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Johanna Klum

Neugierig, ungeduldig, hungrig

Moderatorin Johanna Klum

(tsch) Es könnte diesmal doch glatt passieren, dass Stefan Raab die eigene Show gestohlen wird. Wenn der ProSieben-Macher am 09. Februar zu seinem dritten "Bundesvision Song Contest" lädt, steht die VIVA-Moderatorin Johanna Klum an seiner Seite. Die 26-jährige Berlinerin gab bereits beim großen "TV total"-Parallelslalom ihre Visitenkarte ab, als sie die angespannten Promis im Starthäuserl mit ziemlich witzigen Fragen löcherte. Nun also die nächste große Nummer. Dreieinhalb Stunden lang. Live. Nervös? Nö ...

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teleschau: Dich sieht man derzeit häufig bei ProSieben. Sind deine Engagements bei "Extreme Activity", dem "TV total"-Parallelslalom und nun beim "Bundesvision Song Contest" Vorboten eines Wechsels?

Johanna Klum: Nein. ProSieben unterbreitet mir momentan einfach nur tolle Angebote. So werde ich auch in einem Kapitel der "Märchenstunde" zu sehen sein. Ich spiele bei "König Drosselbart" die fiese Freundin der lieben Prinzessin, was fantastisch ist. Ich wollte schon immer mal richtig böse sein.

teleschau: Trotzdem wird man den Verdacht nicht los, dass Viva und MTV von den großen Sendern abgegrast werden, wenn es darum geht, junge, freche Moderatoren zu finden. Zuletzt moderierte Deine MTV-Kollegin Mirjam Weichselbraun die RTL-Show "Dancing on Ice" ...

Johanna Klum: Die großen Sender sind immer auf der Suche nach neuen Leuten, Gesichtern und Talenten, die nachgewiesenermaßen keine Angst davor haben, vor der Kamera zu stehen. Da liegt der Gang zu VIVA und MTV natürlich nahe.

teleschau: Der "Bundesvision Song Contest" wurde um einen Tag vorverlegt. Hat man Angst vor Bohlen, "DSDS" und dem Quotencrash?

Johanna Klum: Das war eine ProSieben-Entscheidung. Aber ich bin ohnehin jemand, der nie sonderlich auf die Quoten achtet. Es ist schön, wenn ein Kollege auf mich zukommt und sagt: "Gestern hatten wir viele Zuschauer." Aber für mich ist es schwierig, die Qualität einer Sendung von ihrer Quote abhängig zu machen. Deshalb interessieren mich Marktanteile nur sekundär.

teleschau: Was ist Dir stattdessen wichtig?

Johanna Klum: Wenn es mir gelingt, einen Künstler im Interview von einer Seite zu zeigen, die man so noch nicht kennt. Oder wenn ich das Gefühl habe, eine echt unterhaltsame Show abgeliefert zu haben.

teleschau: Der "Bundesvision Song Contest" dürfte Dein bislang größter Auftritt sein. Nervös?

Johanna Klum: Wenn ich im Berliner Tempodrom vor großartigen Künstlern und zigtausend Besuchern stehe, werde ich bestimmt für kurze Zeit die Hosen voll haben. Aber die Vorfreude überwiegt definitiv.

teleschau: Was ist Dir lieber: der Grand-Prix-Vorentscheid oder der "Bundesvision Song Contest"?

Johanna Klum: Sagen wir es mal so: Es gibt in Deutschland keine größere Plattform als Raabs Event, bei dem kleinere Bands so viele Menschen auf einen Schlag erreichen können. Zudem ist alles live. Blender haben also keine Chance. Und dem Zuschauer bietet sich ein Spektakel, das nicht so verstaubt ist wie andere Veranstaltungen.

teleschau: Meist haben in der Vergangenheit jedoch die ohnehin populärsten Acts den "Bundesvision Song Contest" gewonnen ...

Johanna Klum: Natürlich besitzen Bands wie Juli oder Seeed eine riesige Fanbase, die wie Sau angerufen oder per SMS für sie gevotet und ihnen zu Recht zum Sieg verholfen hat. Aber diesmal könnte es wirklich eine große Überraschung geben!

teleschau: Wem räumst Du Außenseiter-Chancen ein?

Johanna Klum: Northern Lite mit ihrem Titel "Enemy" etwa. Der Song hat sich sofort in meinem Hirn eingenistet und geht nicht mehr weg. Aber ich drücke auch Pohlmann die Daumen, mit dem ich mal bis in die Morgenstunden über die wichtigen Dinge des Lebens philosophiert habe - Liebe und "Star Wars". Und dann wären da noch Jenna + Ron mit "Jung und willig". Klar, das sind alles keine großen Namen, aber Chancen haben sie allemal.

teleschau: Und wer hat's Dir von den namhafteren Bands angetan?

Johanna Klum: Ein bisschen Lokalpatriotismus muss sein. Deshalb hoffe ich als echte Berlinerin auf Mia. Die werden mit Sicherheit eine großartige Show abliefern. Aber es könnte eng werden. Schließlich sind da auch noch Künstler wie Jan Delay und Oomph! Bei Letzteren hatte ich erst Zweifel, ob die massentauglich sind. Aber ihr Song, bei weitem nicht so düster, wie man vielleicht erwarten könnte, hat eine gute Hook und geht ins Ohr. Und last but not least: Kim Frank, der nach seiner Echt-Zeit zum ersten Mal wieder eine Platte am Start hat.

teleschau: Welche Musik hörst Du privat?

