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Arthur und die Minimoys

Klein, aber oho

Eine Filmumsetzung, die tatsächlich gelungen ist - wir sind baff ...

(tsch) Eigentlich sollte "Arthur und die Minimoys" Luc Bessons Abschiedsfilm werden. Zu "qualvoll" sei das Regieführen. Das Jammern war aber offenbar nur von kurzer Dauer - sind doch bereits zwei Fortsetzungen zu dem computeranimierten Spektakel, in das der französische Filmemacher ("Das fünfte Element") fünf Jahre und rund 85 Millionen Dollar steckte, in Planung. Dem gemeinen Videospieler kann das nur recht sein, sofern spätere Umsetzungen ebenfalls so liebevoll gestaltet sind wie die von Atari. Der Publisher veröffentlichte pünktlich zum Kinostart von "Arthur und die Minimoys" ein gleichnamiges Action-Adventure für PC, PS2, PSP, GBA und NDS.

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Wie in Bessons bildgewaltiger und farbenprächtiger Mischung aus Real- und Animationsfilm versucht der zwölfjährige Arthur auch hier den verborgenen Schatz seines Großvaters zu finden, um Haus und Grundstück der Oma vor einem gierigen Immobilienhai zu retten. Allerdings liegt die ansehnliche Rubinsammlung tief unter der Erde verborgen - im Reich der Minimoys, einer Horde winziger, kinderzimmertauglicher Wesen mit spitzen Ohren und schrillen Frisuren.

Gemeinsam mit den Kindern des Minimoy-Königs - Selenia und Bétamèche - macht sich der Spieler auf Schatzsuche und befreit das Land nebenbei auch noch vom finsteren Tyrannen Maltazard und seiner Insektenarmee. Die ekligen Viecher geben natürlich nicht klein bei, sondern wollen erst nach allen Regeln der Kunst verdroschen werden. Vor allem das taffe Mädel Selenia eignet sich prima dafür, trägt sie doch als Einzige eine Waffe. Arthur selbst weiß sich mit Karatekicks zu wehren, während Winz-Prinz Béta seinen Gegnern aus sicherer Entfernung Lutscher an den Schädel donnert.

Per Knopfdruck lassen sich die Minihelden jederzeit wechseln - was vor allem bei den zahlreichen Schieberätseln vonnöten ist. Um Tore im Minimoy-Land zu öffnen, müssen meist Statuen zusammengesetzt werden, deren Teile überall in den 13 ebenso umfang- wie abwechslungsreichen Level verstreut sind. Teamarbeit ist hier besonders wichtig, da nur die speziellen Fähigkeiten der Zaubertrolle zum Ziel führen. Arthur kann klettern, Béta sich durch enge Gänge zwängen und Selina Wildwuchs mit ihrem Dolch zurechtstutzen.

Gelegentliche Moskito-Flugeinlagen, rasante Fahrten mit einem Spielzeugauto, Minigames und Geschicklichkeitstests, in denen Monstermaden und anderes Ekelgetier besiegt werden muss, lockern das Spielgeschehen nachhaltig auf. Wer zudem nach Runen und so genannten Mül-müls (kleine, flauschige Viecher) Ausschau hält, schaltet zahlreiche Filmschnipsel frei und dehnt den Trip durchs Minimoy-Reich auf knapp 15 Stunden aus.

Die Steuerung, oftmals die Schwachstelle bei Action-Adventures, wurde ordentlich vom Entwickler Etrange Libellules umgesetzt. Nur selten muss die virtuelle Kamera per Hand nachjustiert werden. Deutlich schwächer ist dagegen die Vertonung ausgefallen. Zwar hat Atari glücklicherweise darauf verzichtet, die Original-Sprecher - Rock-Oma Nena und den Kajal-Teenie Bill Kaulitz von Tokio Hotel - vors Mikro zu zerren. Die Ersatzstimmen sind aber keinen Deut besser. Bétas Kommentare nerven bereits nach wenigen Tutorial-Minuten gewaltig.

Mehr Mühe hat man sich indes bei der 3-D-Grafik gegeben, die zwar überdeutlich auf die PS2-Verhältnisse zugeschnitten ist, aber auch auf PCs recht ansehnlich rüberkommt. Vor allem bei den Figuren und ihren ausgefransten Frisuren zeigte man viel Liebe zum Detail.

Bernd Fetsch




Datum: 31.01.2007

Diskussion: "Arthur und die Minimoys"

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