Turbulence Do Good
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Der "normale" Popkonsument hat im Januar wenig Lust auf Reggae. Eher sehnt er sich nach Kuschelmusik für warme Kaminfeuer oder nach zarten Tönen für warme Betten. Wenn aber der Januar so ausfällt wie dieser inklusive Frühlingsstimmung, leichte Kleidchen, balzende Vögel und Männer, dann könnte der Winter komplett ausfallen und die Reggae-Sommersaison gleich beginnen. Deshalb kommt die Veröffentlichung von Turbulence, "Do Good", gerade Recht.Der 27-jährige Turbulence, in seinem selten bürgerlichen Leben auch als Sheldon Campbell in Jamaika sehr bekannt, bewegt sich auf der sonnigen Seite des modernen Roots-Sounds, positiv, energiegeladen, lebendig. Bereits seine vorangegangenen Veröffentlichungen wie "Different Things" oder "Rising" wurden hoch gelobt, und es ist erfreulich zu sehen, wie wenig er sich selbst kopiert. Während sich frühere Alben im Dancehall suhlten, hat er sich diesmal den gemütlicheren Root-Reggae ausgesucht, den er mit vielen zeitgemäßen Elementen aufpeppt. Aber auch auf die verschwitzen Tanzböden führt uns Turbulence und bringt mit "Too Much Killin'" ein ebenso schlichtes wie geniales Hochgeschwindigkeits-Statement an den Start, das höhere Chartweihen verdient hätte! Auch 70er-Style, Dub, Dancehall, voluminöse Songs und gemütliche Schunkeltracks bietet Turbulence, der seinem Namen nicht mehr durch militante Inhalte, sondern eher durch seine Wirkung auf die Musikszene Ehre machen dürfte. Musiker wie Leroy "Horse Mouth" Wallace, Danny Bassie, Paul "Wrongmove" Crossdale und Dean Frazer sorgen für extrem klaren Sound, und auch die Kombination aus den legendären Tuff Gong Studios, Turbulence und dem Digitalfan und Producer Andreas "Brotherman" Christophersen sowie der Mix zwischen alt, neu, Tradition und Moderne stimmen. Deshalb verzeiht man Turbulence auch nichts sagende Filler wie "Give Thanx", von denen es, Thanx God, nicht allzu viele gibt. Witzig: der Northern-Lihe- Remix der Hymne "Marihuana", noch ein potenzieller Dancefloorkracher für die oberen Regionen der Charts. Turbulence gilt dank seiner druckvollen Stimme und dank dieser feinen Veröffentlichung als einer der angesagtesten Songjays in Jamaika. Und vielleicht bald auch bei uns.
Kati Hofacker
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