Johanna Klum: Ich bin zum Glück relativ schmerzfrei. Ich höre wahnsinnig viel - gerne Pop, aber auch Jazz und deutsche Musik. Zum Popowackeln aber bitte ausschließlich R'nB und HipHop. Bis auf die Techno-Fraktion bin ich mit allen glücklich.

teleschau: Wie müssen sich all die VIVA-Zuschauer da draußen den typischen Tag von VJane Johanna vorstellen?

Johanna Klum: Es hört sich nach Klischee an, aber es gibt keinen typischen Arbeitstag. Am Wochenende wird gerne mal gearbeitet, dafür habe ich dann zwischendrin mal an einem Dienstag oder Mittwoch frei.

teleschau: Frühaufsteher oder Nachteule?

Johanna Klum: Obwohl ich es durchaus schaffe, auch mal 13 Stunden am Stück zu schlafen, bin ich eher ein Tagmensch. Und wenn ich abends etwas unternehme, dann meist im eigenen Freundeskreis.

teleschau: Direkt, offen, spontan - was trifft noch alles auf Dich zu? Nur die fiesen Seiten bitte ...

Johanna Klum: Ich bin ungeduldig - vor allem, wenn ich glaube, dass manches schneller erledigt werden könnte. In meiner Welt müssen Dinge manchmal zack-zack geschehen. Und wenn da einer meine kostbare Lebenszeit mutwillig verschwendet, dann kriegt der das eben auch zu hören. Außerdem habe ich ein paar ausgeprägte kulinarische Macken. Von vier Uhr nachtmittags bis elf Uhr abends habe ich eigentlich konstant Hunger. Das Essen muss heiß sein. Und wenn meine Latte nicht genug Milchschaum hat, bin ich persönlich beleidigt. Aber ansonsten bin eigentlich die meiste Zeit über schrecklich gut gelaunt. Vor kurzem fragte mich mein Freund, ob etwas nicht stimme. Ich sei so normal ...

teleschau: Wo werden wir Dich 2007 überall sehen?

Johanna Klum: Abwarten! Ich hoffe, dass ich nach der ProSieben-"Märchenstunde" noch des Öfteren für Filmprojekte vor der Kamera stehen darf. Ansonsten bin ich gespannt, womit VIVA in den nächsten Wochen und Monaten auf mich zu kommen wird. Ich brauche auf jeden Fall immer neue Herausforderungen ...

teleschau: Du warst mal Mitglied der Girl-Group Samajona. Ist Musik kein Thema mehr für Dich?

Johanna Klum: Nein! Wir hatten ohnehin unfaires Glück. Freunde von mir machen seit zig Jahren Musik, konnten bislang aber noch keinen Plattenvertrag an Land ziehen. Mir passierte das einfach so aus Versehen - und das, obwohl ich wirklich nur durschnittlich gut singen kann. Deshalb bin ich der Meinung, dass Deutschland meine Stimme nicht unbedingt braucht. Es machen schon genügend Menschen Musik, die keine Musik machen müssten. Und ich werde mich da nicht einreihen ...

teleschau: Passiert Dir vieles "einfach so aus Versehen"?

Johanna Klum: Was meinen Berufsweg betrifft, ja. Geplant waren meist völlig andere Dinge. Ich wollte ursprünglich sogar etwas Ordentliches lernen und Jura studieren - inspiriert vom Papa, Vorsitzender Richter beim Kammergericht. Aber mir wurde relativ schnell klar, dass ich für einen anständigen Beruf nicht gemacht bin.

teleschau: Anschließend wolltest Du auf die Schauspielschule ...

Johanna Klum: Ja, aber dann kam eben diese Musik-Sache dazwischen, und einen Plattenvertrag mit der EMI wirft man nicht einfach weg. Nach einem Album meinte ich jedoch: Das war toll, aber ich geh dann mal. Dann kamen MTV und VIVA.

teleschau: Warum der Wechsel im Juni 2005?

Johanna Klum: Mir ist es wichtig, gefordert zu werden. Bei MTV moderierte ich schon anderthalb Jahre lang die Charts sowie "TRL" und ich wollte etwas Neues machen. Und VIVA hat mich mit großartigen Sendungen bestochen.

teleschau: Wo glaubst Du in zehn Jahren zu stehen?

Johanna Klum: Keine Ahnung, aber wenn ich ein Ziel habe, dann in der Filmbranche Fuß zu fassen. Aber erst lernen, dann machen ...

Gerd Hilber


VIVA-VJane Johanna Klum moderiert zusammen mit Stefan Raab den "Bundesvision Song Contest".
VIVA-VJane Johanna Klum moderiert zusammen mit Stefan Raab den "Bundesvision Song Contest". (VIVA / Bernd Jaworek)

Johanna drückt natürlich Mia die Daumen - "ein bisschen Lokalpatriotismus muss sein".
Johanna drückt natürlich Mia die Daumen - "ein bisschen Lokalpatriotismus muss sein". (VIVA / Bernd Jaworek)

Ist die meiste Zeit über schrecklich gut gelaunt, hat aber seltsame "kulinarische Macken": Johanna Klum.
Ist die meiste Zeit über schrecklich gut gelaunt, hat aber seltsame "kulinarische Macken": Johanna Klum. (VIVA / Bernd Jaworek)

Datum: 28.01.2007

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