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Das Omen

Das Omen

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Es wird wohl am Datum gelegen haben, dass der nervenzerreißende Horror-Klassiker (1976) von Richard Donner überhaupt neu verfilmt wurde. Einen Film über den Antichristen am 6.6.06 (ein Dienstag!) ins Kino zu bringen - wer soll da widerstehen? Außerdem hat das Originaldrehbuch von David Seltzer nichts von seiner Klasse eingebüßt, war Remake-Spezialist John H. Moore ("Der Flug des Phoenix", 2005) gerade frei und erklärte sich ein hochkarätiger Cast bereit, gute Miene zum bösen Spiel zu machen. "Das Omen" des Jahrgangs 2006 ist ein Horrorthriller, der sich schwer tut, seiner Genrebezeichnung gerecht zu werden. Enttäuschende 350.0000 Kinozuschauer waren die Quittung dafür.

Überzeugen kann hier nur Mia Farrow in einer ironischen Selbstreferenz als Kindermädchen - sie war 1967 die Titelheldin in Roman Polanskis "Rosemaries Baby". Liev Schreiber ("Der Manchurian Kandidat"), der wahrscheinlich beste Kino-Durchschnittsamerikaner der letzten Jahre, als Diplomat Robert Thorn in der Gregory-Peck-Rolle und Julia Stiles als seine Ehefrau wirken hingegen leicht überfordert. Blasser ist nur noch Damien-Darsteller Seamus Davey-Fitzpatrick, ein Kinderwerbestar, dessen Anstrengungen, einen bösen Blick in das Publikum zu werfen, im wohlwollenden Fall als niedlich eingestuft werden können. Und das ist nun wirklich kein Attribut, das in einem Horrorfilm vorkommen sollte.

Das Damien-Dilemma, ach wie schaurig-schön war's doch im Original mit Harvey Stephens, ist symptomatisch für den ganzen Film, der reichlich uninspiriert daherkommt. Da hilft auch die launige kleine Auswahl von aktuellen Prophezeiungsbeweisen nichts. Der Absturz des Space-Shuttles Columbia, 9/11, Tsunami, Irak - aktuelle Bilder im Nachrichtenlook sollen Authentizität vermitteln und dienen als Modernisierung des Films. Sogar der Tod von Papst Johannes Paul II. hat eine Bedeutung. Das alles wirkt allerdings zu konstruiert.

Am sechsten Tag des sechsten Monats im heiligen Jahr 2000 schickt Satan seinen Sohn auf die Erde. Der kommt in einem Krankenhaus in Rom auf die Welt. Weil der Sohn von Robert und Katherine Thorn am selben Tag geboren wird und stirbt, adoptiert der Diplomat ohne das Wissen seiner von der Geburt erschöpften Frau den kleinen Damien. Kurz darauf beginnt dessen Aura zu funktionieren, und die ersten Menschen verbrennen in ihrem Auto.

Sechs Jahre später, die Thorns sind mittlerweile in London, nimmt das Unheil Fahrt auf. In Damiens Umfeld kommt es zu bizarren Todesfällen. Das Böse bedroht auch schnell die Familie Thorn selbst. Doch erst nach einem Ausraster Damiens vor der Kirche und dem Tod eines wirren Pfarrers (Pete Postlethwaite) sieht Robert Thorn ein, dass sein Sohn der Antichrist ist und es besser wäre, ein probates Gegenmittel zur Hand zu haben. Also macht sich der Diplomat mit dem geheimnisvollen Fotografen Jennings auf den Weg nach Rom und Jerusalem, während Damien und sein böses Kindermädchen Mrs. Baylock in London noch ein wenig Unheil anrichten.

"Das Omen" ist vorhersehbar und das nicht nur, weil die Story bekannt ist, sondern weil das Programm routiniert und unmotiviert abgespult wird. Dabei teilt John H. Moore den Film in zwei Teile: die Thriller-artige Suche nach dem Gegenmittel und den Horror im Hause Thorn, dem vor allem Julia Stiles ausgesetzt ist. Beide Teile plätschern allerdings die meiste Zeit vor sich hin.

Der Sound der DVD, in DTS und 5.1 verfügbar, nutzt die räumlichen Möglichkeiten recht geschickt. Viele dezente Geräusche sorgen für eine spannende Atmosphäre. Das Bild erscheint in den vielen düsteren Szenen nicht ganz scharf. Der Bonusteil der DVD ist ordentlich, aber nicht überragend ausgestattet. Die Hintergründe über die Teufelszahl 666 und die Musikaufnahmen in den Abbey Road Studios sind recht aufschlussreich. Als entfallene Szenen werden ausnahmslos geschnittene blutige Detaileinblicke in Tötungsakte angeboten.

Andreas Fischer

bewertungsbox

bildformat 1,85:1 (anamorph)
sprachen Deutsch (DTS / 5.1), Englisch (5.1)
untertitel Deutsch, Englisch, Türkisch
extras Audiokommentar; Omenismen; Offenbarung 666; Abbey Road Sessions; Entfallene Szenen; Alternatives Ende
laufzeit 105 Min.
tonsystem Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 20 Euro
bewertung bild gut
bewertung ton gut
bewertung extras befriedigend

Credits:
(USA 2006, R: John H. Moore, D: Liev Schreiber, Julia Stiles, Mia Farrow u.a.)


Satan schickt seinen Sohn noch einmal auf die Erde, um die Macht zu übernehmen. Aber apokalyptischen Ehrgeiz hat er im Remake des Horror-Klassikers "Das Omen" nicht.
Satan schickt seinen Sohn noch einmal auf die Erde, um die Macht zu übernehmen. Aber apokalyptischen Ehrgeiz hat er im Remake des Horror-Klassikers "Das Omen" nicht. (Fox)

So richtig böse kann Seamus Davey-Fitzpatrick zwar nie dreinschauen. Aber er darf trotzdem die Satansbrut spielen.
So richtig böse kann Seamus Davey-Fitzpatrick zwar nie dreinschauen. Aber er darf trotzdem die Satansbrut spielen. (Fox)

Fotograf Jennings (David Thewlis, links) und Damiens Adoptiv-Vater Robert Thorn (Liev Schreiber) suchen nach Möglichkeiten, des Teufels Sohn zu stoppen.
Fotograf Jennings (David Thewlis, links) und Damiens Adoptiv-Vater Robert Thorn (Liev Schreiber) suchen nach Möglichkeiten, des Teufels Sohn zu stoppen. (Fox)

Datum: 18.01.2007

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Diskussion: "Das Omen"

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