Film ein wenig authentischer macht. Genauso wie die Performance von Will Smith, für den dieser Part wie ein Befreiungsschlag nach all diesen Action- und Klamaukrollen von "Bad Boys" über "Men in Black" bis hin zu "Hitch - Der Date Doktor" gewesen sein muss. Wenn er mit seinem Sohnemann durch die Straßen von San Francisco schlurft, dann werden gar Erinnerungen an einen der ganz großen Klassiker der Filmgeschichte wach, an Charlie Chaplins "The Kid". Und so ist "Das Streben nach Glück" eben keine der üblichen amerikanischen "success stories" geworden, sondern ein warmherziger und berührender Film über den Glauben an sich selbst und seine Fähigkeiten.

Thomas Lassonczyk

Credits:
V:Sony Pictures, USA 2006, R: Gabriele Muccino, D: Will Smith, Jaden Smith, Thandie Newton u.a.

Laufzeit: 118 Min.

Kinostart:
18.01.07


Chris Gardner (Will Smith, links) möchte seinen Sohn Christopher (Jaden Smith) mit seinen Sorgen so wenig wie möglich belasten.
Chris Gardner (Will Smith, links) möchte seinen Sohn Christopher (Jaden Smith) mit seinen Sorgen so wenig wie möglich belasten. (2006 Sony Pictures Releasing GmbH)

Der kleine Christopher (Jaden Smith) vermisst seine Mutter sehr.
Der kleine Christopher (Jaden Smith) vermisst seine Mutter sehr. (2006 Sony Pictures Releasing GmbH)

Linda (Thandie Newton) will von den ewigen Geldsorgen ihres Mannes Chris (Will Smith) nichts mehr hören.
Linda (Thandie Newton) will von den ewigen Geldsorgen ihres Mannes Chris (Will Smith) nichts mehr hören. (2006 Sony Pictures Releasing GmbH)

Datum: 14.01.2007

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