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Madonna - The Confessions Tour

"Ich bin die Kunst"

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Chapeau! Das ist das, was Madonna da auf dem Cover und zu Beginn ihrer Show der Superlative auf dem Kopf trägt. Und den Hut kann der Zuschauer ziehen vor der Künstlerin und dem, was sie hier bietet. Skandale, die den Popstar auch regelmäßig umgeben, kann doch nun wirklich jeder produzieren. Aber "The Confessions Tour" aus dem Jahr 2006 bestätigt Madonna zweifelsohne in ihrem Status: Queen of Pop. Was wohl auch forciert wird. Mit Bescheidenheit wäre sie sicherlich nicht dort, wo sie heute steht (zum Beispiel in einer überdimensionalen, sich öffnenden Disko-Kugel), und deshalb setzt sie selbst noch eins drauf: "Ich bin die Kunst." Oder auch: Gesamtkunstwerk.

"Je suis l'art", grinst Madonna im Gespräch mit ihrer Crew, einem der unspektakulären Backstage-Schnipsel im kargen Bonusmaterial, das Ausschnitte der Proben zeigt. Dafür ist Madonnas Bühnenshow umso beeindruckender, lässt dem Zuschauer Ohren (und die dabei noch am wenigsten), Augen und Mund offen stehen. Die DVD zeigt ein komplettes Konzert der "Confessions"-Tour 2006 in der Londoner Wembley-Arena. Achtmal hintereinander trat Madonna dort auf. Insgesamt stemmten sie und die Madonna-Mannschaft das Spektakel in 24 Städten, und mit einem Umsatz von 193,7 Millionen Dollar gereichte unter anderem diese umsatzstärkste Tour dieser höchstbezahlten Sängerin zu einem Eintrag ins "Guinness Buch der Rekorde 2007".

Mit ihrem Zylinder und den Reitstiefeln wirkt Madonna zu anfangs weniger wie eine Domina (während sich das Motiv der Sünde durch die Show des Beichtens zieht), denn wie eine Zirkus-Domteuse in ihrer multimedialen, futuristischen Arena. Die Tänzer vollbringen ohnehin wahre Kunststücke. Denen überlässt die Frau Direktor oft genug die Bühne - aber ohne die Zügel beziehungsweise Peitsche aus der Hand zu geben.

Diese Körper-Künstler machen aus der Veranstaltung schon mehr Tanz-Show als Popkonzert. Stählerne Körper katapultieren sich zu "Jump" über riesige Entfernungen und schwingen sich innerhalb eines Eisengestänges hin und her wie Figuren aus einem PC-Spiel. Indem über die überdimensionale Videoleinwand im Hintergrund der Großstadt-Dschungel flimmert, wikrt das, als befände sich der Zuschauer hautnah mit dabei beim Parcours. Auf Jump folgt später Krump - aggressive Gesten zu politischen Statements im "Sorry"-Remix. Religion, Erotik, Politik - alles wird zu Pop.

Der Blickwinkel der Kamera lässt die Aufnahmen des Live-Konzerts gelegentlich wirken wie Videoclips. Hinter Track Nummer sechs verbirgt sich die berüchtigte Szene, in der Madonna am Spiegel-Kreuz steht und mit einer Dornenkrone bekränzt "Live To Tell" singt. Über den Grad der Geschmacklosigkeit oder der künstlerischen Freiheit kann sich hier nun jeder selbst ein Bild machen. Eines in hervorragender Qualität im Übrigen, in satten Knallfarben. Die passende Musik dazu kommt in anständiger Qualität aus wahlweise fünf oder zwei Boxen.

Doch Madonna, selbst geradezu übermenschlich fit, wäre nicht Madonna, wenn sie danach nicht noch einmal unter Einsatz hautenger Overalls und Rollerskates ein Eighties-Spektakel mit Massen-Choreografie veranstalten würde - zu "La Isla Bonita". Denn neben den Stücken ihres Albums "Confessions on a Dancefloor" gibt's auch ein paar aufpolierte Madonna-Klassiker in der Postmilleniums-Version. Natürlich feiert sie sich selbst - aber sie macht dabei eine ausgezeichnete (Kunst)Figur.

Petra Fürst


Im Zirkus mit Madonna: In futuristischer Manege präsentierte der Popstar mit der "Confessions"-Tour ein Spektakel der Superlative. Das gibt's jetzt auch auf DVD.
Im Zirkus mit Madonna: In futuristischer Manege präsentierte der Popstar mit der "Confessions"-Tour ein Spektakel der Superlative. Das gibt's jetzt auch auf DVD. (Warner)

Datum: 28.01.2007

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