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Blood Diamond

Diverse Blood Diamond

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James Newton Howard ist nicht mehr nur Soundtrack-Addicts ein Begriff. Nach sechs Oscar-, Grammy- und Emmy-Nominierungen und zwölf ASCAPs steht der 1951 in Los Angeles geborene Filmmusikkomponist ganz weit vorne in der Reihe der Anwärter für die attraktivsten Drehbücher. "Pretty Woman", "The Sixth Sense" und "Die Hochzeit meines besten Freundes" zählen zu seinen Arbeiten. Nun machte er sich an die Vertonung des Action-Dramas "Blood Diamond" mit Leonardo DiCaprio.

Bürgerkrieg in Sierra Leone in den 90-ern: Ein Ex-Söldner aus Simbabwe und ein Mende-Fischer könnten in ihrer Herkunft und ihrer Lebenssituation nicht unterschiedlicher sein. Bis sie ein gemeinsames Ziel haben: einen seltenen rosa Diamanten aufzuspüren. "Last Samurai"-Macher Edward Zwick schwelgt wie gehabt in wunderschönen Bildern, aber auch in knallharter Action und der politisch korrekten Darstellung brutaler Ungerechtigkeit. Immerhin schafft er es stets aufs Neue, in der Wahl seiner Komponisten zu überraschen.

Natürlich schreit diese Handlung geradezu nach afrikanisch anmutenden Chören, feurigen Rhythmen und exotischen Instrumenten. Tatsächlich holte sich James Newton Howard nicht nur ein großes Orchester, den African's Children's Choir und den Metro-Voices-Chor ins Studio, sondern auch afrikanische Top-Musiker wie Djivan Gasparyan (Duduk), Attab Hadad, Gadir Salim (beide Oud), das Senegalesische Drumensemble und die Sänger Youssou N'Dour und Emmanuel Jal. Weil Howard auch im Popbereich firm ist, komplettierte er dieses üppige Ensemble durch Pop-Studiocracks der Oberklasse, die für Madonna oder Robbie Williams spielen. Dass sich der Soundtrack da auf verschiedensten Ebenen und nicht nur um ein Thema bewegt, ist unumgänglich.

Dem afrikanischen Grundtenor werden Dreier oder 6/8-Rhythmen gerecht, die die Tracks schweben lassen. Dieser Rhythmus ersetzt das fehlende Leitmotiv. "Archer & Solomon Hike", das Ende von "Goodbyes", "I Can Carry You" und "London" tänzeln über derselben harmonischen Grundstruktur. Darüber hinaus gesellen sich wunderschöne Lieder wie das original afrikanische "Ankala" von Sierra Leone's Refugee Allstars neben afrikanischem HipHop wie "Baai" von Emmanuel Jal. Aber auch die Score-Elemente wie "Archer Sells Diamond" klotzen mit polyrhthmischen afrikanischen Xylophonen und Chören. Andererseits besticht JNH durch typisch elegische Parts wie "Goodbyes", das mit Cello-Solo veredelte "Solomon Finds Family" oder "Thought I'd Never Call?".

Howard verwendet das klassische Handwerkszeug für Action - donnernde Rhythmen, dunkle Streicher und bombastische Bläser - das Übliche eben, das ist nicht unbedingt seine Stärke, aber noch im grünen Bereich. Filigraner brilliert Howard jedoch eindeutig während der lyrischen oder auch der ethnisch gefärbten Teile. Dass JNH mit "The Interpreter" ("Die Dolmetscherin") schon einmal einen Film vertont hat, der von Afrika handelt, kommt ihm zugute und lässt ihn zu einem glaubwürdigen Schöpfer für das hier gefragte kompositorische Lokalkolorit reifen.

Kati Hofacker


Datum: 25.01.2007

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Diskussion: "Blood Diamond"

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